Gedichte

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Tendler, 1855 - 196 pages
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Popular passages

Page 47 - Eines doch bedenke jeder, / Was er immer tut und treibt, / Ob mit Hammer oder Feder / Brot er schmiedet oder schreibt: // Daß die Mühsal des Erwerbens / Ihm sein Bestes untergräbt / Und am Tage seines Sterbens / Niemand weiß, ob er gelebt.
Page 149 - Röhricht famt des Waldes Stämmen. Nur mutig mit der Strömung fortgeschwommen, Wie toll dich auch die wilden Fluten packen, Nicht schadet's, manchen derben Schluck zu trinken. Und bist du glücklich jenseits angekommen, So magst du rein von Schlamm und Erdenschlacken Dem Heiland selig an den Busen sinken.
Page 86 - Auf der Gassen schaut der Dichter Gern die wechselnden Gesichter, Bringt in Reime die Grimassen Auf der Gassen, auf der Gassen. Auf der Gassen waltet Gleichheit Zwischen Armut, zwischen Reichheit, Arme betteln, Reiche prassen Auf der Gassen, auf der Gassen. Auf der Gassen ist kein Bleiben, Nur ein rastlos Rennen, Treiben Dränget, die sich lieben, hassen Auf der Gassen, auf der Gassen.
Page 87 - Menschenrassen Auf der Gassen, auf der Gassen! Auf der Gassen klingt die Zither Abends unter manchem Gitter; Ach, du traurig dummes Passen Auf der Gassen, auf der Gassen. Auf der Gassen, unter Weinen Trennt ein Sohn sich von den Seinen, Ach du letztes Schmerzumfassen Auf der Gassen, auf der Gassen! Auf der Gassen wird es nächtlich, Katzen, Schwärmer schleichen sächtlich, Bis die letzten Stern' erblassen Auf der Gassen, auf der Gassen.
Page 87 - Auf der Gassen, auf der Gassen. Auf der Gassen prangt das Neue, Daß es sich am Wechsel freue, Lustig wimmeln bunte Massen Auf der Gassen, auf der Gassen. Auf der Gassen rollen Leichen, Die kein hartes Herz erweichen, Sonderbare Menschenrassen Auf der Gassen, auf der Gassen! Auf der Gassen unter Weinen Trennt ein Sohn sich von den Seinen, Ach, du letztes Schmerzumfassen Auf der Gassen, auf der Gassen! Auf der Gassen lärmen Buben, Purzelnd aus den Schulenstuben Ob der Weisheit, die sie fraßen, Auf...
Page 87 - Auf der Gassen, auf der Gassen! Auf der Gassen lärmen Buben, Purzelnd aus den Schulenstuben Ob der Weisheit, die sie fraßen, Auf der Gassen, auf der Gassen. Auf der Gassen klingt die Zither Abends unter manchem Gitter; Ach, du traurig dummes Passen Auf der Gassen, auf der Gassen. Auf der Gassen wird es nächtlich, Katzen, Schwärmer schleichen sächtiich, Bis die letzten Stern...
Page 171 - Äug' durch ihren Schmelz entzückt, Und 'Flinserln' flimmerten im Glanz der Sonnen, Von kunstgewandter Hand auf Sammt gestickt, Drauf stand, gar köstlich Zug für Zug geschrieben, Des Volkes Wort, sein tiefstes Sein und Lieben. Das Schicksal trieb...
Page 172 - Zinnen Dich in ein Land, wo fremde Sitte gilt, Da fühltest Du die herbe Wahrheit immer: Daß in der Heimat nur die Freude quillt, Und schwer getröstet war Dein einzig Sinnen, Wiewohl die tiefe Sehnsucht sei gestillt; Denn stand auf fremdem Boden auch Dein Speicher, Du bliebst doch stets ein treuer Österreicher. Doch sollten nicht der Schwermut gift'ge Schlangen Umstricken dieses edle Dichterherz, Die Muse kam, Dich liebend zu umfangen, Und milderte den allzu grellen Schmerz.
Page xxvi - Schmeißfliegen, denen," wie Sauters Freund und Biograph Julius von der Traun sagt, „der burleske zynische Sonderling lieber war als der Dichter Sauter". Doch redliche Achtung der Besseren des Kreises schützte ihn und heilte schnell die Wunden, die mutwillige und übermütige Buben seinem leicht versöhnlichen Herzen geschlagen hatten. Oft aber preßten ihm solche Beleidigungen bittere Tränen aus den Augen. In solchen Momenten fühlte er schmerzlich, daß nur seine selbstverschuldete Lebensstellung...
Page 173 - Auch ich hin in Arkadien geboren. Wie Seidl selbst sein Leben lang an allen wichtigen und erhebenden Ereignissen, insbesondere in seinem lieben Wien, Anteil nahm...

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