Sammtliche Werke, Volume 3, Issue 1

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Page 166 - Ha, mir hat's das Herz in der Brust erschrecket! / denn so bald ich dich nur erblickte: kam auch nichts mir von Laut mehr, / sondern war gebrochen die Zung; ein feines / Feuer unterlief mir die Haut urplötzlich; / vor den Augen wird es mir dunkel; und mir braust's in den Ohren; / kalte Schweiße rinnen herab auf einmal; / ganz ergreift ein Zittern mich; blasser bin ich / wie Heu, und als stürb ich ein wenig, bleibet aus mir der Athem. / Alles muß gewagt seyn...
Page 9 - Ein Held von göttlicher Schönheit ruht unter einem Lorbeerbaum' an einer Quelle von einem seiner Siege aus. Um seine Lippen lächelt der entzückende Schlummer der Ruhmbegierde. Er ist in Lebensgröße, und einem jugendlichen Alter; nur sein Unterleib ist von einem weißen Gewande bedeckt. Neben ihm schwebt eine Grazie von achtzehn Iahren, von deren linken Schulter herab um ihre Hüften ein schwarzer Schleyer fließt. Ihr Gesicht ist mit keiner Schönheit zu vergleichen; wer die süßeste Wollust...
Page 243 - Lüftchen hin und her bewegen ließ; oder vielleicht gar abgestorben; da sie in einem Lande nicht Wurzel fassen kann, das immerfort mit allerley schönen Sitten durchpflügt und durchackert wird. Ausser diesem tiefen Gefühl hatte er alle Eigenschaften, die die Philosophen von einem Freunde verlangen; zum Beyspiel eine gewisse Kaltblütigkeit, die Dinge in ihrem wahren Licht, in ihren richtigen Verhältnissen zu beobachten, um dem Freunde sagen zu können, wenn er fehle; wie man denn der beste Mensch...
Page 237 - Tyrsis vor, und macht eine schone Beschreibung vom Herzoge, seinem Hofe, sich und seinem Feinde, den er Mopso nennt, und dessen Charakter er in Gegenwart des ganzen Hofs, und seiner selbst, so frey schilderte: Honigworte hat er auf der Zunge, und auf den Lippen ein freundliches Lacheln, aber den Betrug im Busen, und den Dolch unter dem Mantel ; und darauf noch erzahlte, was er ihm sagte, um ihn vom Hofe zu entfernen.
Page 20 - ... Künste: Poesie. Musik. Malerey. Mit diesen sollen wir die Leidenschaften, den grössten Stoff zu unserer Glückseligkeit, die besste Nahrung für unser Wesen, verschönern, versüssen, schwache heftig. und heftige gelind und sanft machen;- und führten sie als Mittel ein, wodurch man in der Jugend die Wollust in Bechern mit Rosen bekränzt trinken, und im Alter sich dieser süssen Empfindungen anschaulich wieder erinnern könne.
Page 116 - Allein, bei diesem allem weiß ich doch, daß Du einige von denen Begebenheiten, welche meine Denkungsart verändert und mein Herz, den Sitz der Leidenschaften, ganz anders gebildet haben, als es vorher war, nicht wissen kannst ; und da ich jetzt nur diese erzählte, so kann ich in der Erzählung meiner Begebenheiten im Himmel, die ich Dir zu machen angefangen habe, fortfahren, ohne sie zu unterbrechen
Page 131 - Indem ich diese Betrachtungen über mich machte, ging einer von den Weisen von Athen auf mich zu. Die mehrsten Weisen von Athen waren mir unausstehlich, indem sie Schwärmer, Grillenfänger, Sophisten — eine Art von Menschen waren, die sich immer schon in ihren Lehrsätzen, und noch mehr in ihrem Lebenswandel, widersprachen, und selbst nicht wußten, was sie deuken sollten.
Page 267 - Iahre seines Lebens, so sanft und heiter, als ob er in einem süssen Traume vor Wonne nicht mehr Athem hohlen könne. Sein Geist gieng so rein und schön, wie die schönste Frühlingssonne, auf, zog mit seinen heißen Strahlen ein Gewitter um sich her, das er in seiner Mittagshöhe kaum durchbrennen konnte, wurde darauf von ihm verschlungen und verfinstert, und gieng, als ob er seine Kraft verlohren hätte, in leichten rosenfarbnen Wolken unter, die Bewohner einer bessern Welt zu erfreuen.
Page 329 - Meer bewohnten; nicht weniger schön war ihr Gesicht, und süß der Ton ihrer Stimme, so sang sie, und über ihr hiengen Luft und Himmel im Entzücken. O lasset doch, so lang' auf euren Wangen Des Lebens May in frischen Rosen blüht, Von eitlem Ruhm nie eure Seelen fangen! Der ist ein Thor, der das Vergnügen flieht, Und Kämpfe sucht mit Räubern oder Schlangen, Und durch die Gluth von Wüsteneyen zieht. Der Liebe Hayn ist nur der Iugend offen! Ist die vorbey, so habt ihr nichts zu hoffen. Unglückliche!...
Page 329 - Blumen rinnt, Nie wieder kehrt, so schnell ist sie verflossen. Preis, Tapferkeit, des Sieges Lorbeern sind Nur Namen, für den Klugen leere Possen. Der Ruf, ein Wort von süssem Ton, gewinnt Euch Stolzen, und er ist ein Traum, ein Schatten Von Traume nur, mit dem sich Schwärmer gatten.

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