Annalen der Literatur und Kunst des In- und Auslandes, Volume 1

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A. Doll., 1810 - Literature
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Page 416 - Das Rad der ändernden Zeit dreht sich indes unaufhaltsam; und da diese Nationen größtenteils den schönsten Erdstrich Europas bewohnen, wenn er ganz bebnut und der Handel daraus eröffnet würde; da es auch wohl nicht anders zu denken ist, als daß in Europa die Gesetzgebung und Politik statt des kriegerischen Geistes immer mehr den stillen Fleiß und den ruhigen Verkehr der Völker untereinander befördern müssen und befördern werden, so werdet auch ihr so tief versunkene, einst fleißige und...
Page 331 - In Konstantinopel zeigte sich die Pest. Obradovic schiffte sich daher mit einem polnischen Prälaten nach der Moldau ein, wo es ihm nicht an Schülern fehlte. Das Jahr darauf ging er in Gesellschaft moldauischer Kaufleute über Lemberg nach Leipzig, übernahm in Halle die Aufsicht über zwei moldauische...
Page 439 - Buche beides aus deinen Händen Herleihen, was die alten Maler in sie gaben, die Rose in die rechte, die Fackel in die linke; — nur lasse jene nicht stechen, diese nicht sengen; milder Duft und mildes Licht sind genug.
Page 441 - Der Krieg kommt endlich selber am Kriege um; seine Vervollkommnung wird seine Vernichtung, weil er sich seine Verstärkung abkürzt. Wie Schwarz - ein Name, der sein Pulver und dessen Zwecke und Käufer weissagte -jetzt schon die Zeit der Kriege in die Kraft derselben einschmilzt, so wird es künftig noch besser gehen — so daß Schwarz den zweiten Namen...
Page 419 - Die Tracht der Illyrier (aus Hacquets Beobachtungen auf einer Reise nach Semlin). Da der vieldeutige Nähme Illyrier wieder in Schwung kommen zu wollen scheint, so dürften hier ein paar Worte über denselben nicht überflüssig sein. 1) Im religiösen Sinne werden von der österreichischen Hofkanzlei unter der getreuen illyrischen Nation alle slavischen Unterthanen verstanden, die sich zur griechischen Kirche bekennen...
Page 333 - ... Swift, Pope etc. Er hätte ewig in England bleiben können, hätte nicht der Wunsch, seinen Serben wenigstens durch Schriften früher oder später noch nützlich zu werden, ihn dahin gezogen, wo es russische Lettern gab. Nach 6 Monaten Aufenthalt verliess er also England, von dem berühmten Medicus Fordyce mit einer kleinen englischen Bibliothek, und von seinen übrigen Wohlthätern mit Guineen auf die edelste Weise beschenkt. In einem Exemplar seiner eigenen...
Page 254 - Gs wundert dich, daß ein so garstig Ding, Als eine Raupe ist, zum schönsten Schmetterling In wenig Wochen wird; — mich wundert's nicht; Denn wiss, auch manche Schöne kriecht Als Raupe Morgens aus dem Bette, Und kömmt als Schmetterling von der Toilette.
Page 327 - Bücherlesen so liebe; denn es sei ein Sprichwort in den Klöstern: Wer viel liest, fastet wenig. Obradovic war damals freilich weit entfernt, ihm das zu glauben. Das kommende Frühjahr ward ihm dann der Kopf geschoren, und der Klostername Dositheus, den er sich in der Legende ausgewählt hatte, weil der Heilige dieses Namens auch, und zwar schon als Kind von 7 Jahren, aus den Armen der Eltern zu den Kalugjern geflohen war, beigelegt.
Page 329 - Büchlein ganz Dalmatien durchlief, und den Auctor zuerst das süsse Vergnügen, für ein dankbares Volk zu schreiben, und überhaupt an seinem Glücke zu arbeiten, empfinden lehrte, ein Vergnügen, in dem sich später alle seine Wünsche koncentrirten. Auch Beichte hörte er, nicht ohne Entzücken über die unschuldigen Sitten der Dalmatiner, deren grösste Sünden waren, dass sie am Mittwoch oder Freitag einen Krebs oder Fisolen mit Oehl gegessen, oder gar ein unfolgsames Schaf ausgeflucht hatten!
Page 327 - ... Dies war im Juni 1753, und Obradovic 14 Jahre alt. Der Hegumen (Guardian) nahm ihn selbst zum Jungen (Djak) an, hätte ihn aber beinahe wieder fortgejagt, als er sah, dass er nicht nur den Psalter, sondern jedes slawisch geschriebene Buch fertig lesen konnte; denn, sagte er, wenn du hörst, wie ich lese, wirst du mich auslachen , und das wird denn nicht gut enden. Kaum konnte Obradovic durch die aufrichtigsten Betheuerungen seiner Liebe und Ergebenheit diese nicht unpsychologische Furcht des...

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