Wien, 1848-1888: Denkschrift zum 2. december 1888, Volume 2

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C. Konegen, 1888 - Education
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Page 46 - ... Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei. Unterrichts- und Erziehungsanstalten zu gründen und an solchen Unterricht zu erteilen, ist jeder Staatsbürger berechtigt, der seine Befähigung hiezu in gesetzlicher Weise nachgewiesen hat. Der häusliche Unterricht unterliegt keiner solchen Beschränkung. Für den Religionsunterricht in den Schulen ist von der betreffenden Kirche oder Religionsgesellschaft Sorge zu tragen.
Page 368 - In der Rolle des Mephistopheles, wie ich sie gebe, ist jede Gebärde, jeder Schritt, jede Grimasse, jedes Wort von Goethe; an der ganzen Rolle ist nicht so viel mein Eigenthum, als Platz hat unter dem Nagel!
Page 379 - Wie der Salamander nach der Sage im Feuer, so lebt sie in der Leidenschaft. Das Trauerspiel ist ihre Heimat, der Kampf auf Leben und Tod ihr eigentliches Element; da besitzt sie wahrhaft aufreizende und hinreißende Gebärden, Worte, die wie Blitze einschlagen und wie Donner rollen und grollen, furchtbare, markerschütternde Töne.
Page 520 - Ich fand hier die Herzlichkeit besserer Zeiten mit jener liebenswürdigen Regsamkeit des Südens vereinigt, welche oft dem deutschen Ernste versagt ist, und lebhaften Geschmack an geistiger Unterhaltung allgemein verbreitet.
Page 95 - Klasse der Bevölkerung, welcher die Pflege und Ausübung der industriellen Gewerbe obliegt, nicht diejenige technische Bildung aneignen, die ein so allgemeines und weit verbreitetes Bedürfnis ist. Die Folgen davon sind auffallend, und hierin ist ein Hauptgrund zu suchen, warum die österreichische Industrie in einzelnen Zweigen hinter jener unserer westlichen Nachbarn zurückgeblieben ist.
Page 508 - Tadel ungestraft austeilen, im Theater allein konnte das Volk die Souveränität der Gedankenfreiheit üben, da hatte es gelernt, sich zu fühlen, da machte es von dem Rechte der Selbstbestimmung Gebrauch. Im Theater wurde Wien mit dem Vereins- und Versammlungsrecht bekannt.
Page 372 - Blüthe brach. So ist sie nie alt geworden, sondern jung gewesen als Mädchen, als Frau, als Matrone, als Greisin, und die üppige Spitzenhaube ist der Achtzigerin so jugendlich gestanden, wie der Achtzehnjährigen die Rose im Haar.
Page 377 - Was das Burgtheater diese fünfundzwanzig Jahre an Sonnenthal besessen, was es heute noch an ihm besitzt, ja heute erst recht an ihm besitzt - wer weiß es nicht? Sonnenthal ist die lebendige Verkörperung der Traditionen des Burgtheaters. Einfach und wahr in Wort, Wink und Bewegung, das ist seine Kunst und das ist sein Zauber. Wenn sein Talent auch vielfach unter fremden Einflüssen gereift ist, wie denn Franzosen und Italiener nachhaltig auf ihn eingewirkt haben, so hat er doch seine beste Kraft...
Page 394 - Augen zu, um nicht zu bemerken, daß dieses bürgerliche Schauspiel eigentlich doch die nationale Form des Schauspiels in Deutschland wäre. Es ist noch heute so trotz aller gepredigten Theorie: Das einfache Schauspiel mit einfachen, wahrhaften Motiven, welches unter rührenden Szenen zu einem glücklichen Ausgang führt, ist und bleibt die populärste Form in unserem...
Page 310 - ... italienischen Sänger lagen die zwei mächtigsten Strömungen jener Tage zu Grunde: die nationale und die demokratische. Der ersteren war man sich vollkommen bewußt und betonte sie ungescheut: man wollte deutsches Wesen, deutsche Politik, deutsche Kunst. Fort mit den Erbfeinden...

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