Humanabfälle: Zur Anwendbarkeit des Müllbegriffs auf Körpersubstanzen und dem Umgang mit 'Humanabfällen'

Front Cover
GRIN Verlag, 2009 - 64 pages
0 Reviews
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Kulturwissenschaften - Sonstiges, Note: 1,0, Humboldt-Universität zu Berlin (Institut für Kunst- und Kulturwissenschaft), Veranstaltung: Kulturgeschichte und Ästhetik des Mülls, Sprache: Deutsch, Abstract: Es sollen hier Überlegungen zur Wertkategorie Müll aus kulturwissenschaftlicher Perspektive auf ihre Implikationen hinsichtlich des biophysiologischen Abfalls des menschlichen Körpers überprüft werden. Dabei sollen, neben einer Einordnung von Humanabfällen in Michael Thompsons Modell des Güterumlaufs (mit Hinführung auf die Problematik einer solchen Analogie) und Gedanken über ihre Entstehung und Verwendung, auch die juristische Betrachtungsweise und die Reglementierung der Entsorgungspraxis Beachtung finden. Auffällig ist, dass in der deutschsprachigen Literatur zur Fragmentierung des Körpers hauptsächlich der symbolische Umgang mit und Repräsentation von Körperteilen sowie (Zer)Störung des Körperbildes als Topoi in bildender Kunst, Literatur und Sprache im Fokus stehen. Wo es um reelle Fragmentierungen von Körpern geht, verläuft die Darstellung oft entlang der Kausalität und der Kompensation, d.h. Ethologie des Verlusts in der Medizin und Prothetisierung des Körpers als wissenstheoretisches Telos der Menschheit. Die subjektzentrierte Betrachtung der Ursachen und Folgen von Fragmentierung umgeht dabei das Objekt, das im Vorgang der Absonderung von Körpern entsteht. Eine adäquate Adressierung abgesonderter Körpersubstanzen und abgetrennter Körperteile selbst als Gegenstand kultureller Praxis steht dagegen noch aus. Die Konfrontation mit der Tatsache, das unsere Kultur nach wie vor an menschlichen, biologischen >RestenRückständenUnberührbarkeit

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Bibliographic information