Machtsprüche: das herrscherliche Gestaltungsrecht "ex plenitudine potestatis" in der Frühen Neuzeit

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Böhlau Verlag Köln Weimar, 2009 - Papacy - 333 pages
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Machtspruche - d. h. furstliche Entscheidungen aus herrscherlicher Machtvollkommenheit (plenitudo potestatis), mit denen im Einzelfalle anerkanntes Recht ausser Kraft gesetzt wurde - werden in der Rechtshistorie wenig beachtet und zumeist anekdotisch zur Illustration absolutistischer Herrschaft referiert. Demgegenuber arbeitet die Studie heraus, dass Machtspruche weit davon entfernt waren, bloss faktischer Ausfluss furstlicher Willkurherrschaft zu sein. Vielmehr stellten sie das zentrale, vom 12. bis 19. Jahrhundert von der Rechtswissenschaft intensiv behandelte Rechtsinstitut zur Umsetzung des im Begriff der plenitudo potestatis abstrahierten herrscherlichen Anspruchs dar, das bestehende Recht und die subjektiven Rechte der Rechtsunterworfenen einseitig zu verandern. Somit stellt die hier detailliert aufgearbeitete rechtliche Dogmatik zu Machtspruchen einen sechs Jahrhunderte uberspannenden, bis heute fast ganzlich ignorierten Gradmesser fur die Akzeptanz und Beschrankung absolutistischer Herrschaft dar und ermoglicht der Historie und Rechtshistorie ein signifikant verbessertes Verstandnis der Entwicklung und Begrenzung von Staat und Herrschaft im fruhneuzeitlichen Europa.
 

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Contents

EINLEITUNG
1
Gang der Arbeit
8
Entwicklung einer Arbeitsdefinition für Machtsprüche
15
Kapitel Verwendungsgeschichte des Wortes Machtspruch
23
Kapitel Synonyme für das Wort Machtspruch
29
ZWEITERTEIL
35
Das Handeln motu proprio
66
Ergebnis Rechtliche Einschränkung des politischen Konzeptes
77
ABSCHNITT Grenzen aus dem Staatsrecht des Heiligen Römischen
139
Alternative ksl Entscheidungen verbotener Machtspruch oder
177
Der Kampf um die Unabhängigkeit des RHR
196
Die Reichsjustizverfassung als politische Ergänzung der gemeinrechtlichen
202
Landesherrliche Machtsprüche als Ausdruck einer absolutistischen
219
Kapitel Landesherrliche Machtsprüche in der vertikalen
224
Maßstäbe der Kontrolle landesherrlicher Machtsprüche
233
Übertragung der reichsrechtlichen Grundsätze auf die landesherrlichen
246

d Herrschaft als Zeichen fehlender Verantwortlichkeit?
83
Ausgewählte Fallgruppen der Einbettung der Lehre von der plenitudo
115
Praxisorientierte Rezeption ohne substantielle
124
Abkehr vom Konzept derplenitudopotestatis
130
ABSCHNITT Grenzen aus dem Staatsrecht nach Ende des alten Reiches
252
Behandlung der Kabinettsjustiz in den Bundesstaaten
260
Copyright

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