Leben des generals Carl von Clausewitz und der Frau Marie von Clausewitz geb. gräfin von Brühl, Volumes 1-2

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F. Dümmler, 1878
 

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Page 115 - Wäre es möglich, nach einer Reihe von Drangsalen, nach Leiden ohne Grenzen, aus den Ruinen sich wieder zu erheben, wer würde nicht gern alles daran setzen, um den Samen einer neuen Frucht zu pflanzen, und wer würde nicht gern sterben, wenn er hoffen könnte, daß sie mit neuer Kraft und Leben hervorginge! — Aber nur auf einem Wege, mein lieber Clausewitz, ist dies möglich. — Man muß der Nation das Gefühl der Selbständigkeit einflößen...
Page 116 - Man muß der Nation das Gefühl der Selbständigkeit einflößen, man muß ihr Gelegenheit geben, daß sie mit sich selbst bekannt wird, daß sie sich ihrer selbst annimmt; nur erst dann wird sie sich selbst achten und von anderen Achtung zu erzwingen wissen.
Page 436 - Ich glaube und bekenne: daß ein Volk nichts höher zu achten hat als die Würde und Freiheit seines Daseins; daß es diese mit dem letzten Blutstropfen verteidigen soll...
Page 436 - Ich erkläre und beteuere der Welt und Nachwelt, daß ich die falsche Klugheit, die sich der Gefahr entziehen will, für das Verderblichste halte, was Furcht und Angst einflößen können...
Page 435 - Bekenntnisse der Furcht und der Mutlosigkeit gekommen sind, wie es an der Tagesordnung ist, sind nicht auf immer verloren, sondern könnten und würden sich zu einem besseren Dasein erheben, wenn ihnen dazu die Hand gereicht würde. Man kann es bei aller Anhänglichkeit an die Regierung sich nicht verhehlen, daß vorzüglich der Mangel an Vertrauen zu ihr die Quelle der allgemeinen Mutlosigkeit ist. Ebensowenig Vertrauen hat die Regierung gegen die Untertanen, ja sogar gegen sich selbst. Dieser gänzliche...
Page 116 - Ganzen in Betracht. Ich habe den besten Willen, zu wirken, wo ich kann; ich bin aber nicht dazu gemacht, mir Anhang und Zutrauen durch persönliche Bearbeitung zu verschaffen.
Page 435 - Geistesvermögens; von dem unvernünftigen Mißtrauen in die uns von Gott gegebenen Kräfte; von der sündhaften Vergessenheit aller Pflichten für das allgemeine Beste; von der schamlosen Aufopferung aller Ehre des Staates und Volkes, aller persönlichen und Menschenwürde.
Page 284 - Welch ein Kind ich bin! Konnte ich etwas anderes erwarten? Habe ich etwas anderes erwartet ? Nein ! Und doch bin ich wie ein Verzweifelnder, der alles in einem Momente und auf ewig verlor ! So verschieden ist die Wirklichkeit von der bloßen Vorstellung, die äußere Erscheinung der Dinge von der inneren.
Page 237 - Wie ist alles so verändert! Wieviel ist an Hoffnungen und an Eigentum verlorengegangen! Verwaist irren wir Kinder eines verlorenen Vaterlandes umher, und der Glanz des Staates, den wir bilden halfen, ist erloschen. Wie an des Tempels edlem Gebäude der kleinste Schmuck seine edle Bestimmung mit Stolz zu fühlen scheint, so schwang sich mit des Staates Hoheit auch unser Bewußtsein empor, und jetzt, wie die Ruinen eines verfallenen Tempels, sind wir kaum gut genug, einer ärmlichen Hütte das hölzerne...
Page 516 - Zu fürchten haben wir jetzt eigentlich nichts mehr, alles zu hoffen. In diesem Zustande ist alles, was geschieht, jede neue Bewegung, jeder neue Stoß in der politischen Welt, ein Prinzip neuer Hoffnung. So gehe ich jetzt mehr als je der Zukunft mutigen Schrittes entgegen.

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