th. Lyrische gedichte

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Page 125 - Geselle, o toller Fant, Ich möchte dich kräftig umschlingen Und, Sehne an Sehne, zwei Schritte vom Rand Auf Tod und Leben dann ringen! Und drunten seh...
Page 205 - Umschleichen, ja, dann flüstre ich: Phantom, du bist nicht meinesgleichen! Bist nur entschlüpft der Träume Hut, Zu eisen mir das warme Blut, Die dunkle Locke mir zu blassen; Und dennoch, dämmerndes Gesicht, Drin seltsam spielt ein Doppellicht, Trätest du vor, ich weiß es nicht, Würd ich dich lieben oder hassen?
Page 115 - Moor zu gehn, Wenn das Röhricht knistert im Hauche! Fest hält die Fibel das zitternde Kind Und rennt als ob man es jage; Hohl über die Fläche sauset der Wind — Was raschelt drüben am Hage? Das ist der...
Page 154 - Da möchte ich gleich auf den Schemel knien Und die guten Hände ihm küssen. Heut bin ich in aller Frühe erwacht, Beim ersten Glitzern der Sonnen, Und habe mich gleich auf die Sohlen gemacht, Zum Hügel drüben am Bronnen; Erdbeeren fand ich, glüh wie Rubin, Schau, wie im Korbe sie lachen! Die stell' ich ihm nun an das Lager hin, Da sieht er sie gleich beim Erwachen. Ich weiß, er denkt mit dem ersten Blick: Das tat meine alberne Barbe!
Page 409 - Lebt wohl, es kann nicht anders sein ! Spannt flatternd eure Segel aus, Laßt mich in meinem Schloß allein, Im öden geisterhaften Haus. Lebt wohl und nehmt mein Herz mit euch Und meinen letzten Sonnenstrahl ; Er scheide, scheide nur sogleich, Denn scheiden muß er doch einmal.
Page 178 - Wort, und wär es scharf wie Stahles Klinge, Soll trennen, was in tausend Fäden Eins, So mächtig kein Gedanke, daß er dringe Vergällend in den Becher reinen Weins; Das Leben ist so kurz, das Glück so selten, So großes Kleinod, einmal sein statt gelten! Hat das Geschick uns, wie in frevlem Witze, Auf feindlich starre Pole gleich erhöht, So wisse, dort, dort auf der Scheidung Spitze Herrscht, König über alle, der Magnet, Nicht fragt er, ob ihn Fels und Strom gefährde, Ein Strahl fährt mitten...
Page 339 - Das Käuzlein knackt und hustet drein; Ein jäher Windesodem schwellt Gezweig und Kronenschmuck des Hains; — Die Uhr schlägt Eins. Und drunten das Gewölke rollt und klimmt; Gleich einer Lampe aus dem Hünenmale Hervor des Mondes Silbergondel schwimmt, Verzitternd auf der Gasse blauem Stahle; An jedem Fliederblatt ein Fünkchen glimmt, Und hell gezeichnet von dem blassen Strahle Legt auf mein Lager sich des Fensters Bild, Vom schwanken Laubgewimmel überhüllt. Jetzt möcht...
Page 280 - Spann' um Spann', wie ein wunder Edelhirsch schreitet, in immer engerem Kreis gehetzt, des Lagers Pfosten ergreift er zuletzt. Da steht er keuchend, sinnt und sinnt, die müde Seele zu laben, denkt an sein liebes, einziges Kind, seinen zarten, schwächlichen Knaben, ob dessen Leben des Vaters Gebet wie eine zitternde Flamme steht. Hat er des Kleinen Stammbaum- doch gestellt an des Lagers Ende, nach dem Abendkusse und Segen noch drüber brünstig zu falten die Hände; im Monde flimmernd das Pergament...
Page 340 - Da flammt's im Osten auf, — o Morgenglut! Sie steigt, sie steigt, und mit dem ersten Strahle Strömt Wald und Heide vor Gesangesflut, Das Leben quillt aus schäumendem Pokale, Es klirrt die Sense, flattert Falkenbrut, Im nahen Forste schmettern Jagdsignale, Und wie ein Gletscher sinkt der Träume Land Zerrinnend in des Horizontes Brand.
Page 130 - Und — horch, die Wachtel schlug ! kühl strich der Hauch — Und noch zuletzt sah ich, gleich einem Rauch, Mich leise in der Erde Poren ziehen. Ich fuhr empor und schüttelte mich dann, Wie einer, der dem Scheintod erst entrann, Und taumelte entlang die dunklen Hage, Noch immer zweifelnd, ob der Stern am Rain Sei wirklich meiner Schlummerlampe Schein Oder das ew'ge Licht am Sarkophage.

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