Semiotics

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Roland Posner, Klaus Robering, Thomas Albert Sebeok
Walter de Gruyter, 1997 - Language Arts & Disciplines - 533 pages
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Jeder Mensch benutzt Zeichen und ist an Zeichenprozessen beteiligt. Jede Gesellschaft hat Vorstellungen darüber entwickelt, wie die Zeichen den Menschen helfen, sich in ihrer Umwelt zu orientieren und miteinander umzugehen. Jede Sprache enthält ein umfangreiches Vokabular an Wörtern für Spuren, Indizien, Symptome; Ausdrücke, Äußerungen, Hinweise; Symbole, Interpretationen, Modelle; Mitteilung, Interaktion, Kommunikation. Die etablierten Wissenschaften haben diese verschiedenen Zeichentypen lange als getrennte Erscheinungen betrachtet und sich geweigert, in ihnen ein einheitliches Phänomen zu sehen, das sich theoretisch erfassen lässt. Die Geistes- und Sozialwissenschaften haben die Zeichen in Sprache, Literatur, Kunst, Musik, Recht und Religion unabhängig voneinander thematisiert und sich so ihre Gemeinsamkeiten entgehen lassen. Die Ingenieurs- und Naturwissenschaften haben sich einer mechanistischen Konzeption der Natur und des Lebens verschrieben und damit die industriellen und postindustriellen Gesellschaften in Probleme geführt, aus denen sie mit den bisher angebotenen Mitteln nicht mehr herausfinden.

Wer die Zeichenprozesse in all ihren Varianten als einheitliches Phänomen begreift, dessen Auftreten die belebte Natur und die Kulturen der Menschen miteinander verbindet und von der unbelebten Natur unterscheidet, der hat den Schlüssel in der Hand, um den Geistes-, Sozial-, Ingenieurs- und Naturwissenschaften eine gemeinsame theoretische Basis für wohldefinierte arbeitsteilige Kooperation zu liefern. Wer das Verhalten der Menschen in ihren Kulturen unter dem Gesichtspunkt seiner Zeichenhaftigkeit zu betrachten gelernt hat, der kann auch das Leben in Familie und Beruf, Wirtschaft und Verwaltung, Kunst und Religion begrifflich als Einheit erfassen und so in seiner disziplinübergreifenden Vielfalt erforschen.

Die Semiotik hat sich dies zur Aufgabe gemacht. Nach wichtigen Anfängen in Antike und Mittelalter hat sie in der Zeit der Aufklärung ihren Durchbruch zur Wissenschaft geschafft und verfügt seit einem Jahrhundert über eine Reihe leistungsfähiger begrifflicher Grundlegungen, die in den letzten Jahrzehnten zu formalen Theoriefragmenten ausgebaut wurden. Wegen der großen Bedeutung der Semiotik für die Reorganisation der Wissenschaften und für die aufeinander bezogene Analyse von Natur und Kultur sind die Forderungen nach einer umfassenden Darstellung der Geschichte und Systematik immer dringlicher geworden.

Das Handbuch Semiotik bietet in seinen vier Bänden mit 178 Artikeln, die von 175 Autoren aus 25 Ländern verfaßt und in 16 Kapiteln gegliedert sind, sowohl den gegenwärtigen Forschungsstand der allgemeinen, deskriptiven und angewandten Semiotik als auch einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der Zeichenkonzeptionen in Philosophie, Ästhetik, Logik, Mathematik, Grammatik, Stilistik, Poetik, Musik, Architektur, bildender Kunst, Medizin, Physik, Chemie, Biologie, Psychologie, Soziologie, Ökonomie, Religion und Alltagsleben.

Abteilung A (Kapitel I bis IV) liefert in 31 Artikeln einen theoretisch durchstrukturierten Aufriss des gesamten Gebiets der Semiotik.
Abteilung B (Kapitel V bis XI) ergänzt in 68 Artikeln die in A gegebene systematische Präsentation der Semiotik als Wissenschaft durch eine in dieser Form erstmalige Darstellung des impliziten semiotischen Denkens der wichtigsten Kulturen der Welt und der aufeinander folgenden Epochen des Abendlands.
Abteilung C (Kapitel XII) gibt in 23 Artikeln die Vielfalt der heute virulenten Strömungen der Semiotik wieder.
Abteilung D (Kapitel XIII und XIV) untersucht in 36 Artikeln die Möglichkeiten einer systematischen Rekonstruktion der zeichenbezogenen Universitätsdisziplinen und interdisziplinären Wissenschaften auf semiotischer Basis.
Abteilung E (Kapitel XV) geht in 18 Artikeln auf ausgewählte Zeichenprobleme aus den heutigen industriellen und postindustriellen Gesellschaften ein, die in den herkömmlichen akademischen Wissenschaften nur am Rande oder überhaupt nicht behandelt werden.
Abteilung F (Kapitel XVI) bietet praktisch arbeitenden Semiotikern eine Reihe konkreter Arbeitshilfen an; sie gibt einen Überblick über semiotische Institutionen und Organisationen und orientiert über semiotische Nachschlagewerke und Zeitschriften. Der Personen- und Sachindex gestattet die Verwendung des Handbuchs als Enzyklopädie und Wörterbuch.

Mit diesem umfangreichen Angebot wendet sich das Handbuch an folgende Benutzergruppen:

  • Experten der Semiotik, die ihr historisches oder systematisches Wissen erweitern wollen,
  • Einzelwissenschaftler, die über ihre eigene Disziplin hinaus denken und deren Potential im System der Wissenschaften abschätzen wollen,
  • ausübende Künstler der verschiedenen Bereiche, die ihr Tun als Zeichenproduktion verstehen wollen,
  • kulturell Interessierte, die menschliches Verhalten im Alltagsleben der verschiedenen Kulturen als Zeichenpraxis begreifen wollen,
  • jeden an den Beziehungen zwischen Kultur und Natur Interessierten.

Mit seiner umfassenden Thematik, seiner übersichtlichen Gliederung und der didaktisch eingängigen Aufbereitung der Inhalte eignet sich das Handbuch auch als Grundlage akademischer Lehrveranstaltungen in Semiotik, Kulturgeschichte, Wissenschaftsphilosophie und in allen genannten Einzelwissenschaften.

 

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Three (four?) volumes specifically on Semiotics;
cloth cover;
color coded orange;
volumes: 13.1, 13.2, 13.3, (13.4?)
Additional volumes (how many?) on other special topics in linguistics;
color coded brown and red;
No index in above listed volumes;
Organized as articles;
Some articles in German and some in English;
Not side-by-side translations as some descriptions of this book imply;
 

Contents

Teilband Volume 4
3345
Roger French Sign conceptions in medicine from the Renaissance
3348
Rainer Volp Zeichenkonzeptionen in der Religion von
3355
Mario Baroni Sign conceptions in music from the Renaissance to
3356
Yishai Tobin Divination and futurology Mantik und Futurologie
3357
Pirmin StekelerWeithofer Semiotische Aspekte der Mathematik
3366
Peter Bøgh Andersen Berit Holmqvist Work Arbeit
3371
Gunter Gebauer Sport Sports
3381
Fedwa MaltiDouglas Sign conceptions in the Islamic World
3511
Umberto Eco Fakes in arts and crafts Fälschungen in Kunst und Kunstgewerbe
3571
Stephan MeierOeser Zeichenkonzeptionen in der Philosophie
3579
Antonio Tadiotto Ciphers and other secret codes Chiffren und Geheimkodes
3580
Klaus Robering Semiotik und Wissenschaftstheorie
3593
Jose Lambert Clem Robyns Translation Übersetzung
3594
Peter Mühlhäusler Universal languages and language planning Universalsprachen und Sprachplanung
3614
Richard Berendzen Bernard M Oliver Extraterrestrial communication
3615

Paul Bouissac Interspecific Communication Kommunikation zwischen Lebewesen verschiedener biologischer Arten
3391
Philip B Stafford Gerontology and geriatrics Gerontologie und Geriatrie
3397
Geschichte der abendländischen Semiotik
3404
Christiane Pankow Zeichenkonzeptionen in Rhetorik Stilistik
3405
Bennetta JulesRosette Tourism Tourismus
3408
Ute Werner Geschäftsleben Business
3421
Augusto Ponzio Ideology Ideologie
3436
Karl Grammer Körpersignale in menschlicher Interaktion Body signals in human interaction
3448
Harald Haarmann The development of sign conceptions in
3486
Ernest W B HessLüttich Dagmar Schmauks Multimediale Kommunikation Multimedia Communication
3501
Søren Kjørup Pictograms Piktogramme
3504
Reinhard Krüger EvaMaria BaxmannKrafft Bernd Hartlieb Zeichennormung für Handwerk und Industrie Standardization of signs for trade and indust...
3510
Extraterrestrische Kommunikation
3634
Anhang
3644
Bimal Krishna Matilal Jogesh Chandra Panda Sign conceptions
3645
Helmar Frank Semiotik und Informationstheorie
3688
Gloria Withalm Semiotic reference works and periodicals
3692
Semiotik und Einzelwissenschaften
3702
Personenindex Index of persons
3727
Sachindex Index of subjects
3813
Ethnosemiotik
3830
Gegenstand
3834
Kurt Brück Der thermische Kanal The thermal channel 325
3846
Copyright

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