Ritterzeit und Ritterwesen, Volume 1

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Popular passages

Page 104 - Witwen und Waisen vertheidigen, und mit edler Kühnheit das Volk beschützen. Ein Ritter muß sich als ein redlicher Beschützer aufführen, ohne andern das Ihre zu entziehen; er sei unverdrossen, stets mit den Verrichtungen seines Standes beschäftigt, mit rechtmäßigen Fehden, mit Turnieren, mit Ritterübungen zum Dienst seiner Geliebten; er muß nach jeder Ehre streben, so daß man ihm weder Schimpf noch Niederträchtigkeit in seinen Handlungen vorwerfen kann ; er maße sich nie eines Vorzuges...
Page 77 - nahm ichs in Wein an. Wie wir nun trinken und ich des Weines ungewohnt war, währet es nicht lange, daß ich mich unter dem Tisch...
Page 154 - Kaiser nicht besser tracktiren mögen und war dabei überschwengliche Pracht. Es war in einem Saale das Mahl zugerichtet, der war mehr von Gold als von Farbe gesehen worden. Der Boden war von Marmelstein und so glatt, als wenn man aufm Eis ging. Es war ein Kreuztisch aufgeschlagen durch den ganzen Saal, der war mit lauter Kredenzen besetzt und merklichen schönen Venedischen Gläsern, welches, wie man sagt, weit über eine Tonne Goldes sein sollte ..." Nicht minder bedeutend denn die Kunstschätze...
Page 4 - Kind, als ich dies hörte, und noch so dumm, daß ich auf Gerten ritt, und doch gedachte ich in meiner Dummheit immer den Frauen zu dienen mit Leib, Gut, Blut und Leben. Jn diesem Gedanken wuchs ich auf bis in das zwölfte Jahr"').
Page 154 - Glas ein Schiff war, künstlich gemacht. Wie ich es nun vom Schanktisch nehme und über den Saal gehe, hatte ich neue Schuhe an und gleite, falle mitten im Saal auf den Rücken, gieße mir den Wein auf den Hals, und weil ich ein neu rot dammasten Kleid anhatte, ward es mir zu Schaden.
Page 51 - Herr sagte mir, wer würdiglich leben wollte, der müße sich einer Frau zu eigen geben. Er lehrte mich viel von seiner süßen Tugend, er lehrte mich sprechen über die Weib, auf Rossen reiten, und in Briefen süße Worte dichten.
Page 103 - Ein alter französischer Dichter faßt die Anforderungen an die Knappen, die Ritter werden wollen, in folgenden Sätzen zusammen: „Ihr, die ihr den Ritterstand begehrt, müßt ein neues Leben führen ; ihr müßt andächtig wachen im Gebete, die Sünde, den Stolz und die Niederträchtigkeit meiden, die Kirche, Witwen und Waisen vertheidigen, und mit edler Kühnheit das Volk beschützen. Ein Ritter muß sich als ein redlicher Beschützer aufführen, ohne andern das Ihre zu entziehen; er sei unverdrossen,...
Page 14 - Von einer hörte ich, deren Lob sich die Besten im Lande angenommen hatten, und an der man die meiste Tugend fand; sie war von hoher Art geboren, sie war schön und gut, keusch und rein, sie war in allen Tugenden vollkommen. Dieser Frauen Knecht war ich beinahe bis in das fünfte Jahr. Da sprach mein Herze zu mir: guter Freund, Geselle, willst du dich einer Frau zu eigen geben, so muß es diese Frau seyn, denn sie ist alles Wandels frei.
Page 71 - Zeit, daß ich mich neben einen Polacken zum Essen niedersetzet, welcher sein Haar mit Eyer gebicht, und hätt ich zu allem Glück einen grossen welschen Rock an, den mir Herr Veit von Lentersheim...
Page 72 - Das war der erste Panzer oder Harnisch das ich anthät ; sonst war ich für einen Jungen ziemlich versucht und gebraucht worden in Knaben Weis.

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