Aus dem Concert-Saal: Kritiken und Schilderungen aus 20 Jahren des Wiener Musiklebens 1848-1868

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W. Braumüller, 1897 - Music - 604 pages
 

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I have gone through 1859-63 p. 421 refers to Riehl's "gottlichen philister"

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Page 243 - Keinen Freund hab ich, ich muß mit mir allein leben; ich weiß aber wohl daß Gott mir näher ist wie den andern in meiner Kunst, ich gehe ohne Furcht mit ihm um, ich hab ihn jedesmal erkannt und verstanden, mir ist auch gar nicht bange um meine Musik, die kann kein bös Schicksal haben, wem sie sich verständlich macht, der muß frei werden von all dem Elend, womit sich die andern schleppen.
Page 103 - Der Gott, der mir im Busen wohnt, Kann tief mein Innerstes erregen, Der über allen meinen Kräften thront, Er kann nach außen nichts bewegen; Und so ist mir das Dasein eine Last, Der Tod erwünscht, das Leben mir verhaßt.
Page 500 - Vom Eise befreit sind Strom und Bäche Durch des Frühlings holden, belebenden Blick, Im Tale grünet Hoffnungsglück; Der alte Winter in seiner Schwäche Zog sich in rauhe Berge zurück. Von dorther sendet er fliehend nur Ohnmächtige Schauer körnigen Eises In Streifen über die grünende Flur; Aber die Sonne duldet kein Weißes...
Page 197 - Gestalt sich loswickeln sollte. In der Oper erläßt man wirklich jene servile Naturnachahmung, und obgleich nur unter dem Namen von Indulgenz könnte sich auf diesem Wege das Ideale auf das Theater stehlen.
Page 133 - Aber, wie gesagt, die Musik, abgezogen von der Darstellung, ist gering, oft geradezu dilettantisch, gehaltlos und widerwärtig...
Page 191 - der geniale Dichter durch leidenschaftliche Lebensweise und inneres Mißbehagen seinen Freunden den reizenden Genuß an seinem hohen Daseyn einigermaßen verkümmere." Bei Gelegenheit einer Anzeige Manfred's äußert er, „dieser seltsame geistreiche Dichter hat meinen Faust in sich aufgenommen und hypochondrisch die seltsamste Nahrung daraus gesogen.
Page 198 - ... nur unter dem Namen von Indulgenz könnte sich auf diesem Wege das Ideale auf das Theater stehlen. Die Oper stimmt durch die Macht der Musik und durch eine freiere harmonische Reizung der Sinnlichkeit das Gemüt zu einer...
Page 266 - Schumann hat es an der Neige seiner lichten Tage geschrieben und Joachim gewidmet. Es ist ein dunkler Abgrund, über dem zwei grofse Künstler sich die Hände reichen. Martervoll, düster und eigensinnig ringt sich die ,Phantasie' mit sehr geringem, melodischen Gehalt in fortwährendem Figurieren weiter.
Page 25 - Alpeuländler ist im Singen nicht die Musik Hauptsache, wie dem Italiener oder Böhmen, sondern der Hall, der Klang, das Elementarische des Tones. Deutlich zeigt dies der Iodler, deutlich der übliche Vortrag, welcher mitten im Satz lange Koronen aushält, um den Hall zu locken. Es begreift sich, daß das musikalische Feld, auf welchem die Ersindung der Alpenlieder sich bewegt, ein beschränktes ist, und sie alle einander ähneln. Am auffallendsten ist die ausschließliche Anwendung des Dreivierteltaktes....
Page 460 - Welch reizende, liebenswürdige Klänge ! Wirkliche Tanzmusik wird natürlich niemand erwarten: WalzerMelodie und Rhythmus sind in künstlerisch freier Form behandelt und durch vornehmen Ausdruck gleichsam nobilisirt.

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