Die Casuslehre in besonderer Beziehung auf die griechische Sprache

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Anton, 1845 - Greek language - 303 pages
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Page 105 - Der Laut würde an und für sich der passiven, Form empfangenden Materie gleichen. Allein, vermöge der Durchdringung durch den Sprachsinn, in articulirten umgewandelt, und dadurch, in untrennbarer Einheit und immer gegenseitiger Wechselwirkung, zugleich eine intellectuelle und sinnliche Kraft in sich fassend, wird er zu dem in beständig symbolisirender Thätigkeit wahrhaft, und scheinbar sogar selbstständig, schaffenden Princip in der Sprache.
Page 65 - In den meisten Fällen ergibt sich die Urbedeutung und somit der Ursprung der grammatischen Formen von selbst, durch die Erweiterung unseres sprachlichen Gesichtskreises und durch die Confrontirung der seit Jahrtausenden von einander getrennten, aber noch unverkennbare Familienzüge an sich tragenden Stammschwestern.
Page 66 - Denn eine Sprache kann unter keiner Bedingung wie eine abgestorbene Pflanze erforscht werden. Sprache und Leben sind unzertrennliche Begriffe, und die Erlernung ist in diesem Gebiet immer nur Wiedererzeugung.
Page 65 - Sprachen mufste in der That eine neue Epoche eintreten durch die Entdeckung eines neuen sprachlichen Welttheils, nämlich des Sanskrit (*), von dem es sich erwiesen hat, dafs es in seiner grammatischen Einrichtung in der innigsten Beziehung zum Griechischen, Lateinischen, Germanischen etc.
Page 105 - Sprache nun, insofern sie am Menschen wirklich erscheint, unterscheiden sich zwei constitutive Principe: der innere Sprachsinn (unter welchem ich nicht eine besondere Kraft, sondern das ganze geistige Vermögen, bezogen auf die Bildung und den Gebrauch der Sprache, also nur eine Richtung verstehe) und der Laut, insofern er von der Beschaffenheit der Organe abhängt, und auf schon Überkommenem beruht.
Page 89 - Unsere Wahrnehmung geschieht theils durch die Sinne theils durch den Geist. Die sinnliche Wahrnehmung geht überall voran: dieser dient darum auch die Sprache früher als der geistigen.
Page 133 - Bezeichnung; er wird deshalb als allgemein unbestimmter Casus bei den einfachsten und schlichtesten Weisen gebraucht, auf welche ein Wort hinzugefügt wird, um das im Verbo ausgesagte Prädicat näher zu bestimmen und auszufüllen'.
Page 133 - Der Accusativ bezeichnet an sich nur, dass das Wort nicht Subject ist, aber benennt es übrigens (wie der Nominativ) ganz allgemein, ohne ein besonderes Verhältniss anzugeben.
Page 47 - ... latinae commentarius, welches Werk noch jetzt häufig in Erwähnung kommt, nicht sowohl wegen seines eigenen inneren Werthes, als wegen der von vielen späteren Gelehrten darüber ausgegossenen Commentare. Das Buch erschien zuerst zu Amsterdam 1587. Sanctius war Professor zu Salamanca; er betrat darin einen neuen Weg, aber keinen wissenschaftlichen; denn er hat die verkehrte Methode, Alles durch Ellipsen zu erklären; er ist der eigentliche Ellipsenreiter.
Page 160 - ... die griechische Sprache diese an sich ganz richtigen, und uns ganz nothwendig erscheinenden, logischen Vermittlungen nicht ausdrückt, sie vielmehr überspringt, und in ganz einfacher Weise beide Worte , unbekümmert um ihr besonderes Verhältniss , unmittelbar aneinander reiht, ist auf der andern Seite ein Mangel, eine logische Nachlässigkeit, die unter Umständen, wie wir später sehen, durch die Unbestimmtheit und vage Passung des Ausdrucks fühlbar werden kann,

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