Christoph Anton Kardinal Migazzi: Fürsterzbischof von Wien, Volume 1

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Kitz, 1890 - 908 pages
 

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Page 724 - Majestät, überzeugt einerseits von der Schädlichkeit alles Gewissenszwanges, und andererseits von dem großen Nutzen, der für die Religion und den Staat aus einer wahren christlichen Toleranz...
Page 578 - Die Stempelung und die daraus entstehende Belegung der verschiedenen Hei tuugen, öffentlichen Tags- und Wochenblätter und sämtlicher Broschüren, dann Ko mödien, ist allerdings als das wirksamste Mittel einzuführen, die Sudler, die schon seit der bestehenden Preßfreiheit so viel Unsinn und wenigstens so viel abgeschmacktes Zeug zur Schande der sogenannten aufkeimenden Nationalliteratur und Aufklärung hervorgebracht haben, künftig zu mäßigen und auch künftig dergleichen Schrifteinführung...
Page 368 - Ermessen wirklich geändert werden. Denn einmal itzt glaubt doch in der ganzen Christenheit kein Gelehrter mehr an die Unfehlbarkeit des Papstes für seine Person. Er mag hernach von der Kanzel oder von seinem Schreibepulte geredet haben , so wie im Gegentheile kein frommer wahrer Christ, die Unfehlbarkeit der allgemeinen Kirche in Glaubenssachen in Zweifel ziehet. Warum...
Page 582 - Entschlüsse, und sehe dies gegenwärtige Produkt als den Inbegriff aller Schmähungen mit eben der Verachtung an, womit ich jede einzelne angesehen habe. Mein Betragen war immer das nämliche: ich war beflissen, es nach den Pflichten zu messen, die ich Gott, seiner Kirche, dem Landesfürsten, der Rechtschaffenheit und meinem Gewissen schuldig bin. Stets hab ich nach meinen Grundsätzen gehandelt und mein Gewissen macht mir durch Gottes Gnade keine Vorwürfe, dass ich mein Hirtenamt saumselig verwaltet...
Page 258 - Ich kann nicht leugnen", sagt der venezianische Gesandte Mocenigo 1737, „es hat etwas Widernatürliches, wenn man die katholischen Regierungen sämtlich in so großen Zwistigkeiten mit dem römischen Hofe erblickt, daß sich keine Versöhnung denken läßt, die nicht diesen Hof an seiner Lebenskraft verletzen müßte. Sei es größere Aufklärung, wie so viele annehmen, oder ein Geist der Gewalttätigkeit gegen den Schwächeren, gewiß ist es, daß die Fürsten mit raschen Schritten darauf losgehen,...
Page 486 - Der Priester hat sein Gesetz, der Despot hat keins; jener beredet, letzterer zwingt; jener predigt Gott, letzterer sich. Man spricht weder die Unfehlbarkeit; wer darf eine Verordnung unweise oder ungerecht nennen, und ihr Gehorsam versagen?
Page 756 - ... jene der Liebe des Nächsten ausgenommen, so in jeder Pfarre sein, die Stelle zugleich der Bruderschaft des heiligen Sacramentes vertreten und das Viaticum zu den Kranken begleiten wird. Nr. 19. Von der Kundmachung der landesfürstlichen Verordnungen von der Kanzel hat es...
Page 267 - Vergangenheit gar nicht und selbst über die Gegenwart nur sehr wenig unterrichtet. Wenn ich diese sogenannten Gelehrten, diese Philosophen, in ihren Unternehmungen glücklicher, in ihrem Privatleben zufriedener sehen würde, dann...
Page 644 - Die Fürsten bekamen von dem an größere Macht über die Geistlichkeit, aber indem für die ' Völker der Gewinn so groß nicht schien, als er hätte seyn können, wurde die Zahl der Mißvergnügten durch die Zahl der Geistlichen ungemein verstärkt, und weisen Männern bald bemerklich, daß eine gemeinschaftliche Vormauer aller Autoritäten gefallen war.
Page 752 - Bischöfe über die allgemeinen, folglich einem jeden insbesondere bekannt gemachten landesfürstlichen Verordnungen in blossen äusserlichen Kirchensachen dermalen anbringen, ungegründet und abzuweisen sei, weil unter 20 Erz- und Bischöfen doch wohl kein einziger sein kann, der nicht verstehen sollte, ob man sich in ein Dogma eingemischt oder sonst gegen die christliche Frömmigkeit und Moralität etwas verordnet habe. in welchem Falle alle Bischöfe mit einhelliger Stimme dawider streiten müssten...

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