Plankton-studien: Vergleichende untersuchungen über die bedeutung und zusammensetzung der pelagischen fauna und flora

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Verlag von G. Fischer, 1890 - Invertebrates - 105 pages
 

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Page 72 - Lebensformen weitaus am höchsten entwickelt ist, so ist es auch dort der Fall. In auffälligen Gegensatz zu dieser bisher gültigen Ansicht stellt sich HENSEN, welcher in seinem Berichte über die Ergebnisse der „National - Expedition" uns mit folgendem Satze überrascht : „Obgleich wir überall Plankton vorgefunden haben, war doch die Menge desselben unter und nahe den Tropen relativ gering, nämlich im Mittel acht Mal geringer, als im Norden bis zu den Neu-Fundlandbänken hinunter. Jeder einzelne...
Page 7 - Wer weiss, ob nicht im Laufe der. Zeit unsere Anschauungen einem völligen Umschwung entgegen gehen, und ob nicht gerade die Tiefe als der eigentliche Mutterboden pelagischen Thierlebens sich herausstellt, von dem zeitweilig Schwärme sowohl an die Oberfläche wie auf den Meeresgrund entsendet werden ! Nur wenige Formen sind es ja, die so vollständig den wechselnden Existenzbedingungen an der Oberfläche sich anpassten, dass sie nicht mehr die tieferen Schichten aufsuchen
Page 103 - Concurrenz mehr machen" (22, p. 252). Die Anhäufung zahlreicher Physalien in grossen Schwärmen steht nach seiner Meinung „in Correlation mit der Form der Bewegung. Die Thiere, die keiner selbständigen Fortbewegung fähig sind , müssen ziemlich dicht beisammen bleiben , um sich zweigeschlechtlich fortpflanzen zu können; ,was zu weit abtreibt, muss aussterben". Hiergegen ist einzuwenden, dass die Physalien nicht, wie HENSEN annimmt, Gonochoristen, sondern stets Hermaphroditen sind1). Die eben...
Page 58 - Die bisher gültige Ansicht war, dass die Meeresbewohner in Schaaren verbreitet seien, und dass man je nach Glück und Gunst, nach Wind, Strömung und Jahreszeit, bald auf dichte Massen, bald auf unbewohnte Flächen komme. Dies gilt in der That bis zu einem gewissen Grad für die Häfen ; für das offene Meer berichtigt sich unsere Kenntniss dahin, dass dort normal eine gleichmässige Vertheilung stattfindet, die nur innerhalb weiter- Zonen entsprechend den klimatischen Verhältnissen nach Dichte...
Page 72 - Jahren vollständige Auskunft gegeben werden kann", dann aber hinzugefügt: „Nur ein Haupt-Ergebnis s mag hier vorweg genommen werden: Allen aus theoretischen Gründen gehegten Erwartungen entgegen zeigte sich in den tropischen Gewässern die Menge des Plankton überraschend gering" (21, p. 87). Da HENSEN mit diesem „Hauptergebniss" der National-Expedition zu den bekannten Erfahrungen des Challenger, des Vettor Pisani und vieler anderen Expeditionen in schroffen Gegensatz tritt, müssen wir zunächst...
Page 7 - Richtung bedingt. Nur wenige pelagische Thiergruppen vermögen die hohe Temperatur des Oberflächenwassers während des Sommers zu ertragen; die meisten entziehen sich der Einwirkung derselben durch das Niedersinken, und endlich existiren ganze Gruppen, welche ihr Leben in den kühlen tiefen Regionen verbringen, ohne je an die Oberfläche aufzusteigen
Page 89 - ... im Weltmeere der Kreislauf der organischen Materie sich vollziehe. Bei Gelegenheit von Untersuchungen, welche die MinisterialCommission zur wissenschaftlichen Erforschung der deutschen Meere im Interesse der Fischerei seit dem Jahre 1882 ausgeführt hatte, war Hr. HENSEN darauf aufmerksam geworden, dass besonders an der Oberfläche des Meeres eine ungleich massenhaftere Bevölkerung kleinster Lebensformen sich finde, als man früher sich vorstellte.
Page 25 - Entwickelungskreis in demselben durchlaufen, ist das bei anderen nicht der Fall ; vielmehr bringen diese einen Theil ihres Lebens im Benthos zu, entweder vagil oder sessil. Die erste Gruppe nennen wir holoplanktonisch, die zweite hingegen meroplanktonisch. Zu den holoplanktonischen Organismen, welche gar keine Beziehung zum Benthos haben (also „rein pelagisch, zonarisch oder bathybisch...
Page 56 - Es ist kaum zweifelhaft, dass ein Urtheil über den relativen Reichthum an den betreffenden Fischarten in der Ostsee und in irgend einem anderen Meeresgebiet sich durch die Bestimmung der Menge der Eier unter dem betreffenden Flächengebiet wird gewinnen lassen.
Page 10 - Erstens mache ich zunächst darauf aufmerksam, dass die wichtigsten allgemeinen Resultate, welche die Kieler Expedition über die Zusammensetzung und Verbreitung des Plankton im Ocean erlangt hat, zu allen bisherigen Erfahrungen in schneidendem Widerspruch stehen — entweder diese oder jene sind falsch. Zweitens scheint es mir, dass HENSEN auf Grund von höchst ungenügenden Erfahrungen eine Anzahl von weitreichenden irrthümlicheu Schlüssen unvorsichtig gezogen hat. Drittens endlich bin ich überzeugt,...

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