Friedrich Heinrich Jacobi's auserlesener Briefwechsel, Volume 2

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G.Fleischer, 1827
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Page 160 - Meine Lehre ist nicht mein, sondern deß, der mich gesandt hat; so jemand will deß Willen thun, der wird inne werden, ob diese Lehre von Gott sei oder ob ich von mir selbst rede.
Page 494 - Durchaus ein Heide mit dem Verstande, mit dem ganzen Gemüthe ein Christ, schwimme ich zwischen zwei Wassern, die sich mir nicht vereinigen wollen, so daß sie gemeinschaftlich mich trügen — sondern, wie das eine mich unaufhörlich hebt, so versenkt zugleich auch unaufhörlich mich das andere.
Page 198 - Wir wollen, dem Leibe nach, Bürger unserer Zeit seyn und bleiben, weil es nicht anders seyn kann; sonst aber und dem Geiste nach ist es das Vorrecht und die Pflicht des Philosophen wie des Dichters, zu keinem Volk und zu keiner Zeit zu gehören, sondern im eigentlichen Sinne des Wortes der Zeitgenosse aller Zeiten zu seyn.
Page 211 - Von ihm aus ist eine Welt für uns, unabhängig von uns da, die wir nur modificiren können; von ihm aus wird das reine Ich, das uns auch auf ihm gar nicht verschwindet, außer uns gesetzt und heißt Gott. Wie kämen wir auch sonst zu den Eigenschaften, die wir Gott zuschreiben und uns absprechen, wenn wir sie nicht doch in uns selbst fänden und nur in einer gewissen Rücksicht (als Individuum) sie uns absprachen?
Page 212 - Gottes erhob, durchbrach die Grenzen, erschütterte die Menschheit in ihren tiefsten Grundpfeilern und versetzte sie in einen Streit mit sich selbst, der noch nicht beigelegt ist...
Page 225 - Auch Sie suchen alle Wahrheit da, wo ich sie suche, im innersten Heiligthum unsers eigenen Wesens. Nur fördern Sie den Geist als Geist, so sehr die menschliche Sprache es erlaubt, zu Tage; ich habe die Aufgabe, ihn in die Form des Systems aufzufassen, um ihn statt jener Afterweisheit in die Schule einzuführen.
Page 206 - Da wo ich bloß niederreiße und gegen andere Lehrmeinungen offensiv verfahre, bin ich streng kantisch; nur da wo ich aufbaue befinde ich mich in Opposition gegen Kant.
Page 212 - Wir fingen an zu philosophiren aus Uebermuth und brachten uns dadurch um unsere Unschuld; wir erblickten unsere Nacktheit und philosophiren seitdem aus Noth für unsere Erlösung.
Page 334 - Genies auf einmal, denen bloß ein alle bindendes, besonnenes Ich fehlt, ohne welches keine Philosophie und Poesie sich vollendet. Wie die Weiber, hat er sein Ich nicht zweimal, sehend und gesehen; daher fehlt ihm die hohe Freiheit, ein feindseliges Individuum zu verstehen und zu benutzen.
Page 183 - Störungen gelesen. Sie hat mir Freude gemacht. Fichte scheint mehr als alle seine Vorgänger in der Predigt des in die Welt gekommenen neuen Lichts auch noch für das am ersten Tage geschaffene Licht ein Auge - ich meine: wenigstens Ein Auge - offen behalten zu haben. Du lachst mich wohl aus...

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