Herders Cid und seine französische Quelle

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Page 38 - Lebet wohl, ihr schönen Höhen, Und du, Aussicht auf das Meer hin! Ach, der Tod, er raubt uns alles, Wie ein Habicht raubt er uns! Seht, es brechen seine Augen, Er blickt hin zum letztenmal. Was hat er gesagt, der gute Cid? Er liegt auf seinem Lager. Wo ist seine Eisenstimme? Kaum noch kann man ihn verstehen, Daß er seinen Freund Babieca, Ihn noch einmal sehen will. Babieca kommt, der treue Mitgefährt des wackern Helden In so mancher, mancher Schlacht.
Page 24 - Glaub' ich, selber unerforschlich. Wenn an jenem großen Tage, Der einst aufsucht alle Fehle, Gott der Weiber Herzen sichtet, Findet er entweder alle Sträflich oder gleich unschuldig: So verflochten ist ihr Herz. Ungeheur ist die Entfernung Zwischen einem Mann und Mädchen, Und durchaus zum Vorteil dieser; Junger Mann, weißt du warum?
Page 17 - Gramvoll dacht er Tag' und Nächte Nur an seines Hauses Schmach. An die Schmach des edlen alten Tapfern Hauses der von Lainez, Das die Inigos an Ruhme, Die Abarcos übertraf.
Page 17 - Sonder Schlaf und sonder Speise, Schlaget er die Augen nieder, Tritt nicht über seine Schwelle, Spricht mit seinen Freunden nicht, Höret nicht der Freunde Zuspruch, Wenn sie kommen ihn zu trösten; Denn der Athem des Entehrten, « « Glaubt er, schände seinen Freund. Endlich schüttelt er die Bürde Los des grausam-stummen Grames...
Page 34 - Nie erwirbt man sich Hochachtung, Wo man Alles von sich wissen, Alles übersehen läßt. Die geschwätzige Gemahlin Zieht den Mann in ihr Geschwätz, Macht dabei sich selbst verächtlich; Und doch ruhet auf der Achtung Eines Hauses seine Macht.
Page 39 - Sterbelager, Unter ihnen seinen Freund, Fühlt er seinen Lauf des Ruhmes Auch geendet, steht mit großen Augen stumm da wie ein Lamm; Sein Herr kann zu ihm nichts sprechen, Er auch nichts zu seinem Herrn. Traurig sieht ihn an Babieca, Cid ihn an zum letztenmal. Gerne hätt sich Alvar Fafiez Mit dem Tode jetzt geschlagen; Ohne Sprache sitzt Ximene; Cid, er drückt ihr noch die Hand.
Page 39 - Augen stumm da, wie ein Lamm; Sein Herr kann zu ihm nichts sprechen, Er auch nichts zu seinem Herrn. Traurig sieht ihn an Vabiec,«, Cid ihn' an zum letztenmal. Gerne hält' sich Alvar Fannez Mit dem Tode jetzt geschlagen; Ohne Sprache sitzt timene; Cid, er drückt ihr noch die Hand.
Page 34 - Mädchen - fern vom Feuer, Wie den Werg! Doch laßt die Töchter, Wenn Gefahren Ihr entfernet, Sie nichts merken von Gefahr! Lasset sie an Eurer Seite Schlafen und hinaus ins Grüne Nie ausgehen ohne Euch! Töchter ohne ihre Mutter Sind wie Lämmer ohne Hirt. Zeigt den Hausgenossen Würde, Euren Frauen seid gesprächig, Gegen Fremde seid bescheiden, Gegen Euch und Eure Kinder Unnachgebend, streng und fest!
Page 15 - Arbeit halfihm den damaligen trüben schweren Winter durch ; eine glückliche Erholung, von welcher seine ganze Seele erfüllt war. Seine Rührung , wenn er ihn nns vorlas, war ungewöhnlich ; manche» Gesang konnte er aus Bewegung nicht vorlesen, kaum vorlesen hören.
Page 73 - In Frankreich hat man den Cid das erste tragische Sujet genannt; daß er das erste epische sei, wird sich zeigen.

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