Die Bücher der Hirten- und Preisgedichte, der Sagen und Sänge und der hängenden Gärten

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Klett-Cotta, 1894 - 151 pages
 

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Popular passages

Page 18 - Zerpflücken konnte . wenn er seine flügel Gefärbt wie mit dem saft der Tyrer-schnecke Zu schwerem niedrem flug erhoben: habe Er einer dunklen wolke gleichgesehn. Des tages sei er im gehölz verschwunden...
Page 14 - DER TAG DES HIRTEN Die herden trabten aus den winterlagern. Ihr junger hüter zog nach langer frist Die ebne wieder die der fluss erleuchtet. Die froh.erwachten äcker grüssten frischIhm riefen singende gelände zu. Er aber lächelte für sich und ging Voll neuer ahnung auf den frühlingswegen. Er übersprang mit seinem stab die furt Und hielt am andern ufer wo das gold Von leiser flut aus dem geröll gespült Ihn freute...
Page 7 - Es steht wohl an vorauszuschicken dass in diesen drei werken nirgends das bild eines geschichtlichen oder entwickelungsabschnittes entworfen werden soll: sie enthalten die Spiegelungen einer seele die vorübergehend in andere Zeiten und örtlichkeiten geflohen ist und sich dort gewiegt hat...
Page 60 - Sieh mein kind ich gehe Dass auf deiner wange Nicht der duft verwehe. Würde dich belehren . Müsste dich versehren Und das macht mir wehe. Sieh mein kind ich gehe.
Page 67 - Lilie der auen! Herrin im rosenhag! Gib dass ich mich freue . Dass ich mich erneue An deinem gnadenreichen krönungstag. Mutter du vom licht . Milde frau der frauen . Weise deine güte Kindlichem gemüte Das mit geäst und moos dein bild umflicht. Frau vom guten rat! Wenn ich voll vertrauen Wenn ich ohne sünde Deine macht verkünde: Schenkst du mir worum ich lange bat?
Page 86 - Wenn ich heut nicht deinen leib berühre Wird der faden meiner seele reissen Wie zu sehr gespannte sehne. Liebe zeichen seien trauerflöre Mir der leidet seit ich dir gehöre. Richte ob mir solche qual gebühre . Kühlung sprenge mir dem fieberheissen Der ich wankend draussen lehne.
Page 20 - Sie seufzte leis und unsre väter gingen mit Geschlossnen munds bis an die marken • hingen dann Zur trennung uns die feingeschnizten tafeln um Aus tannenholz - wir werfen etliche davon Wenn einer aus den lieben brüdern stirbt ins grab.
Page 18 - DER HERR DER INSEL Die fischer überliefern dass im süden Auf einer insel reich an zimmt und öl Und edlen steinen die im sande glitzern Ein vogel war der wenn am boden fussend Mit seinem schnabel hoher stämme krone Zerpflücken konnte . wenn er seine flügel Gefärbt wie mit dem saft der Tyrer-schnecke Zu schwerem niedrem flug erhoben: habe Er einer dunklen wolke gleichgesehn.
Page 87 - Das schöne beet betracht ich mir im harren • Es ist umzäunt mit purpurn-schwarzem dorne Drin ragen kelche mit geflecktem sporne Und sammtgefiederte geneigte farren Und flockenbüschel wassergrün und rund Und in der mitte glocken weiss und mild Von einem ödem ist ihr feuchter mund Wie süsse frucht vom himmlischen gefild.
Page 63 - Oder ob du glück erwirbst. tiin edelkind sah vom balkon In den frühling golden und grün • Lauschte der lerchen ton Und blickte so freudig und kühn. Ein fiedler - fiedler komm Und gib deinen liebsten sang! Das edelkind horchte fromm Dann ward ihm traurig und bang. Was sang er mir solches lied? Ich warf ihm vom finger den ring. Böser trugvoller schmied Der mich mit fesseln umfing! Kein frühling mehr mich freut • Die blumen sind alle so blass. Träumen will ich heut Weinen im stillen gelass.

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