Justus von Liebig und Friedrich Mohr in ihren briefen von 1834-1870: Ein zeitbild

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Page 252 - Außer den bekannten 54 chemischen Elementen gibt es in der Natur der Dinge nur noch ein Agens und dieses heißt Kraft; es kann unter den passenden Verhältnissen als Bewegung, chemische Affinität, Cohäsion, Elektricität, Licht, Wärme und Magnetismus hervortreten, und aus jeder dieser Erscheinungsarten können alle übrigen hervorgebracht werden. Dieselbe Kraft, welche den Hammer hebt, kann, wenn sie anders angewendet wird, jede der übrigen Erscheinungen hervorbringen.
Page 165 - Ich fühl's, vergebens hab' ich alle Schätze Des Menschengeists auf mich herbeigerafft, Und wenn ich mich am Ende niedersetze, Quillt innerlich doch keine neue Kraft; Ich bin nicht um ein Haar breit höher, Bin dem Unendlichen nicht näher.
Page 44 - Ich bin einige Monate in England gewesen, habe ungeheuer viel gesehen und wenig gelernt. England ist nicht das Land der Wissenschaft, es existirt dorten nur ein weitgetriebener Dilettantismus, die Chemiker schamen sich Chemiker zu heissen, weil die Apotheker, welche verachtet sind, diesen Namen an sich gezogen haben. . . . Graham macht auch in wissenschaftlicher Hinsicht die schatzbarste Ausnahme, er ist ein vortrefflicher-Mensch, auch Gregory, der an seine Stelle in Glasgow gekommen ist.
Page 173 - Leben entwickeln, und so verlieh der große Baumeister den Trümmern dieser Kruste das Vermögen, alle diejenigen Elemente, welche zur Ernährung der Pflanzen und damit auch der Thiere dienen, anzuziehen und festzuhalten, wie der Magnet Eisenfeile anzieht und festhält...
Page 173 - Ich hatte mich an der Weisheit des Schöpfers versündigt und dafür meine gerechte Strafe empfangen, ich wollte sein Werk verbessern, und in meiner Blindheit glaubte ich, dass in der wundervollen Kette von Gesetzen, welche das Leben an der Oberfläche der Erde fesseln und immer frisch erhalten, ein Glied vergessen sei, was ich, der schwache ohnmächtige Wurm, ersetzen müsse.
Page li - Wärme sehr bestimmt als eine Kraft, welche mechanische Wirkungen ausübt, die an den Körpern haftet und in andere übergehen kann; sie macht einen Unterschied zwischen fühlbarer und latenter Wärme, und führt letztere auf Arbeit der Wärme zurück, sie enthält eine Gleichung, und soviel ich weiß die erste, zwischen Wärme und Atmosphärendruck; sie erklärt die Erwärmung der Gase durch Kompression und umgekehrt, aus einem mechanischen Prinzip; sie bezeichnet ganz scharf den Unterschied der...
Page xxxix - Es ist eines der wichtigsten Probleme für die Chemie, auszumitteln, wie und auf welche Weise die arzneilichen, die giftigen Eigenschaften einer Materie abhängig sind von ihrer chemischen Zusammensetzung, in welchem Zusammenhang die Wirkung zu den Bestandteilen steht.
Page lvii - Menschen auf dem Gebiete der Industrie oder des Ackerbaues oder der Pflege der Gesundheit geleistet hat, so darf man kühn behaupten, daß kein anderer Gelehrter in seinem Dahinschreiten durch die Jahrhunderte der Menschheit ein größeres Vermächtnis hinterlassen hat.
Page 173 - Weise, dass der Gedanke an die Möglichkeit des Bestehens eines solchen Gesetzes der menschlichen Intelligenz bis damals nicht zugänglich war, so viele Thatsachen auch dafür sprachen; allein die Thatsachen, welche die Wahrheit reden, werden stumm, oder man hört nicht, was sie sagen, wenn sie der Irrthum überschreit. So war es denn bei mir. Die Alkalien, bildete ich mir ein, müsste man unlöslich machen, weil sie der Regen sonst entführe! Ich wusste damals noch nicht, dass...

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