Der Teppich des Lebens: und Die Lieder von Traum und Tod mit einem Vorspiel

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Bondi, 1908 - 98 pages
 

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Popular passages

Page 23 - Wo greifen da sich alle fäden queren Wo schöpfen da es quillt aus jedem bronne? Und leidest du am zagemut der väter Dass der gestalten wechselnd buntes schwirren Und ihre Überfülle dich verirren: Vernichtet dich die weitenzahl im äther: So Komm zur stätte wo wir uns verbünden! In meinem hain der weihe hallt es brausend: Sind auch der dinge formen abertausend Ist dir nur Eine - Meine - sie zu Künden.
Page 44 - Ihn schreiten • in der hand die blanke hippe Und wägend greifen in die vollen ähren Die gelben körner prüfend mit der lippe. Dann sieht man zwischen reben ihn mit basten Die losen binden an die starken Schäfte Die harten grünen herlinge betasten Und brechen einer ranke überkräfte. Er schüttelt dann ob er dem...
Page 93 - Jung und gross schaut der geist ohne vogt Auf die flur auf die flut die umwogt. Da am weg bricht ein schein fliegt ein bild Und der rausch mit der qual schüttelt wild. Der gebot weint und sinnt beugt sich gern »Du mir heil du mir ruhm du mir stern« Dann der traum höchster stolz steigt empor Er bezwingt Kühn den Gott der ihn Kor..
Page 20 - Drüben schwärme folgen ernst im qualme Einem bleichen mann auf weissem pferde Mit verhaltnen gluten in dem psalme: Kreuz du bleibst noch lang das licht der erde. Eine kleine schar zieht stille bahnen Stolz entfernt vom wirkenden getriebe Und als losung steht auf ihren fahnen: Hellas ewig unsre liebe.
Page 59 - Wenn uns Stets-wandrern und die heimaT schmälend Zu ihr die liebe schönerer nachbar würgt So rufst du uns zurüCK — verlocKend quälend Du voll vom drange der den Gott verbürgt. In dir nur sind wir ganz: so wirKt Kein weiser Der grauen gaue zwischen meer und KO!K.. Du sehnenvoll des heitren Südens preiser...
Page 52 - So zieht ihr im düster und euer geleit IST lächelnder strahl — ihr die sinKende zeit. Da alles gesagt ist in stummem verein Ihr fühlet gefasst die unwendbare pein: Wer ganz sich verschenKt wie er wenig empfängt Und blühende stirn in die fernen nur drängt. So zieht ihr im düster und euer geleit Ist lächelnder strahl - ihr die sinKende zeit.
Page 75 - Blumen des sommers duftet ihr noch so reich: Ackerwinde im herben saatgeruch Du ziehst mich nach am dorrenden geländer Mir ward der stolzen gärten sesam fremd. Aus dem vergessen lockst du träume: das kind Auf keuscher schölle rastend des ährengefilds In ernte-gluten neben nackten Schnittern Bei blanker sichel und versiegtem krug.
Page 35 - Von meinem munde auf die blutigen striemen Doch ist dir niemand der sie dauernd schliesst< Und die verehrend an mein knie getastet Und die ich lenke mit dem fingerzeig Und deren haupt an meiner brust gerastet? >Die jünger lieben doch sind schwach und feig< So ring ich bis ans end allein?
Page 44 - Jungen baum und misst der wolken schieben Er gibt dem liebling einen pfahl zum schutze Und lächelt ihm dem erste früchte trieben. Er schöpft und giesst mit einem kürbisnapfe Er beugt sich oft die quecken auszuharken Und üppig blühen unter seinem stapfe Und reifend schwellen um ihn die gemarken.
Page 44 - Kurz vor dem frührot sieht man in den fähren Ihn schreiten . in der hand die blanKe hippe Und wägend greifen in die vollen ähren Die gelben Körner prüfend mit der lippe. Dann sieht man zwischen reben ihn mit basten Die losen binden an die starKen Schäfte Die harten grünen bedinge betasten Und brechen einer ranKe ÜberKräfte.

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