Uhlands schriften zur geschichte der dichtung und sage: bd. Sagenforschungen. I. Der mythus von Thôr nach nordischen quellen. II. Odin. 1868

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Wilhelm Ludwig Holland, Adelbert von Keller, Franz Pfeiffer
Cotta, 1868 - Epic poetry, French
 

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Page 15 - Geistes ist, durchforscht rastlos die Welt und stärkt die Sache der Götter, indem er überall geistiges Leben weckt und den irdischen Heldengeist zu höherem Berufe, zur künftigen Teilnahme an dem großen Götterkampf, in seine himmlische Halle heranzieht.
Page 10 - Tatsache der selbstbewußten oder sich fühlenden Symbolik hebt auch nicht den Glauben an göttliche Persönlichkeit auf, der überall als religiöses Bedürfnis vorauszusetzen ist; nur wird oft schwer zu bestimmen sein, wo das Sinnbild aufhöre und der wahrhaft persönliche Gott eintrete.
Page 9 - Das Innere des Menschen aber strahlt nichts zurück, ohne es mit seinem eigenen Leben, seinem Sinnen und Empfinden getränkt und damit mehr oder weniger umgeschaffen zu haben. So tauchen aus dem Borne der Phantasie die Kräfte und Erscheinungen der unpersönlichen Natur als Personen und Taten in menschlicher Weise wieder auf.
Page 11 - Naturgebiete verkehren, liegen nun gewis dem Verständnis offener, als solche, die sich auf die innere Welt beziehen: dort sind die stoffartigen und greifbaren Dinge , hier die körperlosen und übersinnlichen. In der nordischen Götterlehre fällt auf diese Seite der Mythus von Odin, auf jene der von Thor: im ersteren Mythenkreise ist vorzugsweise das Geistesleben , im letzteren das Naturleben vergegenwärtigt.
Page 128 - Verhältnis hat auch unleugbar sein Erhabenes; derselbe Thor, der den Menschen so nahe tritt, ist der Bändiger aller tobenden Elemente, dem mit dem schwellenden Strom auch die Asenstärke himmelhoch anwächst, und ein Volk zeigt rüstigen Sinn, das im Donnerhalle die Nähe seines Freundes erkennt...
Page 128 - Stils, eine Beigabe arglosen Scherzes. Seinem herablassenden Wesen kommt auch die ganze Vertraulichkeit des Volkes entgegen; wie er mit diesem das Feld bestellt, dient er ihm auch zur guten Unterhaltung, und wenn es bei munterer Laune ist, zupft es ihn gelegentlich am roten Barte. Dieses schadet aber der Liebe nicht, man ist ihm nur um so herzlicher zugetan.
Page 85 - Thau gebadet. Mit der Abnahme des Lichtes geht auch das reichste, duftendste Blumenleben zu Ende, als Baldurs Leiche zum Scheiterhaufen getragen wird, zerspringt Nanna vor Iammer (sn. AH/. 66); dieser Ausdruck ist auch sonst für das gebrochene Herz gebräuchlich (5eem. /iH/. 211), er eignet sich aber besonders für die zerblätterte Blume.
Page 12 - Abkömmlinge, Riesen und Riesenweiber, die Liebe zum alten Chaos, den Hang zur Zerstörung, die Feindschaft gegen alles, was den Himmel mild und die Erde wohnlich macht. Sie sind die Dämone des kalten und nächtlichen Winters, des ewigen Eises, des unwirtbaren Felsgebirgs, des Sturmwinds, der sengenden Hitze, des verheerenden Gewitters, des wilden Meeres; und darnach sind sie auch besonders benannt, Reif- oder Eisthurse, Berg- oder Felsriesen (hrimpursar, bergrisar) etc.
Page 9 - Menschen), so will auch die Dichterseele von den äußeren Dingen ein Gegenbild innerlich hervorbringen, und diese Aneignung für sich schon ist ein geistiger Genuß, der sich auch andern Betrachtern des Bildes mitteilt.
Page 86 - Friggs Gras, denen sich nun Friggs Schleier und Fullas Fingergold anreihen mögen. Das bunte Spiel der norwegischen Wiesenblumen ist berühmt; ein kurzer, doch heißer Sommer läßt sie in seltener Fülle und Mannigfaltigkeit erblühen.

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