Mai und Beaflor: eine Erzählung aus dem 13. Jahrhundert

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G. J. Göschen, 1848 - 297 pages
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Page viii - ... Beise erfahren, als er ihnen in seinem eigenen Hause Herberge anbot. Beafloren, die fort und fort um ihren Gemal trauerte und seit den acht Jahren nicht gelacht hatte, theilte er diese freudige Kunde sogleich mit und versprach, wenn sie seine Befehle pünktlich vollzöge. ihr wieder zu dem verlornen Gatten zu verhelfen. Mit dem jungen Lois zog er Mai entgegen und begleitete ihn samt seinem Gefolge mit grossen Ehren nach seiner Wohnung. Bei Tische wurden die beiden Gatten einander gegenübergesetzt,...
Page ix - Dichter, Hans dem Büheler (dem Verfasser von Dyocletians Leben), im Jahr 1400 in Reime gebracht worden. Die Lokalitaeten sind darin verändert: statt Rom und Mailand (Griechenland) erscheint Paris und England. Ueber mehrere alte Drucke , die sich von diesem Gedichte erhalten haben, s. Hagen und Büsching, Grundriss 201. Ausführliche Auszüge lieferten Görres in den deutschen Volksbüchern S. 137 — 140 und A. Elwert im-Deutschen Museum 1784, Bd.
Page ix - Vergleichung ist dadurch nahe gelegt und leicht, daher kann hier um so eher darauf verzichtet werden. Passender schien es, dafür hier einer noch nicht bekannten, ungedruckten Bearbeitung eine Stelle zu gönnen, die bei aller Rohheit der Darstellung doch in mehr als einer Hinsicht von Interesse ist. Statt des Königs von Rom erscheint zwar hier ein König von Reussen (ein Beweis, wie willkürlich jeder Bearbeiter die Ortsnamen ändert): aber in allem Uebrigen stimmt sie merkwürdig genug mit der...
Page vii - Roboal tröstete und beruhigte sie. Das treue Paar berieth sich nun, wie sie ohne Aufsehen und Argwohn zu erregen die Mutter und das Kind bei sich beherbergen könnten, und sie kamen überein, letzteres für ihr eigenes auszugeben. Der fromme Betrug gelang vollkommen, und der Pabst selbst hob den Knaben aus der Taufe. Acht Jahre vergiengen. Der Knabe, seiner Mutter Augentrost, wuchs zu einem schoenen blühenden Jüngling heran und wurde in allen Künsten aufs sorgfältigste unterrichtet. Inzwischen...
Page vii - Benigna giengen eben gegen Sonnenuntergang am Gestade der Tiber auf und ab, von ihrer lieben, verlornen Tochter redend, als sie das Schifflein den Fluss heraufschwimmen sahen. Es kam ihnen gar bekannt vor, 'und der herbeigerufene Schiffmann Tibalt, der ihnen früher schon bei der Flucht behilflich gewesen, erkannte es sogleich als das seinige. Er zog es ans Ufer, und zu ihrer unbeschreiblichen Freude fanden sie darin Beafloren samt dem Kinde. Heimlich und unbemerkt wurde sie nebst den Kostbarkeiten,...
Page v - Beaflor (Sdioenblume), einem Ausbund von Schoenheit und Liebenswürdigkeit. Um den ihrer Tugend und Unschuld gelegten Fallstricken zu entgehn, und von sich und ihrem Vater die Schande abzuwenden, entschloss sie sich zur Flucht und bestieg mit Hülfe ihres treuen Pflegers Roboal und dessen Weib Benigna ein kleines Schiff, auf dem sie ganz allein aufs hohe Meer hinaustrieb. Durch besondere Fügung Gottes, dessen Schutz sie sich anvertraut hatte. landete sie nach kurzer Zeit an den Gestaden eines Landes...
Page 269 - Zeiten: sy het des leibes sich bewegen Die doch mit irem rainen leben Nicht verdient het den tod Ir liechte augen wurden rot Von pitterm wainen daz sy tet Wan das sy gedinget het Das ir selbs wurde rat In grofsen sorgen aber stat Beaflor die suefse Got ir nu helfen muefse. 18. D. vns B. alle A. 19. das B. 22. niht fehlt B. 24. muez A. 27. gedacht B. 28. d. ir her br. B. 29. hin B. 30. dir A. 32. da? fehlt B. 33. lieber fehlt A. 34. wert tir v. im A. 35. verclagt B. mer A. 36. mere fehlt A. 150, 2.
Page 261 - B: so wo/ besser. 83, 1. gezemen A. 2. naemen A. 5. rotten B. 6. do von in B. 7. pusawn B. 9. urworten A, verwarten B. 10. rs B. 11. Des B. im A. 13. hietten B. choum A. also get. B. 14. Das es B. 15. vernomen B. 16. Da B. 17. Wann B. 21. Belafloren A. 23. si da geviel A. aller B. 24. gar fehlt A. 25. drang B. 27. wischolf A. rain B. 29. ein /eA
Page 275 - B. 1l. im A. 14. so B. 16. aller A. 18. 19. umgestellt A. 19. Oder ez sei A. 23. es B: ir A. 29. schulden B. abe ( : stabe) A. 35. unsern A. 36. er bate A. 38. aller A. 199, 1. -lichen A. 2. Das B. min fehlt B. 4. redet B. 6. geben B. 7. fürstlichen B. 8. endet g. A. 9. Das B. an euch B: vil A. 14. iuch fehlt B. vervaht AB. 16. bereit A: bewart B. 20. machet B. 22. let A, lat B. 23. wil /VA
Page vii - ... diese unbegreifliche Botschaft aufs heftigste erschrocken und für ihr und der ihrigen Leben fürchtend, hielten sie es fürs Beste, Beafloren mit dem ihnen gewordenen grausamen Befehle bekannt zu machen. Diese erklärte sich gerne zum Sterben bereit, wenn man nur des armen, unschuldigen Kindleins schone. Von Mitleid bewegt ersannen beide einen Ausweg, indem sie die Mutter mit dem Kinde heimlich auf das Schiff, in welchem sie hergekommen war, bringen liessen, in der Stadt vorgebend, sie seien...

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