Gesammelte Schriften: Geistliche Lieder

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Page 523 - Gebet, Die Körner ausgerieben, Liest sie, als früh der Hahn gekräht, Was Lieb erhielt, was Leid verweht, Ans Feldkreuz angeschrieben: „O Stern und Blume, Geist und Kleid, Lieb, Leid und Zeit und Ewigkeit!
Page 448 - Psalmen sangen, Daß die Liebe und die Lust so brünstig rangen, Bis das Leben war gefangen und empfangen; Bis die Blumen blühten, Bis die Früchte glühten Und gereift zum Schoß der Erde fielen, Rund und bunt zum Spielen; Bis die goldnen Blätter an der Erde rauschten Und die Wintersterne sinnend lauschten, Wo der stürmende Sämann hin sie säet, Daß ein neuer Frühling schön erstehet. Stille wird's, es glänzt der Schnee am Hügel, Und ich kühl im Silberreif den schwülen Flügel, Möcht...
Page 31 - Einmal nur zum Licht geboren, Aber tausendmal gestorben, Bin ich ohne dich verloren, Ohne dich in mir verdorben. Wenn sich so die Erde reget, Wenn die Luft so sonnig wehet, Dann wird auch die Flut beweget, Die in Todesbanden stehet. Und in meinem Herzen schauert Ein betrübter, bittrer Bronnen; Wenn der Frühling draußen lauert, Kommt die Angstflut angeronnen. Weh, durch giftge Erdenlagen, Wie die Zeit sie angeschwemmet, Habe ich den Schacht geschlagen, Und er ist nur schwach verdämmet!
Page 365 - Und ist das Feld einst abgemäht, Die Armut durch die Stoppeln geht, Sucht Ähren, die geblieben; Sucht Lieb, die für sie untergeht, Sucht Lieb, die mit ihr aufersteht, Sucht Lieb, die sie kann lieben. Und hat sie einsam und verschmäht Die Nacht durch, dankend...
Page 365 - Sehnsucht hat's getrieben. Und ist das Feld einst abgemäht, Die Armut durch die Stoppeln geht, Sucht Ähren, die geblieben; Sucht Lieb', die für sie untergeht, Sucht Lieb', die mit ihr aufersteht, Sucht Lieb', die sie kann lieben. Und hat sie einsam und verschmäht, Die Nacht durch, dankend in Gebet, Die Körner ausgerieben, Liest sie, als früh der Hahn gekräht, Was Lieb erhielt, was Leid verweht, Ans Feldkreuz angeschrieben: „O Stern und Blume, Geist und Kleid Lieb, Leid und Zeit und Ewigkeit!
Page 32 - Ach, wie ich auch tiefer wühle, Wie ich schöpfe, wie ich weine, Nimmer ich den Schwall erspüle Zum Kristallgrund fest und reine. Immer stürzen mir die Wände, Jede Schicht hat mich belogen, Und die arbeitblut'gen Hände Brennen in den bittern Wogen.
Page 32 - Ruf nicht taugen! Denn in mir ja steigt die grimme Sündflut, bricht aus meinen Augen. Und dann scheinen bös Gezüchte Mir die bunten Lämmer alle, Die ich grüßte, süße Früchte, Die mir reiften, bittre Galle. Herr, erbarme du dich meiner, Daß mein Herz neu blühend werde! Mein erbarmte sich noch keiner Von den Frühlingen der Erde.
Page 8 - Zucht. Denk ich der Zeit, seh ich sich mir versteinen Die Tage in des Lebens Blumenflucht, Wie kleine Gärten zwischen steilen Mauern, Die nie ein Sonnenstrahl hat heimgesucht, Wo kalte Marmorkinder einsam trauern, Die wilder Buchs und Salbei trüb umkreist. Ihr kennet wohl des Knaben einsam Trauern! Ich fühlte elend mich und tief verwaist. Du Schwester, die die trüben Tage teilte, Du fühltest auch, was fremde Pflege heißt. Den Genius, der früh bei mir verweilte, Den sah ich dort zuerst, als...
Page 445 - Du strahlender Augenhimmel du, Du taust aus Mutteraugen, Ach Herzenspochen, ach Lust, ach Ruh, An deinen Brüsten saugen ! Ich schau zu dir, so Tag als Nacht, Muß ewig zu dir schauen, Du mußt mir, die mich zur Welt gebracht, Auch nun die Wiege bauen.
Page 444 - Schwelle. Leg es in Linnen, die du gewebt, Zu Blumen, die du gepflücket, Stirb mit, daß, wenn es die Äuglein hebt, Im Himmel es dich erblicket.

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