Süddeutsche Monatshefte, Volume 1, Issue 2

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Paul Nikolaus Cossmann, Wilhelm Weigand
Suddeutsche Monatshefte, 1904
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Page 646 - Der Krieg ist also ein Akt der Gewalt, um den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen . . . Gewalt, dh die physische Gewalt . . . , ist also das Mittel, dem Feinde unseren Willen aufzudringen, der Zweck.
Page 1002 - Kein Operationsplan reicht mit einiger Sicherheit über das erste Zusammentreffen mit der feindlichen Hauptmacht hinaus. Nur der Laie glaubt, in dem Verlauf eines Feldzuges die konsequente Durchführung eines im voraus gefaßten, in allen Einzelheiten überlegten und bis ans Ende festgehaltenen, ursprünglichen Gedankens zu erblicken.
Page 982 - Krieges ist nämlich diejenige, wo der Zweck das Niederwerfen des Gegners ist, sei es, daß man ihn politisch vernichten oder bloß wehrlos machen und also zu jedem beliebigen Frieden zwingen will — , und diejenige, wo man bloß an den Grenzen seines Reiches einige Eroberungen machen will, sei es, um sie zu behalten, oder um sie als nützliches Tauschmittel beim Frieden geltend zu machen.
Page 984 - Erreichung ihrer Zwecke, sie wirkt entscheidend auf den Beginn und das Ende desselben ein, so zwar, daß sie sich vorbehält, in seinem Verlauf ihre Ansprüche zu steigern oder aber mit einem minderen Erfolg sich zu begnügen. Bei dieser Unbestimmtheit kann die Strategie ihr Streben stets nur auf das höchste Ziel richten, welches die gebotenen Mittel überhaupt erreichbar machen. Sie arbeitet so am besten der Politik in die Hand, nur für deren Zweck, aber im Handeln völlig unabhängig von ihr.
Page 982 - Je großartiger und stärker die Motive des Krieges sind, je mehr sie das ganze Dasein der Völker umfassen, je gewaltsamer die Spannung ist, die dem Kriege vorhergeht, um so mehr wird der Krieg sich seiner abstrakten Gestalt nähern, um so mehr wird es sich um das Niederwerfen des Feindes handeln...
Page 855 - ... zutraulich nahen darf, und ihm dankend ins freundliche Auge blicken. Verzeih den kindischen Gedanken! Es schadet nichts, daß ich da zufällig auf diesen Dichter komme, der sicher trefflich in seiner Art ist, denn Schneckenburger (er hat ihn sich kürzlich neu gekauft) sagte mir ja schon früher, daß Du ihn auch gerne leiden mögest. Was ihn besonders liebenswürdig macht, ist wohl auch seine Persönlichkeit, wie sie in der Biographie durch Voß trefflich geschildert ist; Du hast sie ohne Zweifel...
Page 989 - Soll ein Krieg ganz den Absichten der Politik entsprechen und soll die Politik den Mitteln zum Kriege ganz angemessen sein, so bleibt, wo der Staatsmann und der Soldat nicht in einer Person vereinigt sind, nur ein gutes Mittel übrig, nämlich den obersten Feldherrn zum Mitglied des Kabinetts zu machen, damit dasselbe teil an den Hauptmomenten seines Handelns nehme 18.
Page 823 - Schaar von Priestern und Büßern, Göttern und Menschen, nachdem er sie selbst verstanden und durchdrungen hat. Er verkündet die Lehre, deren Anfang begütigt, deren Mitte begütigt, deren Ende begütigt, die sinn- und wortgetreue, er legt das vollkommen geläuterte, geklärte Asketenthum dar. Diese Lehre hört ein Hausvater, oder der Sohn eines Hausvaters, oder einer, der in anderem Stande neugeboren ward. Nachdem er diese Lehre gehört hat, fasst er Vertrauen zum Vollendeten. Von diesem Vertrauen...
Page 859 - Das Werk ist mir ganz und gar über den Kopf gewachsen. Phaethon ist durchaus nicht mein Werk. Ich stehe unbedeutend neben ihm. Er ist unendlich genialischer als ich. Er ist mein Schöpfer, nicht ich der seine. Er ist mein Freund, den nur ich verstehe. O Eser! mir wirbelts oft! Lesen Sie ihn, verstehen Sie diesen Geist, dieses Streben: diese Kraft, und über ihr die zürnende Gottheit! weinen Sie über den Wahnsinnigen! Ich werde selbst fast wahnsinnig über dem Brüten. Ach und die reine, körperlose...
Page 1002 - Verwendung der bereitgestellten Mittel, also bei den Operationen. Hier begegnet unserem Willen sehr bald der unabhängige Wille des Gegners. Diesen können wir zwar beschränken, wenn wir zur Initiative fertig und entschlossen sind, vermögen ihn aber nicht anders zu brechen als durch die Mittel der Taktik, durch das Gefecht.

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