Die Juden in Oesterreich

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L. Lamm, 1908 - Austria - 160 pages
 

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Page 69 - Im Falle eines Religionswechsels eines oder beider Elterntheile. beziehungsweise der unehelichen Mutter, sind jedoch die vorhandenen Kinder, welche das siebente Lebensjahr noch nicht vollendet haben, in Betreff des Religionsbekenntnisses ohne Rücksicht auf einen vor dem Religionswechsel abgeschlossenen Vertrag so zu behandeln, als wären sie erst nach dem Religionswechsel der Eltern, beziehungsweise der unehelichen Mutter, geboren worden.
Page 69 - Damit jedoch der Austritt aus einer Kirche oder Religionsgenossenschaft seine gesetzliche Wirkung habe, muss der Austretende denselben der politischen Behörde melden, welche dem Vorsteher oder Seelsorger der verlassenen Kirche oder Religionsgenossenschaft die Anzeige übermittelt.
Page 66 - Einwanderer aus". Großbritannien sind natürlich keine eingeborenen Engländer, da von diesen das Jüdische nicht mehr gesprochen wird, sondern Juden aus Osteuropa, die sich vor ihrer Einwanderung in die Vereinigten Staaten eine Zeit lang in Großbritannien aufgehalten haben ; entsprechendes gilt von den Einwanderern aus Deutschland und anderen Ländern. Die...
Page 163 - Materien, sodann aber durch Sammlung aller über die Juden neu erscheinenden zuverlässigen statistischen und demographischen Daten in einer von allen Parteitendenzen freien, rein wissenschaftlichen, dabei aber allgemein verständlichen Weise über alle Veränderungen im sozialen Leben der Judenheit zu unterrichten.
Page 39 - Sterblichkeit der Juden. Am ausschlaggebendsten für die Mindersterblichkeit der Juden ist die Tuberkulosesterblichkeit. Diese ist bei den Juden am geringsten, mag es sich um welche Form oder Lokalisation der Tuberkulose immer handeln, sei es um Lungentuberkulose, zu welcher die Erwachsenen das Hauptkontingent stellen, sei es um Gehirn- und Gehirnhauttuberkulose, an welcher die Kinder am meisten beteiligt sind. Schon der Umstand, daß auch die im Kindesalter häufigen Formen der Tuberkulose bei den...
Page 60 - Monarchie stehen hiernach die Juden inbezug auf die Kenntnis des Lesens und Schreibens hinter den Tschechen, Magyaren und Slowaken, aber vor den Polen, Kroaten, Slowenen und Ruthenen. Die Stellung der Juden ist in Wirklichkeit allerdings noch eine günstigere, weil ihre Auswanderung mehr als bei den anderen Nationalitäten eine Familienwandorung ist und die Zahl der mitauswandernden noch nicht schulpflichtigen Kinder die Zahl der Analphabeten vermehrt.
Page 57 - Nr. 222, von der Aufenthaltsgemeinde demjenigen österreichischen Staatsbürger nicht versagt werden, der nach erlangter Eigenberechtigung durch zehn der Bewerbung um das Heimatrecht vorausgehende Jahre sich freiwillig und ununterbrochen in der Gemeinde aufgehalten hat und während dieser Frist der öffentlichen Armenpflege nicht anheimgefallen ist <§ 2>. Zur Geltendmachung des Anspruches sind nicht bloß der...
Page 116 - Selbständige aus, 1000 1000 während bei den Katholiken nicht ganz ein Drittel hierzu gelangt. Die Zahl der jüdischen Angestellten ist im Verhältnis dreimal so groß als die der christlichen, die Arbeiterziffer nicht ganz halb so groß. Diese Verhältnisse wiederholen sich, wie Tabelle VII zeigt, mit gewissen Schwankungen in allen vier Hauptberufsklassen. Die Tabelle VII. Quoten der Taglöhner unter den Juden sind in allen Berufsklassen unternormal mit Ausnahme der Klasse Handel und Verkehr, wofür...
Page 98 - ... 15,6 Prozent sämtlicher Universitätshörer. Schon im Jahre 1851 beteiligten sich die Juden am Hochschulstudium in einem ihren Anteil an der Gesamtbevölkerung übersteigenden Grade und schon in der vorkonstitutionellen Ära der österreichischen Monarchie, also bevor die Juden die Bürgerrechte erlangt hatten (1868), stieg die Zahl der jüdischen Studierenden fortgesetzt. Als die Zeit, in der die Juden der höheren profanen Bildung fremd gegenüberstehen, kann daher nicht mehr die zweite, sondern...
Page 39 - ... bemerkt wurde, aber sie erscheint mir im Verhältnisse zum Alkoholismus und den Herzfehlern zu gering. Es gehören ferner zu den Erkältungskrankheiten akute Bronchialkatarrhe und deren Folgen (Chronische Bronchitis, Sonstige Krankheiten der Atmungsorgane und Lungen- und Lungen-Rippenfellentzündung). Alle diese Todesursachen weisen bei den Juden eine geringere Frequenz auf. Zum Teil hängen einige der bisher genannten Krankheiten mit der Beschäftigung zusammen. So z. B. Lungentuberkulose, Bronchialkatarrh,...

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