Mynheer der Tod und andere Gedichte

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Pierson, 1892 - 192 pages
 

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Page 7 - Sieges Übermut, Und um den Mund, daraus die feste Mauer Des prächtigsten Gebisses blitzt und lacht, Ein schlächterhaft brutales, breites Grinsen. Der Glanzhut mit der farbigen Rosette, Der mählich in den Nacken ihm gerutscht ist, Zeigt halb des Schädels blanke Billardkugel, Und um die dürren Glieder schlampt und schlottert Die kaffeebraune, goldenknöpfige Livree dem Schrecklichen, der gut gelaunt Zu irgend einem seiner Feste sich Die Gäste in der Equipage holt.
Page 23 - Glockenklang und Drosselschlag, Hügel still an Hügel, Drüber wiegt ein Sommertag Sich auf goldnem Flügel.
Page 81 - Armen. An die Arbeit! Mürrisch treibt Mich ins Ioch die Sorge wieder, Und ihr harter Peitschenschlag Fällt im Gleichtakt auf mich nieder. Selig, wem beim Hahnenschrei Glück den Morgengruß bereitet, Und wen durch den goldnen Tag Seine weiche Hand geleitet. Einmal trifft auch mich sein Blick, Der ich schwer im Pfluge gehe, Wenn ich keuchend, todesmatt Vor der letzten Thorfahrt stehe.
Page 37 - Der alte Lehrer singt für zehn Und fiedelt dazu. Hartnäckig dazwischen brüllt eine Kuh Von naher Wiese, immer gleich kläglich. Es ist unerträglich. Weiter, beim Kirchhof zum Dorf hinaus, Das letzte Haus sieht wie das erste aus: Klein, dürftig und schmutzig. Auf niedrigem Kirchdach kauert, Wie versauert, Als ob er die Lust an der Welt verlor, Der Turm, gar putzig, Mit runder Haube, Und lugt aus dem Laube Breitästiger Linden grämlich hervor.
Page 46 - Seh' ich ihren Schleier wehn. Wälder, Gärten, Dorfgelände Streift ihr leiser, steter Gang. Nur am Friedhof ist's als stände Sinnend sie sekundenlang. Warf sie jene schwarze Rose In des Todes still Geheg? Taufeucht fand die heimatlose Ich früh morgens dort im Weg. Mein Meg. Hab...
Page 68 - ... daß sie lautlos am umbuschten Weiher dahinwandle, hinter sich den feuchten Schleier des Nebels; oder vom Ruhm, daß er glanzstrotzend, mit weißen Hengsten, feierlich sich nahe, oder von des Mädchens Gesang, daß er sei ein flüchtig Schleierheben: Seelen sind wie stille Seen, Wer mag in die Tiefen dringen?
Page 7 - Comtesse, heut fahre ich. Der Seidenpinscher mit dem Fell wie Schnee, Der auf dem Vordersitz bequem sich's macht, Hebt ganz verwundert seine klugen Augen. Höchst unklar ist noch immer ihm der Vorgang, Und fragend blickt er bald auf Fritz, bald auf Die junge Herrin. Aus dem...
Page 7 - Fleisch und Blut: Fritz blieb zu Haus, Comtesse, heut fahre ich. Der Seidenpinscher mit dem Fell wie Schnee, Der auf dem Vordersitz bequem sich's macht, Hebt ganz verwundert seine klugen Augen. Höchst unklar ist noch immer ihm der Vorgang, Und fragend blickt er bald auf Fritz, bald...
Page 35 - Wenige Hütten, gedeckt Mit überragenden Schindeln, Manche versteckt, Wie's Kind in den Windeln, Hinter Apfelbaumgezweig Und gegen den Steig Von hohen Dornen eingeheckt. Vorm Haus, Kraus Zwischen Kraut und Nesseln, Nelken und Georginen; Hinter den Fenstern und Gardinen Geranien, Goldlack und wieder Nelken, In Scherbenfesseln Bestimmt zu welken.
Page 177 - Und fiel und griff, und biß mit den Zähnen, Mit dem vollen Gebiß in den stürzenden Strick, Und straffte in rasender Angst das Genick, Und schrie zu Gott, und spannte die Sehnen. Umsonst! Der Ruck, der Schreck — wie es kam? Wie konnt

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