Geschichte des Fräuleins von Sternheim, Issue 138

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Zeitverl. Bucerius, 1907 - 345 pages
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Review: Geschichte des Fräuleins von Sternheim

User Review  - Sandra - Goodreads

This novel has the honour of being called the first German women's novel. It was written in 1771, in the period called the Vormärz. A difficult time to be sure, with revolution in the air. That is ... Read full review

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Page 229 - Geschöpf murret darüber; aber die nachdenkende Seele sieht die erweichende Oberfläche unsers Wohnplatzes mit Rührung an. Dürre Blätter und gelbes Gras werden durch Herbstregen zu einer Nahrung der Fruchtbarkeit unsrer Erde bereitet; diese Betrachtung läßt uns gewiß nicht ohne eine frohe Empfindung über die Vorsorge unsers Schöpfers, und gibt uns eine Aussicht auf den nachkommenden Frühling.
Page 49 - Güte, einen 3« schönen Mund, schöne Zähne. Die Stirne hoch, und, um schön zu seyn, etwas zu groß, und doch konnte man sie in ihrem Gesichte nicht anders wünschen. Es war so viel Anmuth in allen ihren Zügen, so viel edles in ihren Gebehrden, daß sie, wo sie nur erschien, alle Blicke auf »5 sich zog.
Page 118 - Die Natur selbst habe die Anweisung hiezu gegeben, als sie z. E. in der Leidenschaft der Liebe den Mann heftig, die Frau zärtlich gemacht; in Beleidigungen jenen mit Zorn, diese mit rührenden Tränen bewaffnet; zu Geschäften und Wissenschaften dem männlichen Geiste Stärke und Tief...
Page 7 - Art zu denken, zu reden und zu handeln, mehr der Natur und ihren eigenen Erfahrungen und Bemerkungen, als dem Unterricht und der Nachahmung zu danken habe; daß es eben daher komme, daß sie so oft anders denkt und handelt als die meisten Personen ihres Standes; daß dieses Eigene und Sonderbare ihres Characters, und vornehmlich der individuelle Schwung ihrer Einbildungskraft natürlicher weise auch in die Art ihre Gedanken einzukleiden oder ihre Empfindungen auszudrücken einen starken Einfluß...
Page 76 - Jahre 5 die erste Stelle an einem großen Hofe bekleidet hatte, seine letzten Tage auf diesem angenehmen Landsitz verlebte. Seine Güte und Leutseligkeit scheint seinen Erben, mit den Gütern, eigen geworden zu seyn, daher sich immer die beste Gesellschaft der umliegenden Einwohner bey ihnen w versammelt.
Page 2 - Verlangen nicht widerstehen konnte, allen tugendhaften Müttern, allen liebenswürdigen jungen Töchtern unsrer Nation ein Geschencke mit einem Werke zu machen, welches mir geschickt schien, Weisheit und Tugend, - die einzigen großen Vorzüge der Menschheit, die einzigen Quellen einer wahren Glückseligkeit - unter Ihrem Geschlechte, und selbst unter dem meinigen, zu befördern.
Page 17 - O Sophie, warum bist du die Schwester meines Freundes! warum bestreiten die Vorzüge deiner Geburt die edle, die zärtliche Neigung meines Herzens!
Page 42 - Das Tanzen, soviel eine Dame davon wissen soll, war eine Kunst, welche eher von ihr eine Vollkommenheit erhielt, als daß sie dem Fräulein welche hätte geben sollen...
Page 3 - Möchte mich der Himmel die Glückseligkeit erfahren lassen, diese ungeschminkte Aufrichtigkeit der Seele, diese sich immer gleiche Güte, dieses zarte Gefühl des Wahren und Schönen, diese aus einer...
Page 118 - Kreise bliebe, liefen beyde in der nehmlichen Bahn, wiewohl in zwoen verschiednen Linien, dem Endzweck ihrer Bestimmung zu; ohne daß durch eine erzwungene Mischung der Charakter die moralische Ordnung gestört würde.