Die ersten moralischen Wochenschriften Hamburgs am Anfange des achtzehnten Jahrhunderts ...

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1888 - German literature - 48 pages
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Page 32 - Leichen-Begängnissen etc. entdeckt; den Fleiß, die Sparsamkeit und Wohlanständigkeit hingegen bestens angepriesen. Ich habe ihm eine umständliche Beschreibung der Menschlichen Leidenschaften gegeben, und verschiedene gantze Papiere dazu angewandt, um ihm die bösen Wirckungen des Neides, des Hochmuhts, der Verläumdung, der Selbst-Liebe, des Geizes, der murrischen Unhöflichkeit, etc.
Page 32 - Die Fehler einer übelen Erziehung sind von der Wiege an bis zu den männlichen Jahren gezeiget worden. Ich bin dem Menschen fast durch alle Stände und Abwechselungen seines Lebens gefolget. Ich habe ihn betrachtet als einen Ehe-Mann, Vater, Unterthan, Bürger, Kaufmann, Rechts-Gelehrten, eine Obrigkeitliche Person, etc. und was in jedem Stande seine Schuldigkeit sey, ihn aufrichtigst belehret. Ich habe ihm die Thorheiten einer übermässigen Pracht in Kleidern, Carossen, Gärten, Gastereyen, Leichen-Begängnis...
Page 35 - Bezeichnend sind auch seine Forderungen für die Gestalt dieses Aufsatzes: er soll „gelehrt und allgemein, munter und sinnreich, ernsthafft und angenehm, fremd und unerwartet, rein und natürlich, kurtz, aber doch weitläufftig und reich, auch insonderheit nutzbar" sein. Weder bei Milberg, noch bei Jacoby ist eines allerdings nicht zur Ausführung gekommenen Projektes des Verfassers gedacht. In Nr. 105 (S. 4) berichtet dieser, daß er außer dem Donnerstagblatt noch Montags ein zweites ausgeben...
Page 36 - ... Würdelosigkeit und halbfranzösischer Sittenlosigkeit und Oberflächlichkeit zu setzen, folgen wollte. Ernste Erziehungsarbeit an der heranwachsenden * Jugend leisteten schon die älteren Moralischen Wochenschriften.1) Der „Patriot" von 1724 sagt wörtlich: „Die fast durchgehends bei uns versäumte oder vielmehr ganz irrig angestellte Kinderzucht ist die erste und mächtigste Ursache unseres mannigfaltigen Unglücks.
Page 14 - Liebe und Ehe, die Kunst der Erziehung, die wirkliche und die nur gekünstelte Feinheit des gesellschaftlichen Umgangs, Bescheidenheit, Ehrsucht, Geiz, Stolz, der Luxus in Kleidern und Equipagen, Prüderie und Koketterie, die Unsitte des Duells, das Laster des Spiels, die Glücksjägerei im Lotto, Religiosität und Freidenkerei, Fanatismus und Toleranz, das politische Kannegießern, die Pedanterie der ') Über die Persönlichkeit Matthesous vgl.
Page 30 - Ich bin ein Mensch, der zwar in Ober«Sachsen gebohren, und in Hamburg erzogen, worden: der aber die gantze Welt, als sein Vaterland, ja als eine eintzige Stadt, und sich selbst als einen Verwandten oder Mit«Bürger jedes andern Menschen, ansiehet.
Page 3 - Die Haupt-Sache aber, so ich allezeit vor Augen gehabt, ist diese, daß ich meiner Mit-Bürger Sitten und Betragen bessern, die Tugend angenehm, das Laster hingegen scheußlich machen mögte. Wie weit ich es darin gebracht, muß ich einem unpartheyischen Leser zu urtheilen überlassen. Wenigstens habe ich in der Mannigfaltigkeit meiner Papiere die wichtigsten Pflichten des Menschlichen Lebens berühret.
Page 27 - Neuangelegte Nouvellen-Correspondence aus dem Reiche derer Lebendigen in das Reich derer Todten...
Page 9 - ... Vorrede sechs Gründe ins Feld. Betreffs Zeit der Ausgabe, des Verlegers und Druckers, der Einrichtung der Zeitschrift und ihrer Beeinflussung durch die englischen Originale verweise ich auf Jacoby.2) Erwähnt möge hier nur noch sein, daß sich der Verfasser besonders der weiblichen Welt empfiehlt, damit diese durch das Lesen von schlechten Verrichtungen abgezogen werde und dann und wann in ein nützliches Nachdenken gerate (vgl. Nr. 26). In der Einkleidung seiner Abhandlungen zeigt der Verfasser...
Page 2 - ... das Christenthum in Verfall gerahten, weil sich Leute gefunden, die mit natürlichen und vernünfftigen Gründen ihre Mitbürger in Sachen, den gemeinen Umgang, die Haußhaltung, Kinder»Zucht und der- 20 gleichen, betreffend, gerne haben von Thorheiten abführen, und ihnen dasjenige sagen wollen, was entweder so sonderbar, oder so lebhafft zu sagen, die Umstände eines heiligen Amts und Ortes nicht allemahl zulassen.

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