Zur Psychologie des Individuums, Volume 1

Front Cover
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Selected pages

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 43 - Nie noch fand ich das Weib, von dem ich Kinder mochte, es sei denn dieses Weib, das ich liebe: denn ich liebe dich, o Ewigkeit!
Page 3 - Ich lehre euch den Übermenschen. Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll. Was habt ihr getan, ihn zu überwinden ? Alle Wesen bisher schufen etwas über sich hinaus : und ihr wollt die Ebbe dieser großen Flut sein und lieber noch zum Tiere zurückgehen, als den Menschen überwinden ? Was ist der Affe für den Menschen ? Ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham.
Page 44 - Was uns an ihm berauscht, das ist die Fähigkeit für seine überreiche Seele in der Sprache Symbole gefunden zu haben: seine Psychologie.
Page 19 - Müdigkeit der Schwindsucht mit ewig wechselnden Stimmungen, die wie stille Herbstwinde über nackte öde Felder streichen, dürres Laub vor sich fegen und die Natur mit düsteren, monotonen Mollakkorden zu Grabe tragen. Es ist die Müdigkeit des lustsatten Wehs mit dem feinen trüben Lächeln um die Mundwinkeln, der trostlos öden Langeweile sonnverbrannter Grassteppen, dem leisen Hin- und Herwogen endloser Meere, die sinnende, brütende Idiotie des Gebetes. — Es gibt dann in der Musik Chopins...
Page 12 - Und wo ist mein Ich ? Wo ist das Absolute, das Einheitliche, wo ist das, worin das Sein zum Dasein wird, wo ist der Gott, der Laplace'sche Weltgeist, der das Weltall beherrscht, durch den und in dem Alles da ist? Staub! Staub! Milliarden von bewussten Nervenmolekeln, die gegen einander anprallen und sich abstossen, Milliarden von Nervenzellen, von denen jede nur sich seiner selbst bewusst ist...
Page 46 - Kraft verausgabung, an dem Durchtrunken- und Durchsättigtwerden von dem dionysischen Willen zur Lust, zur vulkanischen Entladung, zur Macht und Wucht. Rausch ist die Kunst ihrem Wesen, ihrer Entstehung nach, und Rausch muß sie hervorrufen, sonst haben wir sie nicht nötig.
Page 45 - Stimmungen als Symbole der Dinge hinzustellen, sie so zur Darstellung zu bringen, daß sie dieselben Stimmungen in jedem anderen Menschen hervorrufen, den Dingen einen passionierten, makrokosmischen Ausdruck zu geben, das ist die große Kunst Nietzsches, wie sie sich am herrlichsten in: Also sprach Zarathustra offenbart.
Page 8 - Thaten nehmen die Formen des Verwüstenden, Maniakalischen an und über allem ruht schwer, bedrückend etwas von der schwülen Atmosphäre des nahenden Gewitters, etwas von den schmerzhaften Vibrationen der delirirenden Wollust einer Impotenz, etwas von der hektischen Röte einer Hysterie der Sinne.
Page 10 - Das Individuum besitzt eine Nervenmasse von einer ungeheuren Instabilität, einer enormen Zersetzbarkeit, infolgedessen auch das Maßlose der Empfindungsqualität.
Page 43 - uns' Spätgeborene, die wir an 'Wahrheit' zu glauben aufgehört haben, für die der ganze Schluß unserer Weisheit in der totalen Bankerotterklärung unseres Wissens besteht, mag wohl der erkenntnistheoretische Teil in Nietzsches Werken vom geringsten Werte sein." (S. 44). Dennoch schätzte PRZYBYSZEWSKI NIETZSCHE sehr hoch als Dichter. (In seiner Sprache sah er slavische Elemente, wobei er jedoch die Legende über NIETZSCHES Abstammung aus einer polnischen Adelsfamilie verneinte.) Mehrmals zitierte...

Bibliographic information