Ueber Shakspeare's dramatische Kunst: und sein Verhaltniss zu Calderon und Göthe

Front Cover
E. Anton, 1839 - 595 pages
0 Reviews
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 591 - Kind! Kind! nicht weiter! Wie von unsichtbaren Geistern gepeitscht, gehen die Sonnenpferde der Zeit mit unsers Schicksals leichtem Wagen durch; und uns bleibt nichts, als, mutig gefaßt, die Zügel festzuhalten und bald rechts, bald links, vom Steine hier, vom Sturze da die Räder wegzulenken. Wohin es geht, wer weiß es? Erinnert er sich doch kaum, woher er kam.
Page 134 - Denn alles, was so übertrieben wird, ist dem Vorhaben des Schauspieles entgegen, dessen Zweck sowohl anfangs als jetzt war und ist, der Natur gleichsam den Spiegel vorzuhalten: der Tugend ihre eignen Züge, der Schmach ihr eignes Bild und dem Jahrhundert und Körper der Zeit den Abdruck seiner Gestalt zu zeigen.
Page 229 - Die Zeit ist aus dem Gelenke; wehe mir, daß ich geboren ward sie wieder einzurichten. In diesen Worten, dünkt mich, liegt der Schlüssel zu Hamlets ganzem Betragen, und mir ist deutlich, daß Shakespeare habe schildern wollen : eine große Tat auf eine Seele gelegt, die der Tat nicht gewachsen ist. Und in diesem Sinne find' ich das Stück durchgängig gearbeitet.
Page 230 - Shakespeare habe schildern wollen : eine große Tat auf eine Seele gelegt, die der Tat nicht gewachsen ist. Und in diesem Sinne find' ich das Stück durchgängig gearbeitet. Hier wird ein Eichbaum in ein köstliches Gefäß gepflanzt, das nur liebliche Blumen in seinen Schoß hätte aufnehmen sollen; die Wurzeln dehnen sich aus, das Gefäß wird zernichtet.
Page 332 - Sie thronet in dem Herzen der Monarchen, Sie ist ein Attribut der Gottheit selbst, Und ird'sche Macht kommt göttlicher am nächsten, Wenn Gnade bei dem Recht steht. Darum, Jude, Suchst du um Recht schon an, erwäge dies: Daß nach dem Lauf des Rechtes unser keiner Zum Heile käm' ; wir beten all' um Gnade, Und dies Gebet muß uns der Gnade Taten Auch üben lehren.
Page 338 - Sein gläsern Element, — wie zorn'ge Affen, Spielt solchen Wahnsinn gaukelnd vor dem Himmel, Daß Engel weinen, die, gelaunt wie wir, Sich alle sterblich lachen würden.
Page 230 - Fürst, und wünschte zu regieren, nur damit der Gute ungehindert gut sein möchte. Angenehm von Gestalt, gesittet von Natur, gefällig von Herzen aus, sollte er das Muster der Jugend sein und die Freude der Welt werden.
Page 237 - Der Spaß ist, wenn mit seinem eignen Pulver Der Feuerwerker auffliegt; und mich trügt Die Rechnung, wenn ich nicht ein Klafter tiefer Als ihre Minen grab', und sprenge sie Bis an den Mond.
Page 338 - Ach! Alle Seelen waren einst verfallen, Und Er, dem Fug und Macht zur Strafe war, Fand noch Vermittlung. Wie erging' es Euch, Wollt' Er, das allerhöchste Recht, Euch richten So, wie Ihr seid? O, das erwäget, Herr, Und Gnade wird entschweben Euren Lippen Mit Kindes Unschuld.

Bibliographic information