Briefe von Moritz Hauptmann, Kantor und Musikdirektor an der Thomasschule zu Leipzig, an Franz Hauser

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Breitkopf und Härtel, 1871 - Musicians - 310 pages
 

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Page 205 - Ich sehe wahrhastig nicht ein , wozu solche Sachen alle mit enormen Kosten und Arbeiten gedruckt werden sollen , um der wenigen enragirten Händelianer willen — gebraucht werden sie doch sicher niemals werden. Es ist doch entsetzlich viel Schlendrian drin. Will man brauchbare Arien aussuchen, so ist das was Anderes. Die Pietät geht aber zu weit , wenn auch alles Unbedeutende, dessen Händel eine große Masse geliesert hat, soll monumental sestgehalten werden.
Page 124 - Der Geist der Medizin ist leicht zu fassen; Ihr durchstudiert die groß' und kleine Welt Um es am Ende gehn zu lassen, Wie's Gott gefällt.
Page 31 - Du bist dir nur des einen Triebs bewußt, O lerne nie den andern kennen! Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, Die eine will sich von der andern trennen; Die eine hält, in derber Liebeslust, Sich an die Welt mit klammernden Organen; Die andre hebt gewaltsam sich vom Dust Zu den Gefilden hoher Ahnen. O gibt es Geister in der Luft, Die zwischen Erd...
Page 196 - Ding dominiren sehen muß, vergeht mir nun einmal alle Musik, es ist als wenn die ganze Oper nur da wäre, damit Takt dazu geschlagen werden könne, und nun gar das geflissentliche Markiren der kleinen...
Page 258 - ... erfahren wir aus den nach seinem Tode veröffentlichten Briefen an seinen vertrauten Freund Hauser. Dort sagt er (II, 258): „Das Helmholtz'sche Buch verdient gewiss alle Adoration, die ihm zu Theil wird; wenn man nur Unterschied machen wollte zwischen physiologischem und psychologischem — vom letztern enthält Helmholtz, wie mir scheint, gar nichts, und wenn er der Meinung ist, es wäre irgend etwas die Musiktheorie nur berührendes im Buche, so irrt er sich eben und hat keine Ahnung, auf...
Page 173 - Entscheidung blieb aus; vergeblich hoffte er von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Monat zu Monat.
Page 196 - Hölzchen, es mag nothwendig geworden sein — wenn ich aber da an Matrimonio segreto denke, wo der Maestro so hübsch ruhig am Cembalo saß, das Recitativo secco accompagnirte, wo alles wie von selbst ging, da bin ich doch in einer ganz andern Sphäre, himmelweit von unsrer gegenwärtigen, die mir auf die crudeste Weise barbarisch, aller Anmuth, ja aller Würde entkleidet vorkommt2.
Page 159 - Rhythmischen, was sreilich nicht geschieht wenn gesagt wird: „ein Rhythmus von 4 Takten". Das hat keinen Sinn im Ausdruck, wenn's auch der liebe Gott versteht wie's gemeint ist. Da haben wir eine kleine Motette von Gade, die sehr schön klingt, gut in den Stimmen liegt, aber eine wahre Molluske, die nur in Weichem gebildet ist. Das läßt sich bei einem kurzen Stück ertragen; dann aber wenn's länger dauert, verliert man den Buden und es wird weichlich. Da sagt Göthe in der italienischen Reise,...
Page 49 - Man kann's mit zu vielem mechanischen Ueben so weit bringen daß Einem das Leichte schwer und das Schwere doch nicht leicht wird. Recht lernt man etwas doch nur , wenn man mit dem ganzen Sinn bei der Sache ist, der Chiroplast thut's in keiner Sache. Drum ist's später so schwer, eine mechanische Fertigkeit zu erwerben — nicht weil die Gelenke...
Page 115 - Theile an sich sind — was ich Terz nenne ist das Ineinandersein entgegengesetzter Bestimmungen überhaupt, und darum sage ich alles wirkliche ist Terz. Terz habe ich auch...

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