Biographisches lexikon des kaiserthums Oesterreich, enthaltend die lebensskizzen der denkwürdigen personen, welche seit 1750 in den österreichischen kronländern geboren wurden oder darin gelebt und gewirkt haben, Volume 5

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K. K. Hof- und staatsdruckerei, 1859 - Austria
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Page 348 - Glück auf, mein Feldherr, führe den Streich ! Nicht blos um des Ruhmes Schimmer : In Deinem Lager ist Oesterreich, Wir Andern sind einzelne Trümmer.
Page 353 - Ietzt ist dies sanfte blaue Auge fest und nachdrucksvoll, das gebeugte Haupt hat sich erhoben, der Fuß steht still, die Handbewegung und Stimme wird scharf und bestimmt, Ihr hört einen Mann, der nach allen Richtungen genau unterrichtet ist und genau weiß, was er will, was man wollen soll.
Page 356 - Werke folgen. Sie ist dem Kurzsichtigen klar in „Sappho", in der „Medea", in „Hero und Leander", — „Des Meeres und der Liebe Wellen", — sie ist aber auch ersichtlich in den Schöpfungen, welche den Bürgersohn einer altgeschichtlichen und romantischen deutschen Stadt, welche den Sohn eines völkerreichen und darum bunten Staates bezeichnen, den Verfasser „Ottokars", welcher auf dem Marchfelde erlag, den Verfasser des Bani.banus — „Treuer Diener seines Herrn", — den Verfasser des...
Page 358 - Soll ich noch sprechen von dem holden Zauber in allen Reden unseres Dichters? Von dieser bald milden, bald glühenden Farbenpracht, von der Schönheit und Wahrheit seiner Bilder, von der Tiefe und Wärme seiner Empfindungen? Dieser wundervolle paradiesische Garten ist genug gepriesen, wenn ich ihm den Fruchtmarkt anderer neuen Dichter gegenüberstelle.
Page 362 - Er, der da selber ein Wunder, Der im Alter, das sonst hinterm Ofen ruht, Noch heiß von der Jugend Zunder. Spart euer Wundern noch manches Jahr, Bis er, statt neunzig, hundert, Bis grau seine Kraft, wie leider sein Haar, Jetzt, statt euch zu wundern, bewundert.
Page 354 - Laute abzugewinnen wußte, erkennen lassen, doch bleibt ihnen eine gewisse Ängstlichkeit, die Furcht, verletzt zu werden, unverkennbar aufgedrückt; man fühlt, daß dieser Mann tausend Fühlhörner hat, daß jede noch so leise Berührung ihn tief verwundet. Er ist eine Sensitive. Sein Anzug ist wohlgeordnet, ohne gesucht zu sein, er trägt eine Brille.
Page 354 - Auge; schlichter und altmodischer Anzug; im Benehmen äußerst gemütlich, treuherzig, bescheiden, ja fast scheu; seine Gutmütigkeit und Zuvorkommenheit mit Allen, namentlich aber mit auftauchenden Poeten, sind sprichwörtlich geworden und haben bereits viele schöne, junge Talente unterstützt, aber auch manche Unberufene zur Selbstüberschätzung verleitet; sein Gespräch ist höchst belehrend, lebendig, geistreich und klar; man sieht es gleich, daß man es mit einer großen, fertigen Individualität...
Page 354 - Individualität zu tun habe, die mit sich selbst abgeschlofsen hat; anfangs erscheint er etwas wortkarg und kalt; aber gelingt es uns sein Vertrauen zu gewinnen, so wird sein Wort zu einem frischen, sprudelnden Quell und sein Gemüt offenbart sich als ein unendliches Meer, das uns gern in seine perlenreichen Tiefen senken läßt. Er bleibt am liebsten allein und spricht sehr oft mit sich selbst; kein Bart; trägt sehr selten Augengläser; macht jeden Abend seinen einsamen Spaziergang, gewöhnlich...
Page 355 - ... einschreiben mußten, die eine tüchtige Gesinnung auch nur zur Schau tragen wollten. Übersieht man sein ganzes literarisches Wirken, so glaubt man in das Atelier eines großen Bildhauers zu blicken, in welchem ein Erdbeben das Meiste umgestürzt hat und von den erhabensten Götterbildern eben nur soviel Göttlichkeit und Reiz übrig ließ, um die Vernichtung tief betrauern zu lassen. Ist er schuldig, ist er bloß unglücklich? Man möchte ihn für das erstere halten, wenn man so herrliches...
Page 357 - ... leidenschaftliche Umarmung der Königin durfte nur als eine sinnlose Handlung des Körpers erscheinen, welcher, der Aufsicht der verirrten Seele entzogen, nach eigenem Triebe verfuhr. „SAPPHO...

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