Grundzüge der griechischen Etymologie

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B. G. Teubner, 1879 - Greek language - 858 pages
 

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Popular passages

Page 99 - Denken wir uns die Wurzel hingegen in ihrer Entstehung als das Product einer durch sinnliche Wahrnehmung erzeugten Anschauung, so müssen wir sie im Gegentheil für den Ausdruck von etwas ganz Individuellem und Besonderem halten. Sie ist allgemeiner, vager, als jedes daraus entwickelte Wort, und...
Page 96 - Trotz alles Wandels ist in den Sprachen auch ein Trieb des Beharrens erkennbar. Mit derselben Lautgruppe sta bezeichnen alle Völker unseres Stammes vom Ganges bis zum atlantischen Ocean die Vorstellung des Stehens; an die nur unwesentlich veränderte Lautgruppe plu knüpft sich bei allen die Vorstellung des Fließens.
Page 97 - Springens 95 voraus, aus welchen der Mensch erst in der Periode, in welcher das reflectirte Denken wacher zu werden begann, den einfachen alle umfassenden Begriff erschloss.
Page 99 - Regel der von dem Einzelnen der sinnlichen Wahrnehmung zum mehr oder minder Allgemeinen der Anschauung und Vorstellung und von diesem zurück zum Besonderen.'*) Man könnte auch sagen: die Differenzen der Synonyma sind älter und ursprünglicher als die Differenzen der Begriffssphären.
Page 399 - Aureliam familiam ex Sabinis oriundam a Sole dictam putant, quod ei publice a populo Romano datus sit locus, in quo sacra faceret Soli ; qui ex hoc Auseli dicebantur, ut Valesii, Papisii pro eo quod est Valerii, Papirii.
Page 421 - Consonantismus des Griechischen im allgemeinen dem der Ursprache näher steht als der des Altindischen'.
Page 96 - Man hat die Behauptung, daß die ältesten Wörter irgendeine Beziehung der Laute zu der bezeichneten Vorstellung voraussetzen, oft verlacht und verspottet. Dennoch ist es schwer, ohne diese Annahme die Entstehung der Sprache zu erklären.
Page 94 - im Griechischen unverändert geblieben, der Rest nach einfachen Gesetzen verwandelt ist, dürfte die Zahl der Wurzeln und Wörter nicht allzu groß sein, welche ihre Bedeutung mutmaßlich von jener ursprünglichen Zeit her ganz vollständig erhalten hat. Geringe Differenzen wenigstens werden sich in der Regel herausstellen, und es wird schwer sein, diese auf Gesetze oder auch nur auf Analogien zurückzuführen, selbst wo es sich um die Bedeutungsentwickelung einer einzigen Sprache handelt
Page 99 - Betrachten wir die Wurzel als den einer ganzen Wortfamilie gemeinsamen Grundstoff, so muss ihre Bedeutung allerdings allgemeiner dh unbestimmter erscheinen als die jedes einzelnen daraus hervorgebildeten Wortes; zunächst formell, dann aber auch materiell, weil Form und Materie sich nicht absolut (95) trennen lassen und durch die formelle Beschränkung auch der Inhalt selbst ein anderer wird.
Page 297 - Was die Bedeutungen betrifft, so beweisen die skt. Wörter, dass hier leuchten und sprechen ursprünglich eins waren, und dass sich die Differenz zwischen diesen erst allmählich und ohne an bestimmte Secundärlaute gebunden zu sein entwickelte.

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