Aus der Oberpfalz: sitten und sagen, Volume 3

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Popular passages

Page 368 - Kampfes ist abzusehen, wie dieß die Sage von Hilde, die jede Nacht die Erschlagenen weckt, daß sie am Morgen den Kampf von Neuem beginnen, schaurig schön ausdrückt. Eine Lehre, die solche Pflichten vorschrieb...
Page 149 - Hundert Jahre blieb der Bauer aus. Nach dieser langen Zeit, die ihm wie ein langer Morgen vorkam, erstand er aus dem Grabe und wollte zu Hause um sein Vieh umschauen, aber Niemand kannte ihn, Alles floh vor ihm.
Page 351 - Nein wird nicht alle. Auf dem Fäßchen sitzt ein Vogel, der stiegt um den Berg, so oft der Bart seines Herrn um den Tisch gewachsen ist, und schaut, wie die Sachen in der Welt draußen stehen und bringt seinem Gebieter davon Nachricht. Der König selber trägt nur ein Hüftenkleid, doch wenn Besuch kommt, kleidet er sich in altdeutsche Tracht und empfängt er die Gäste in dem großen Saale neben dem Gemache. Der Knappe trägt ihm dabei den langen Bart nach. — Mit ihm...
Page 368 - Heide fähig war, die tiefsinnigsten, bewunderungswürdigsten und inhaltreichsten Anschauungen über das Wesen der Welt und der Götter. Denn einer Idee war der Heide nicht fähig, der sittlichen Idee, daß man die Feinde lieben solle. Diese Idee hat das Heidenthum überwältigt...
Page 340 - ... und ewig bewegt sich das Laubdach des Baumes und teilt den Schauer des frierenden Wanderers. Darum heißt es hier: beim kalten Baum. Diefer steigt an achtzig Fuß empor und beugt seine Krone dankbar über das Wasser, das ihn nährt und tränkt. Er war ein Doppelbaum und steht nur mehr zur Hälfte. Jn dem Stamme ist eine Nische ausgefault, groß genug, um mehrere Menschen aufzunehmen. Sibylla Weis hat ihn gepflanzt, den Baum, den niemand kennt...
Page 352 - ... Esse, wo schon alles bereit war und schlug dem Gaule, der zunächst stand, das Eisen auf. Drauf führte ihn der Mann wieder zum Thore hinaus, und als dieser umschaute, lag nichts als ein Steinhaufen hinter ihm. Er merkte aber im Gehen, daß ihm die Rocktaschen schwer an die Beine schlugen, und griss in die Eine und zog Roßäpfel heraus.
Page 149 - Gast und ließ diesen halbtot vor Schrecken zurück. In seiner Angst lief er zum Pfarrer, damit er ihm helfe. Aber dieser erklärte ihm, daß seine Weigerung nichts helfen würde: doch wolle er ihn auf dem Gange begleiten. Als sie in den Friedhof traten, sahen sie ein Grab offen; der Tote...
Page 29 - Die Teufel führen ein fröhliches Leben in ihrer Hölle, wie die Götter in Walhalla: sie essen und trinken, singen, spielen und tanzen; der Weg nach der, gleich der heidnischen Unterwelt, im Norden liegenden Hölle geht abwärts, in das In» nere der Erde; die Eingänge dazu sind in den Wäldern und Wildnissen, in Höhlen oder durch Fallthüren und Dillesteine.
Page 369 - Idee müsten sie sich beugen, denn sie hätten ihr nichts entgegenzusetzen. Allein wir haben es jetzt mit modernen Heiden zu schaffen, die keinen Himmel voller Götter haben, aber wie sie kein Jenseits kennen, das Diesseits mit Teufeln erfüllen würden. Diesen gegenüber erscheinen die alten deutschen Heiden sittlich, fromm und gläubig, das alte Heidenthum hehr und heilig, eine würdige Vorhalle des Christenthums.
Page 352 - Willst du mir nicht meine Rosse beschlagen?" frug er den Schmid, und als dieser wenn auch furchtsam sich bereit erklärte, führte er ihn durch ein offenes Thor in eine Halle, wo eine Reihe von Pferden stand, so weit hinaus in die Ferne, daß er sie nicht absehen konnte. Der Schmid staunte und frug: „Alle diese Pferde soll ich beschlagen?

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