Gesammelte schriften, Volume 2

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S. Fischer, 1920
 

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Page 35 - Hohlschleifen lichtet und bessert. — In dieser Nähe zog ihn die Insel, wie eine Welt die andere, immer heftiger an. Seine innere Unruhe stieg durch die äußere Ruhe. Noch dazu stellte Dian, ein Grieche von Geburt und ein Künstler, welcher Isola bella und Isola madre öfters umschifft und nachgezeichnet hatte, ihm diese Prachtkegel der Natur in feurigen Gemälden näher vor die Seele; und Schoppc gedachte des wichtigen Menschen öfters, den der Jüngling morgen zum erstenmale sehen sollte.
Page 176 - Samuel sprach zu Saul: Ich will nicht mit dir umkehren: denn du hast des Herrn Wort verworfen, und der Herr hat 'dich auch verworfen, daß du nicht König seyest über Israel.
Page 83 - Schon fühl ich meine Kräfte höher, Schon glüh ich wie von neuem Wein. Ich fühle Mut, mich in die Welt zu wagen, Der Erde Weh, der Erde Glück zu tragen, Mit Stürmen mich herumzuschlagen Und in des Schiffbruchs Knirschen nicht zu zagen. Es wölkt sich über mir Der Mond verbirgt sein Licht Die Lampe schwindet Es dampft! - Es zucken rote Strahlen Mir um das Haupt - Es weht Ein Schauer vom Gewölb herab Und faßt mich an!
Page 30 - Sooft er mit uns in ein Dorf einfährt, rennen die Frauen und Mädel an die Fenster. Manche grüßen ihn wohlgefällig, ein Fuhrmannsberuf ist sehr was Schönes, eine wirft eine Handvoll Blumen herab, welche am linken Hinterschenkel des Rosses niedergleiten und überfahren werden. Der Vetturin lächelt. Knallt mit der Peitsche. «Via, via», ruft er, was auf deutsch «Vorwärts» oder «hü
Page 168 - Juden erläuterten mittlerweil und begründeten das Sittengesetz; förderten mit edel-spitzester Gymnastik den Geist; trieben Verkehr mit Gütern immerhin — statt plumpster Menschenschlachtung. Abseitiges Adelsvolk.) Teile der mit Blut vermolochten Schwindelkirche gehören den Papstgläubigen, Teile den Griechischkatholischen, Teile den Armeniern.
Page 274 - Der Strom, der neben mir verrauschte, wo ist er nun? Der Vogel, dessen Lied ich lauschte, wo ist er nun? Wo ist die Rose, die die Freundin am Herzen trug, Und jener Kuß, der mich berauschte, wo ist er nun?
Page 177 - LXIX. Als ich zum ersten Mal einstens aus Frankreich heimkam, ging ich, am Abend war es, ans Klavier; spielte Schumann (aus Zwickau); spielte Beethoven; Akkorde, Pausen, Schweigungen, Stillen, Fragen, Rufe dieses L. van Beethoven, — und wußte, daß ich ein Deutscher bin. Ich hab' auch in Jeruschalajim gewußt: daß ich ein Deutscher bin. Und daß wunderbar das Schicksal mit mir spielt, weil es, nach drei Jahrtausenden, vom Davidsschloß mich hinübertrug in ein Klängereich, ein mittelsommerliches...
Page 161 - Vor dem Einschlafen denke ich, nach Europa fliegend: Der Beitrag an neuer Kraft, den Ihr, Juden, mit Eurer Stärke liefert, wird verwischt; vertuscht; unter anderen Firmen verbucht; weggehaßt; weggelogen. Man nennt Euch, um Euch zu schmähen. Man nennt Euch, um ein dunkles Gegenstück zu haben für die sonnig-wonnigverwaschene Mehrheit, Mehrheit, Mehrheit — das ist es. Beim Anzengruber sagt eine Gestalt etwa: ,Gestern ham s
Page 170 - ... werde schon durch das Auftreten der Schweine, nicht nur ihr Grunzen auf Ungarisch gestört — aber die Schweine an sich fügen sich ja bestens in das träge Milieu ein. Die Dialektwendung erzeugt vielleicht manchmal ein Milieu, das dem Autor streng genommen zu evozieren nicht lieb wäre: II, 170. Drunten liegt das Tal Josaphat . . . Stätte des Weltgerichts. Die Posaune wird schallen. Jesus wird hier sitzen, auf der andern Seite Mohammed, — für die Toten, je nach der Konfession; denn a Ordnung...
Page 230 - Sie trinke genau so viel wie er selbst. Er gedachte mit stillem Leuchten der Marseillerin. Und auch er gab nun seine Lehre vom Weintrinken. „Wissen Sie aber," sprach er, „warum es uns so gut bekommt ? Nichts ist leichter auseinanderzusetzen, ich will es Ihnen sagen, weder meine Frau noch ich, wir trinken niemals Alkohol.

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