Adolf Friedrich graf v. Schack: Eine literarische skizze

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O. Janke, 1883 - 200 pages
 

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Page 82 - ... heut die Sonne tagt, Die ersten Höhlenwohner überragt, Wird ein zukünft'ges Menschenalter Das Heute überflügeln - wie ein Traum Im Morgenschlafe, wie ein mattgelallter Kindischer Laut, werth sein zu achten kaum, Wird ihm das hehrste seiner Geisteswerke Erscheinen; thöricht, frevelhaft Was es beginnt und sinnt und schafft. Denn in des Mannes voller Stärke Stehn wird der Mensch; wie er sich selbst erkennt, Lebt er im Einklang mit dem Weltgesetze; Natur und Geist sind ihm nicht mehr getrennt,...
Page 10 - Hoch jauchztest du in dem Chorale Der um dich jubelnden Natur. Mit Geistern war's ein Zwiesprachhalten, Ein Stürzen in das ewge Licht, Ein Schauen himmlischer Gestalten. Wie in Ezechiels Gesicht. Und, wo selbst der Prophet mit Zagen Den Blick gesenkt und heilgem Graun, Wie wolltest du's, o Kleine, tragen, Die Gottheit unverhüllt zu schaun? Beim Frühroth rollte durch das Wetter Ein letzter mächtger Donnerklang, Durch den dein jubelndes Geschmetter In hohem, vollem Hymnus drang. Glorreich durchs...
Page 20 - Erloschen ist der Stern von Jemen, Zerstört die Welt, die er beschien, Nichts blieb zurück als bleiche Schemen, Die nächtlich um die Trümmer ziehn Vergebens, daß ihr nach dem Volke, Vor dem die Erde bebte, fragt; Wie nach dem Sturm die letzte Wolke Verlassen durch den Himmel jagt, So, wo im scheitelrechten Brande Der Sonne alles Leben dorrt, Irrt es in Maghribs wehndem Sande, Unstät dahin von Ort zu Ort. Blickt hin, wo zitternd die Gazellen Den Schakal fliehn, der heiser bellt! Heiß schlägt...
Page 20 - Todten heben, 5, Erloschen ist der Stern von Jemen, Zerstört die Welt, die er beschien, Nichts blieb zurück als bleiche Schemen, Die nächtlich um die Trümmer ziehn Vergebens, daß ihr nach dem Volke, Vor dem die Erde bebte, fragt; Wie nach dem Sturm die letzte Wolke Verlassen durch den Himmel jagt, So, wo im scheitelrechten Brande Der Sonne alles Leben dorrt, Irrt es in Maghribs wehndem Sande, Unstät dahin von Ort zu Ort.
Page 3 - Ich seh' sie nicht. Mir schweift der Blick hinüber In Weiten, dämmerfern; Vom Himmel blinkt ein trüber Einsamer Stern. Ein Mädchen bleich von Wangen Winkt mir von drüben zu: Ich bin vorangegangen, Was zögerst du?
Page 64 - Hohen, drum sie heifs geworben, — Wie um die Hand der Braut — sprich, mein Lothar, — Ist auch das Kleinste nur erfüllt uns worden? — Ohnmächtiger, zerrifsner als es war, — Dies Deutschland nun, in West und Ost und Norden — Ein Spott der Nachbarn!" . . . „Knie nieder, o mein Sohn ! ich weihe — Dein Haupt dem deutschen Genius. — Begeistern möge dich sein Flammenkufs, — Wenn in dem Kampf für Freiheit und für Recht — Voran du ziehst dem kommenden Geschlecht! — Und du, o Herr,...
Page 25 - Arm ist, wer in seinem engen Kreis das Ich gefangen hält, Aber denen, die ihn sprengen, Blüht und duftet reich die Welt. Fühle jenes mächt'ge Ganze, Das uns Alle trägt und nährt! Sonne dich in seinem Glanze, Wärme dich an seinem Herd!
Page 3 - Das singt und flötet in den Zweigen Und zirpt und schmettert auf der Flur, Zum Himmel mit den Lerchen steigen Die Freudenrufe der Natur. Ein Sausen geht wie Iubelchöre Von Ast zu Ast, von Baum zu Baum; Die düstre Tanne selbst, die Föhre Erweckt es aus dem Wintertraum. Hinunter jauchzt in alle Schluchten Der stürzenden Gewässer Schwall; Froh tönt am See von Bucht zu Buchten Des Wogenschalles Widerhall. Doch Trost gibt mir der Stimmen keine In all dem Iubel und Gesang, Denn stumm für immer...
Page 77 - Gebilde schaute, dacht' ich: sie, die Zeugen Noch von der Erde Iugend waren, Vielleicht von dem verhüllten Weltgeschick Den Schleier heben sie vor meinem Blick. Woher wir kommen, wer wir sind, Warum durch dieses Lebens Labyrinth Wir irren auf der öden Erdenfahrt: Ihr Ew'gen, denen im Beginn der Tage Natur ihr groß Geheimniß offenbart, Gebt Antwort auf die Mthselfrage!
Page 21 - Oed ist der Geist den Wüstenkindern, So wie die Erde um sie her, Es hat, um ihre Pein zu lindern, Ihr Auge keine Thränen mehr. Einmal im Iahr nur, wenn die Horden Am Abend vor den Zelten stehn, Und über sich zum fernen Norden Die Kranichheere fliegen sehn: Dann quillt von ihren Lippen leise Ein Seufzer, ihre Thräne rinnt, Der...

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