Die deutsch grammatik ...

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P. Balz, 1836 - German language - 619 pages
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Common terms and phrases

Popular passages

Page 111 - Es gibt gar viele Arten von Reinigung und Bereicherung, die eigentlich alle zusammengreifen müssen, wenn die Sprache lebendig wachsen soll. Poesie und leidenschaftliche Rede sind die einzigen Quellen, aus denen dieses Leben hervordringt, und sollten sie in ihrer Heftigkeit auch etwas Bergschutt mitführen, er setzt sich zu Boden und die reine Welle fließt darüber her.
Page 105 - Markt drum fragen und denselbigen auf das Maul sehen, wie sie reden, und darnach dolmetschen; so verstehen sie es denn und merken, daß man deutsch mit ihnen redet.
Page 529 - Ausdehnung des natürlichen auf alle und jede Gegenstände. Durch diese wunderbare Operation haben eine Menge von Ausdrücken, die sonst todte und abgezogene Begriffe enthalten, gleichsam Leben und Empfindung empfangen, und indem sie von dem wahren Geschlecht Formen, Bildungen, Flexionen entlehnen, wird über sie ein die ganze Sprache durchziehender Reiz von Bewegung und zugleich bindender Verknüpfung der Rcdcglieder unvermerkt ausgegossen.
Page 111 - ... die wahre, allein zuträgliche ausgleichung steht in der macht des unermüdlich schaffenden Sprachgeistes, der wie ein nistender vogel wieder von neuem brütet, nachdem ihm die eier weggetan worden...
Page 599 - Unser bestreben geht jetzo dahin, die fremden ausdrücke grade so beizubehalten und auszusprechen, wie sie bei dem volk, von welchem wir sie übernehmen, im gange sind; wir meinen die treue gegen das fremde wort zu verletzen, wenn wir ihm etwas an seiner betonung entziehen, einen buchstaben darin unterdrücken oder sein genus verändern, und geben lieber die uns selbst schuldige treue auf, indem wir unserm angebornen sprachorgan alle moegliche gewalt thun.
Page 535 - Bewegliche, Zeugende; das Femininum das Spätere, Kleinere, Weichere, Stillere, das Leidende, Empfangende; das Neutrum das Erzeugte, Gewirkte, Stoffartige, Generelle, Unentwickelte, Kollektive.
Page 87 - ein dialect ist so alt und ebenbürtig, als der andre, ehmahls aber sprach der gemeine mann wie der edle, heute ist die aus verschmelzung der völkerschaften errungene sprache eigenthum des gebildeten theils, also jedem erwerbbar; der ungebildete theil bleibt bei der angestammten mundart und pflanzt sie fort, sie hat lebenswärme, bildungswärme geht ihr ab.
Page 535 - Auf diesem Wege allein kann es vielleicht gelingen, Analogien aufzuspüren, denen die menschliche Einbildungskraft nachgehangen hat, indem sie das natürliche Geschlecht auf eine unabsehbare Menge anderer Substantiva übertrug.
Page 599 - ... Volke, bei jeder Sprache fehlschlugen. Jener engherzige Purismus , der nicht zufrieden war , die Sprache von dem überflüssigen fremden Ballaste zu befreien, sondern jedes fremde Wort gleichsam wie eine Makel aus der Muttersprache verdrängen wollte , hat sich überlebt. W'ahr sind J. Grimms Worte: „die Aufnahme fremder Wörter ist natürlich und unvermeidlich; sie verletzt kein Nationalgefühl, weil zwischen allen Völkern ein gegenseitiger Austausch der Sachen und Wörter stattfindet und...

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