Faust: ein Trauerspiel in fünf Aufzügen

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J.B. Wallishausser, 1816 - 103 pages
 

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Page 8 - Auf diese Weise wird eine ganz geschickte Exposition gegeben. Wir erfahren, dass Faust die Bibel gedruckt habe. Auch das Feuerrohr für das Pulver des Berthold Schwarz hat er erfunden. „Ein Höllenwerk" nennt Diether, von bangen Ahnungen erfüllt, diese Erfindung: „Von früh her trieb der Faust Astrologie, Und schaute frech die Zukunft aus den Sternen ! Ich hab' ihn oft verwarnt; denn solche Kunst Ist schon Geschwisterkind mit Teufelswerken.
Page 23 - Töne klingen, Der Hirte bläst sein heimisch Abendlied! — Ha, wie sie freundlich zu dem Herzen dringen, Aus dem der düstre Groll von hinnen flieht; Mit ihnen möchte sich die Seele schwingen Zur Ferne, wo die Sonne unterglüht, Mit jenen Feuerwogen sich vereinen, Die purpurn an dem Himmel widerscheinen!
Page 25 - Q knie nicht für mich — — das ist vergebens! Zum Himmel schwingst du nie mich mit dir auf; Doch laß der Erde Freuden uns genießen, Und fühle glühend mit in meine Seele, Wenn sie des Lebens Hochgenuß berauscht! — (Indem er auf die Erscheinung zueilen will, verschwindet sie mit einem Donnerschlag.
Page 75 - ... ängstlich eingießt). O lieber Faust! FAUST. Laß das! Hinweg! (Nachdem er getrunken.) Jetzt wird mir wohl und glühend! (In einer Betäubung wild auflachend.) Haha! - jetzt soll's (Er gießt rasch und mit einer Wendung das Fläschchen in den zweiten Pokal, dann blickt er scheu auf KÄTHEN.) Was bist du denn geschmückt? So weiß, wie eine (tief in sich hinein abbrechend) Todte - ! KÄTHE (wieder Math fassend).
Page 26 - Auch feßl' ich dich von jetzt an meine Fersen ; ^ Doch daß du nicht das Ebenbild des Herrn Durch trügerisches Eonterfey entehrst. So wandele den Abscheu deiner selbst In eines Hunds verworfene Gestalt, Und winde dich im Staub zu meinen Füßen, Daß ich dich trete, wenn mein Grimm entbrennt — (es donnert wüthend in der Höhle...
Page 17 - Verderbend möcht' ich durch das Leben stürmen , Und allen Haß in meiner Brust erschöpfen! Und wenn ich meiner Wut!) genug gethan , Dann hoch und königlich darüber herrschen, Und seinen vollen Freudenbecher schwingen. Ha! nieder dann mit diesen engen Schranken, Ich fühl...
Page 23 - Doch wurmt mich's, für so ein alltägliches Leben Ihm auch nur die Hoffnung des Preises zu geben! (Wilder.) Genießen will ich, glühend heiß genießen, Und nimmer welken soll mir der Genuß; Ins Herz des Lebens will ich überfließen, Berauschen mich an seinem schönsten Kuß; Doch Dauer sei dem Augenblick gegeben, Rauscht er hinweg, mag ich ihn nicht durchleben!
Page 16 - ... Nachdenken.) Wohl gab es eine Zeit — ich denke ihrer — Wo jene Töne mir zum Herzen sprachen! Du schönes Traumbild meiner Iugendjahre, Der süßen Unschuld frommer Kinderglaube, Du bist dahin, und kehrst mir nimmer wieder! Hier war mein Spielplatz, am St. Claren Kirchhof, Der Mutter Grab schuf ich zum Blumengarten, Und als ihm eine Lilie entsprossen, Erschien sie mir der Lichtglanz ihrer Seele! (Ergriffen.) V>e Mutter ruht dort auch!
Page 77 - Trink' mir es zu! Käthe. Der Wein hat Dich erhitzt! Faust, (wüthend.) Trink' , sag' ich ! Käthe, (sanft.) Gern, mein Faust! (sie trinkt.) Faust, (hastig und schaudernd.) Halt ! Helenens Stimme, (ein lautes, tückisches Gelächter anschlagend.) Hahaha ! (Die Gestalt im Hintergründe schleudert den Dolch hoch in die Luft u,d verschwindet bei) einem »litzslrahle.
Page 78 - KÄTHE Der Gnade Born ist unerschöpflich! Drum fasse Muth, wie du dich auch vergarnt; Ein reiner Engel unterstützt mein Flehen, Verdoppelt steigt es auf zu seinen Höhen! FAUST (hastig sie zurückdrängend). Hinweg! KÄTHE (in einem Anklänge wilder Begeisterung). Ja, müßt' ich selbst mich für dich opfern; Wenn alles reißt - ich bin dazu bereit!

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