Private und amtliche beziehungen der brüder Grimm zu Hessen: Briefe der brüder Grimm an hessische freunde

Front Cover
N.G. Elwert'sche verlagsbuchhandlung, 1895
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 233 - Sie gehört zu den geistreichsten, die mir mein Lebtag begegnet sind, und wer sie frei und unbefangen beurteilen kann, muß eine große Freude empfinden, wenn er sie reden hört, es sei nun daß sie erzählt oder daß sie ihre Gedanken äußert über das, was ein menschliches Herz bewegen kann und wovon das höchste ihr nicht fremd geblieben ist.
Page 292 - Bei unserm Schritte lag blosz die religiöse Überzeugung zu Grunde, dasz wir so handeln müszten, wenn wir unser Gewissen rein erhalten wollten, und die Ehre der Universität, die ja durch sich selbst auf die Betrachtung angewiesen ist, eine solche freie Erklärung verlange.
Page 378 - Sie überhaupt mein quartexemplar des abdrucks einmal ansehen sollten, wie alles von nachträgen wimmelt! ihrer natur nach können bücher dieser art erst gut werden bei zweiter auflage, die ich nicht erleben kann, noch viel minder als die erste vollführen. gleichviel widerstehe ich nicht dem trieb und der lust zusätze beizuschreiben.
Page 355 - Zugleich mit dem feindlichen Sanders werden Sie nun auch das neue heft E in den händen haben und ich wünsche, dasz es Ihnen gefalle, wie jener misfalle. Sanders und Wurm können einander auffressen, so kommen sie uns aus dem weg. seine abweichung von der alphab. ordnung allein wird ihm den hals brechen, denn es ist ja ganz albern, dasz die besonderheit unsrer sprache fordre die wurzeln zu systematisieren, im latein sind ja eben so viel composita.
Page 353 - Jahrhunderte entnommnen, weniger die aus alten, dürren, mühsam zu citierenden vocubularien , deren Vorrat ohnehin jetzt von Diefenbach so ziemlich ausgebeutet ist. die Urheber dieser vocab. liefern zwar hin und wieder ein unerhörtes wort, meist aber steife, unbeholfne und selbstgezimmerte ausdrücke, dagegen gibt es keinen , seinem inhalt nach noch so elenden roman bis 1760. 1770, keine comödie aus dieser zeit, die nicht lebendige Wörter und redensarten darböten, mehr als sich bei dichtem findet,...
Page 387 - Maßen etwas auf, ging zum Fenster ganz allein und ruhte dann auf einem gewöhnlichen Rohrstuhle. Da fiel er mir, nachdem er auf einige Fragen nicht geantwortet, auf den Arm, sah mich so lieb an. Ich dachte, er sterbe, da er so bleich, oder eine tiefe Ohnmacht - ach, es war ein Schlaganfall, der die rechte Seite getroffen, Zunge und Hand gelähmt! Er konnte nicht sprechen, und Sie können denken, wie herzzerreißend es für uns war, als er es gern tun wollte. Die Nacht lag er meist im Traum. Gestern...
Page 121 - Wörterbuchs" von Luther bis auf Göthe , worin alle Schriftsteller der drei Jahrhunderte sorgsam sollen eingetragen werden. Wie wäre es, wenn Sie Lust bezeigten für die Herbeischaffung des Materials mit anzustehn ? wir haben schon einige dreifsig Mitarbeiter geworben (in Marburg Vilmar und Blackert).
Page 32 - Ich schicke ein Paket Bücher für Sie morgen oder übermorgen ab. [. . .] Es enthält den neuen Band von Goethes Leben und sein Erwachen des Epimenides, Kleists Erzählungen, die ich besonders wegen des „M. Kohlhaas
Page 73 - Xenien" mitgeteilt, die schwerer zu verstehen sind als die wilden, aber doch deutlich seine gegenwärtige Gesinnung bezeichnen. Sonst wollte ich, statt dieser gereizten Stimmung wohnte ihm eine milde, die Gegenwart mit mehr Lust und Vertrauen beschauende bei. Wir würden gewinnen, das ist klar; aber auch er. Achtung und Zuneigung genießt er soviel, als ein Mensch sich wünschen mag; doch scheint ihn eine gewisse Alterskrittelei zu beschleichen, und daß er dabei dem Publikum mancherlei zumutet,...
Page 366 - Sie sind und bleiben unser fleisziger leser, aber gibt es deren viele? ich fürchte die allerersten hefte des werks haben, von der neuheit gereizt, manche gelesen, die fortsetzungen muthen sie sich nicht zu, sondern legen sie beiseite zu gelegentlichem aufschlagen., es ist aber traurig, für ein nicht lesendes publicum zu schreiben, das beste, was mir in einzelnen artikeln gelingen kann, wird vielleicht zufällig in fünfzig oder hundert Jahren wahrgenommen, am ersten wahrscheinlich von einem fähigen...

Bibliographic information