Joh. Friedrich Reichardt: Sein Leben und seine Werke, Volume 1

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Breitkopf, 1865 - 662 pages
 

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Page 329 - ... fast ganz deklamatorisch, sehr selten nur melodisch zu sein. Es ist gewiß ein unersetzlicher Verlust, daß der Künstler sie nie aufzeichnete; man hätte daran das eigentümliche Genie des großen Meisters am sichersten erkennen können, da er sich dabei durchaus an kein konventionelles Bedürfnis der modernen Bühne und Sänger band, sondern ganz frei seinem hohen Genius folgte, innigst durchdrungen von dem gleichen Geiste des Dichters. Hätte mich nicht Liebe zu einer ersehnten Braut meine...
Page 411 - Abänderungen wiederhole und sie nicht eher aufschreibe, als bis ich fühle und erkenne, daß der grammatische, logische, pathetische und musikalische Accent so gut miteinander verbunden sind, daß die Melodie richtig spricht und angenehm singt und das nicht für Eine Strophe, sondern für alle.
Page 411 - Meine Melodien entstehen jederzeit aus wiederholtem Lesen des Gedichts von selbst, ohne daß ich darnach suche, und alles was ich weiter daran thue, ist dieses, daß ich sie so lang mit kleinen Abänderungen wiederhole, und sie nicht eh...
Page 313 - Freude ist auch zugleich ein Gott alles Trostes — und beide entspringen gar hoch vom Himmel her aus seinem Vater- und Mutterherzen. Wäre der selige Wilhelm an natürlichen oder eingepfropften Blattern gestorben, so hätten Sie mehr Ursache sich zu beunruhigen und mit Fleisch und Blut zu hadem. Der Mensch weiß nichts. Gott allein die beste Art und Zeit.
Page 212 - Clavichord, dieses einsame, melancholische, unaussprechlich süße Instrument, wenn es von einem Meister verfertigt ist, hat Vorzüge vor dem Flügel und dem Fortepiano. Durch den Druck der Finger, durch das Schwingen und Beben der Saiten, durch die starke oder leisere Berührung der Faust, können nicht nur die musikalischen...
Page 532 - Revolution geworfen; ich aber, die greulichen, unaufhaltsamen Folgen solcher gewalttätig aufgelösten Zustände mit Augen schauend und zugleich ein ähnliches Geheimtreiben im Vaterlande durch und durch blickend, hielt ein für allemal am Bestehenden fest, an dessen Verbesserung, Belebung und Richtung zum Sinnigen, Verständigen ich mein Leben lang bewußt und unbewußt gewirkt hatte, und konnte und wollte diese Gesinnung nicht verhehlen.
Page 531 - Land" als vorzüglich bewundert wird. Unger teilte ihm die Lieder der folgenden Bände mit, und so war er von der musikalischen Seite unser Freund, von der politischen unser Widersacher; daher sich im stillen ein Bruch vorbereitete, der zuletzt unaufhaltsam an den Tag kam.
Page 329 - Hermannsschlacht' ahmte Gluck mehrmalen den Hörnerklang und den Ruf der Fechtenden hinter ihren Schilden nach; einmal unterbrach er sich auch, um zu sagen, daß er zu dem Gesänge erst noch ein eigenes Instrument erfinden müsse. Es ist schwer, von diesen Gesängen nach jenem Vortrage eine deutliche Vorstellung zu geben; sie schienen fast ganz deklamatorisch, sehr selten nur melodisch zu sein. Es ist gewiß ein unersetzlicher Verlust, daß der Künstler sie nie aufzeichnete; man hätte daran das...
Page 538 - Ich werde selbst einige Stücke schreiben, mich darinne einigermaßen dem Geschmack des Augenblicks nähern und sehen, ob man sie nach und nach an ein gebundenes, kunstreicheres Spiel gewöhnen kann.
Page 103 - Rendetemi il mio ben, numi tirannh, konnte man gar nicht oft genug von ihr hören, und es verging selten ein Tag, wo ich sie nicht von ihr mir erbat; aber auch nie habe ich ihr ohne die tiefste Herzensbewegung gelauscht. Dieser hohe Genuß hat mich vielleicht allein zu dem Künstler gemacht, der ich geworden bin.«*5 Reichardt und die Sängerin traten zusammen in den Leipziger »Liebhaberkonzerten...

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