Matthäus Edlen von Collin's Nachgelassene Gedichte, ausgewählt und mit einembiographischen Vortworte begleitet von Joseph von Hammer, Volume 2

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Popular passages

Page 65 - Durch der Menschen stille Brust. Die belauschen sie mit Lust; Rufen, wenn der Tag erwacht: Kehre wieder, heil'ge Nacht! Holde Träume, kehret wieder! 6 Collin zeichnet ein romantisches Bild der Nacht. Die Anrufung „Heilige Nacht" bedeutet eine Nobilitierung, ja, eine Sakralisierung.
Page 133 - Naturgefühl. \Venn ich auf hohem Berge steh', Es wird mir dann so wohl und weh In tiefer, stiller Brust. So wohl, so weh, wenn ich die Au In ihrer Schönheit Fülle schau' Und all die grüne Lust. Denn was im Winde tönend weht, Was aufgetürmt zum Himmel steht, Und auch der Mensch, so eng vertraut Mit all der Schönheit, die er schaut, Entschwindet und vergeht.
Page 140 - Ihr habt mir nie gelogen noch, ihr Sterne,« So ruft sie aus, »bald werd' ich nun entschwinden, Ihr sagt es mir, doch sterb' ich wahrlich gerne.« Da tritt der Zwerg zur Königin, mag binden Um ihren Hals die Schnur von roter Seide, Und weint, als wollt er schnell vor Gram erblinden.
Page 141 - Herz voll jungem Leben, Und aus dem Aug' die schweren Thränen rinnen, Das sie zum Himmel betend will erheben. »Mögst du nicht Schmerz durch meinen Tod gewinnen!« Sie sagt's, da küßt der Zwerg die bleichen Wangen, drauf alsobald vergehen ihr die Sinnen. Der Zwerg schaut an die Frau vom Tod befangen, Er senkt sie tief ins Meer mit eignen Handen. Ihm brennt nach ihr das Herz so voll Verlangen. An keiner Küste wird er je mehr landen.
Page 140 - Mich selber werd' ich ewiglich wohl hassen, Der dir mit dieser Hand den Tod gegeben, Doch mußt zum frühen Grab du nun erblassen. 7 Sie legt die Hand auf's Herz voll jungem Leben, Und aus dem Aug' die schweren Thränen rinnen, Das sie zum Himmel betend will erheben.
Page 135 - Träume. ^)n der heil'gen, stillen Nacht, Was läßt seligers sich träumen, Als, von Sternen treu bewacht, In des Mädchens Arm zu säumen Bis der Morgen wieder lacht? Und was schöners läßt sich träumen, Als in stiller kühler Nacht, In des Zimmers dunkeln Räumen, Bey der sanften Lüfte Rauschen ' Die Geliebte zu belauschen, Die sich glaubet unbewacht. Liebe. Echön'res gab
Page 120 - Herren so hold, Wie er hoch in der Mannheit Kraft vor ihm ragt, So schön in der Locken flatterndem Gold, Und er seufzet und bebt, und die Worte klagt: Der Böhme ist in des Bayern Sold.
Page 138 - Unentschlossene. ^n dem blumenvollen Haine Warum muß er mir begegnen! Soll ich fliehen den Verwegnen? Soll ich bleiben? — Ach alleine In der Abendröthe Scheine Warum muß er mir begegnen? Doch er spricht. — O süße Liebe Nicht entfliehen kann ich dir. Daß er ewig bey mir bliebe, Ewig, ewig! süß« üi«b« Nicht entfliehen kann ich dir!
Page 121 - Berg aufthürmt das Gestein! Es ist auch der Geist dem Geiste gesellt Mit gleicher Gewalt eng bindender Kraft, Kein Wesen hat sich ihr noch entrafft Im thöricht begonnenen...

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