Bifolien

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Verlag von Pfautsch und Voss, 1841 - 454 pages
 

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Page 141 - Das sing mit seinen Reizen ein unerfahrnes Kind , „Ein Kind , das gar nicht ahnte , was böse Menschen sind ! „Das Mädchen gab mir Liebe , gab Alles — Alles mir , „Und was — merkt auf, ihr Herren — was gab ich ihr dafür? „Ich münzte falsche Schwüre, — sie nahm sie an für bar; „Ich münzte falsche Thränen , — sie nahm sie an für wahr. „Ich münzte Treu' und Tugend — sie nahm sie an für Gold, „Und unecht, falsch, erlogen, war, was ich ihr gezollt.
Page 73 - Soldat, Ein Ungezählter, Vergessner, Wie brav er gekämpft auch hat. Es reiten viel Generale Mit Kreuzen an ihm vorbei; Denkt Keiner, daß, der da lieget, Auch werth eines Kreuzleins sei. Es ist um manchen Gefallnen Viel Frag' und Iammer dort, Doch für den armen Soldaten Gibt's weder Thräne noch Wort.
Page 5 - Tag' um Tage heben ihr rosig Haupt empor, Doch abends, wenn sie's senken, trägt's einen Trauerflor. Oft langt er nach dem Seile, das Auge klar und licht: — Da zuckt ihm was durchs Innre, das Seil berührt er nicht. Einst tritt er, voll des Glückes erhörter Freundschaft, hin: „Ausläuten," ruft er, „will ich's, wie hoch beglückt ich bin !" Da keucht ein Bot' in's Zimmer, der's minder spricht, als weint: „„Herr, den Du Freund geheißen, verrieth Dich, wie ein — Feind!
Page 74 - Auen, Städte, — Du bist nicht ärmer dran. Es lacht' auch andrer Orten Manch treues Herz mir zu, Doch wer hat sie auf Erden Zu Tausenden, wie du? Ich bracht' auch In der Fremde Manch selig Stündchen hin, Allein in deinem Boden Schläft ja mein Iugendsinn.
Page 4 - Konig spricht's und scheidet. — Der Sohn begriff ihn nicht: Er sieht noch rosenfarben die Welt, im Maienlicht. Zu Throne sitzt er lächelnd, beweisen will er's klar, Wie sehr getäuscht sein Vater von düstrem Geiste war. Und auf das Dach des Hauses, grad...
Page 6 - Herr König, siehst Du drüben den Rauch, den Brand, den Strahl? „So rauchen unsre Hütten, so blitzt der Nachbarn Stahl!" „„Ha, freche Räuber!"" donnert der Fürst in wildem Glüh'n, Und statt des Glöckleins muß er sein rächend Eisen zieh'n. Schon bleichen seine Haare, vor Dulden wird er schwach, Und stets noch schwieg das Glöcklein auf seines Hauses Dach.
Page 4 - Du denkst dir wohl die Erde noch als ein Haus der Lust; „Mein Sohn, das ist nicht also, — sei dessen früh bewußt! „Nach Eimern zählt das Unglück, nach Tropfen zählt das Glück; — „Ich geb' in tausend Eimern zwei Tropfen kaum zurück!
Page 140 - Falschmünzer. Der Scherge tritt zum Richter: „Herr, draußen steht ein Mann, Von schwerer Schuld belastet klagt er sich selber an : Sein Haar ist wirr, sein Antlitz verstört, sein Auge starr, Und wär' er kein Verbrecher, ich meint' : er war' ein Narr !" Der Richter heißt ihn kommen, der Scherge sührt ihn vor. — „Ihr Herr'n...
Page 140 - Verbrecher, ich meint': er wär' ein Narr!" Der Richter heißt ihn kommen, der Scherge führt ihn vor. — „Ihr Herrn," beginnt der Fremde, „leiht mir ein gnädig Ohr ! „Zu richten und zu strafen ist euer heilig Amt: „So hört denn mein Verbrechen, und richtet und verdammt! „Die schwerste Schuld, wie heißt sie?
Page 88 - Als sie dir Einer zählen mag ! „Wo warst du noch, als wir schon waren? „Wo trifft dich unser letzter Tag? „Du wagst uns lächelnd anzublicken? „Uns dünkt, du sollst dich vor uns bücken!

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