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Herausgegeben von der Deutfchen Ev. Luther. Synode von Miffouri. Ohio und anderer Staaten. Nedigirt von E. F. W. Walther. *

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Jnbalt: W elchcs der Ha n dtp uukt in diefer Lehre fei. über welchen die Lntheraner mit den Pauiften ftreiten, - Zu deffen befferer Entwickelung und Darlegung wird gleich von vorn herein zugegeben. d'aß Vergebung der Sünden und Erneurung miteinander verbunden feien; aber zugleich erinnert. daß fie nicht miteinander vermengt werden follen, -** Zuerft muß ich von jener fophiftifchen Betrügerei ttnd Verdrehung reden. da unfere Gegner den eigentlichen Streitpunkt. um den fichs handelt. fchlau und lifiig ins Dunkel fiellen und verbergen. und auf eine gehäffige Weife unfere Lehre in ein recht fchlimmes Licht zu fehen fuchen; als ob wir nämlich leugneten. daß die Erneurung eine Wohlthat unferes Mittlers. des Sohnes Gottes. und mit der Rechtfertigung verbunden ici. Es ifi* ja freilich gewiß. daß Beides Wohlthaten unferes Mittlers. des Sohnes Gottes find. nicht nur die Vergebuttg der Sünden. fondern auch die Erneurung. in welcher der heilige Geifi in den Gläubigen neue Tugenden erweckt und

wirket. Denn Ehriftus hat uns durch fein Leideuenicht nur Vergebung der Siinden verdient. fondern auch diefes. daß uns um feines Verdienfies willen der heilige Griff gegeben wird. datnit wir ertteuert werden im Geifi unferes Gemüthes. Von diefen Wohlthaten des Sohnes Gottes lehren wir. 'daß fie miteinander verbunden uttd vereinigt feien. fo daß. wenn wir Vergebung der Sünden erlangen uud mit-Gott verföhnt werden. uns auch zugleich der Geift der Erneuerung gegeben werde. Aber deswegen vertnengen wir fie nicht mit einander. fondern unterfcheide-n fie; fo daß wir jede an ihre gehörige Stelle in rechter Ordnung fehen und deutlich lehren. was jeder eigenthümlich ift und befonders zukommt; wie wir dies aus der Schrift gelernt haben: daß nämlich die Verföhuung oder die Vergebung der Sünden vorher gehe und die Erneuerung. d. i. der Anfang der Liebe und des neuen Gehorfams darauf folge; vorzüglich aber. daß der Glaube gewiß verfichertfein folie. er habe einen guädigen. verföhnten Gott und Vergebung der Sünden nicht wegen des folgenden und angefangenen neuen Lebens. fondern wegen unferes Mittlers. des Sohnes Gottes. Hieraus erwet'f't fich die Befchuldigttng der Papifien. als zerriffen'oder verftümmelten wir die Wohlthaten der *Erlö* ng unferes Heilandes. als falfch und als Verl dung. Solche Verläumdungen find aber enthalten in den Tridentinifchen Decretemg“1 enn alle diefe Decrete find .fo gefchtuiedet. da fie

zwar nicht offen und geradezu. aber doch indireet und verdeckt uns in denBufen fchieben. als lehrten wir. die Gläubigen haben 'nur Vergebung der Sünden. und werden nicht auch durch den heiligen Geift erneuert; ferner. Chriftus habe uns nur Verföhnnng und Vergebung erworben. und nicht auch zugleich die Erneuerung; als fchlöfien wir die Erneuerung. Liebe und neuen Gehorfam alfo aus. als feien diefe Tugenden und Wirkungen d'er “Gnade des heiligen Geiftes

bei den Verföhnten weder in der Rechtfertigung_

gegenwärtig. noch folgten fie auf diefelbe; als ncitffe bei den Verföhnten blos Eine Tugend vorhanden fein. nämlich die Tugend des Glaubens; der übrigen Tugenden Gegenwart oder Nachfolge fei fchlechterdings ausgefchloffen. Es find aber diefes unverfchämte.bos_hafte Schmähungen und Verläumdungen. wodurch_ fie Lärmen und Verwirrung anrichten. daß einfältige und ununterrichtete Leute nicht merken und gewahr werden follen. um was fichs eigentlich in diefem Strelle handle. Denn oft und wiederholt ifi es von den unfern erklärt worden. daß wir klar und deutlich lehren. in den Wiedergeborenen- miiffe nicht nur eine Kenutuiß der Glaubensartikel fein. fondern auch rechtfchaffeneNen und Buße. und ein guter Vorfah; es ncüffe ein Anfang der Liebe da fein und gute Werke folgen. Ausdrilcklichverdammen wir die gotteslä e Lehre des Zauberers Simon. welcher vdtÜ . folchen Menfchen. die aus Gnaden durch den Glauben felig worden _feien. fiehe es

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wollten. Das ift ein bitterer und wahrhaft ein recht eigentlich fatanifcher Hohn. durch welchen er die Lehre der Apoftel von der Gerechtigkeit des Glaubens umfonft. aus Gnaden. und von der chrifilichen Freiheit verhöhnen und verfpotten. und frommen Herzen verdächtig und verhaßt machen wollte, Ernftlich und von Herzen entfehen wir uns au*ch vor der Gottesläfterung des Bafilides. welcher vorgegeben hat. wir werden alfo aus bloßer Gnade durh den Glauben felig. daß nun alle möglichen Handlungen einander völlig gleich feien. und diefelben ohne allen unterfchied fammt aller Luftbegierde gehegt nnd verübt werden könnten- Wir verwcrfen und verdammen auch die Lehre der Gnoftiker. welhe gefagt haben. fie werden durch die bloße Erkenntniß felig; und wegen der Vortrefflichkeit des Glaubens werden fie fo geiftlich. daß fie nicht aus der Gnade fallen können. fie mögen verüben was fie wollen. Wir bezeugen auch unfer großes Mißfallen über der Rede des Aetius und Eunomius. welche Auguftin anfiihrt; Diefe follen nämlich in folchem Grade Feinde guter Sitten gewefen fein. daß fie verfichert haben: “keinein könne weder die Veriibung noch das Beharren in irgend einer Sünde etwas fchaden. wenn er fich nur an den Glauben halte. den fie lehrten.

Diefe Dinge habe ich zu dem Zwecke hier angeführt. daß rechtfchaffene. redliche Männer. wo fie auch fein mögen. einfehen könnten. daß unfere Kirchen auf eine ganz ungerechte Weife durch folche Verlliumdungen gefhmähet werden. als ob wir die andere Wohlthat des Sohnes Gottes. nämlich die Erneuerung des Geifies verwürfen. und die Lehre von der Buße und vom neuen Gehorfam. von der Liebe und 'von guten Werken fehleehterdings aus unferen Kirchen ausfhlbffen. Auch war es nbthig. diefe Erklärung vol-auszufchicken. damit der eigentliche Punct. um den fichs in diefem Streite dreht nnd handelt. und der von den Tridentinern fo hinterliftig und mit fo großem Fleiß verdeckt und verfteckt wird. klar und deutlieh angezeigt und aufgeftellt werden könnte. Denn keineswegs ift das die Frage; obdie Gläubigen. nachdem fie Vergebung der Sünden 'durch den Glauben an Ehriftum ein. pfangen. auch im Geifi ihres Gemüthes erneuert werden? auch ift niht die Frage: ob auch die Erneuerung zu den Wohlthaten Chrifii gehöre? auch wird night darum geftritten. ob in einem Menfehen Buße fein müffe und Neue. und ein guter Vorfah. und ob die Liebe angefangen

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gefammelt von M. Martin Statius.

evangel. Prediger zu St. Johann in D anzi'g. in feinem [author-us :acti'j' ue, (der wieder von den Todten erftandene Luther); welche klar und augenfcheinlich beweifen. daß die Vorwürfe und Befchn ldigungen der Papiften gegen Luther und feine und feiner Glaubensgenoffen Lehre nihts Anderes. als unverfchämte. boshafte Schmähungen und Verläumdungen find.

1. Zeugniß. Nachweifung. wenn der Glaube vor Gott gerecht *maeht. wo dann die Werke bleiben?

Wir haben eine helle und befiimmte Art und Weife. von der Gnade und von Vergebung der Sünde zu reden; weil wir die Werke und den Glauben rein und richtig unterfcheiden. und einem Jeden feine eigene Art und fein Amt zutheilen. wodurch man in den Stand gefeht wird. vou allen andern Theilen und Lehren gewiß zu richten uud zu urtheilen. Wenn aber diefer richtige llnterfchied nicht klar gehalten wird. fo bleibt immer etwas von den Werten. welchedent Glauben helfen follen. mit eingetnengt. Diefes fiehet man an den Papiften. unter welhen die Allerbcfien gelehrt haben. und noch lehren. daß dem Glauben die Werke oder die Liebe. Kraft und Geftalt geben; wie fie fagen: der Glaube fei geftaltet. und die .Liebe fei die Gefialt des Glaubens; und fie führen gar herrlich den Spruch St. Pauli Gai. 5. an: Ju Chrifto gilt weder Befchneidung noch Vorhaut etwas. fondern der Glaube. fo durch die Liebe thätig ift; fie verftchen darunter.daß der Glaube nichtv o r den Werken. fondern d u rch die Werke. Gnade und Seligkeit erwerbe; obgleich St. Paulus hier niht d a v o n redet. was der Glaube in feinem eigenen Werk fei oder thue. (was er vorher durch die ganze Epiftel deutlich und reichlich lehrt). auch nicht. was die Liebe fei oder thue; fondern ganz kurz zufammenfaßt. was ein ganz hriftliches Leben fein folle. nämlich. Glaube und Liebe: Glaube gegen Gott. der Ehriftum ergreift. und Vergebung der Sünde ohne alle Werke bekommt; fodann Liebe gegen den Nächfien. welche. als des Glaubens Frucht. beweifi. daß der Glaube recht. und niht faul oder falfh. fondern thätig und lebendig hifi. Darum fagt er nicht. daß die Liebe thätig. fondern daß der Glaube thätig fei; daß der Glaube die Liebe übe und thc'itig mache. und niht die Liebe den Glauben. wie es die Papiften verkehren. und fo der Liebe Alles und dem Glauben Nichts zufchreiben ; während St. Paulus Alles dem

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Glauben zufchreibt; als der nicht allein die Gnade von Gott empfängt. fondern anch gegen den Nächfien thätig ifi. und die Liebe oder Werke hervorbringt und wirkt. Nun find ja auch alle Lehren. die uns auf Werke weifen. gegen die Taufe; in der wir ohne Werke die Gnade empfangen und ewig behalten follen. wie diefe Lehre St. Paulus überall gewaltig treibt.

2. Zeugniß. Nicht allein der Glaube. fondern auch die Werke werden von wahren Ehriften erfordert; daß diefe Lehre nicht papiftifch und was d er unterfchied zwifchen Luther's und der Papiften Lehre fei.

Wir zeigen. wie man dazu komme. daß man fromm vor Gott werde; fie. die Papiften. aber. wie allein vor den Leuten; wo fie es noch fo gut machen; obgleich fie daffelbe (das Frommfeyn) erheben wollen. als follte es vor Gott gelten; fie brauen fo in Einen Brei. als Solche. die Nichts davon. was fie fagen oder fehen. wiffen oder erfahren haben. Denn was ifi es. daß Du viel fchreiefi: wer gen Himmel kommen will. muß die Gebote halten 2c. Hieraus wirfi du es nicht zuwege bringen. ' Denn fchaue dich felbfi an. und fuche in deinem Bufen. fo wirft du finden. daß du in Sünden geboren bifi und gelebt haft; und daß du nicht zu geben vermagfl. was das Grieß erfordert; was fperreft du denn den Leuten den Mund auf und fprichfi mit folhen Worten: du follfi fromm fein. fo wirft du felig. woraus doch Nichts folgt. und wwdurch du_ Niemand zeigefi. wie er dazu kommen foll. Die Worte hör ich wohl. was 'das Gefeß erfordert; wie bring ichs aber dazu. daß es fo gehe? Da weifeft du mich abermals auf mich. und fprichft: Du mußt gute Werke thun. Wie beftehe ich aber vor Gott? wenn ich gleich gute Werke gethan habe und vor den Leuten frontal gewefen bin. wie du mich lehreft; und wie gefchieht es. daß ich gewiß fei. daß Gott mich auch dafür halte? Denn da ifi mein eigenes Herz und Gewificn gegen mich. und fpricht Nein dazu. Du follteft aber mich lehren. wie St. Paulus 1 Titnoth. 1. und überall thut: daß das Frommfein aus dent bloßen. ungefälfchten Glauben hervorgehen muß; daß man vor allen Dingen den Gnadenfiuhl erlange. und dort habe und zufeße. was uns mangelt; dann erft ifi der Spruch; ..Halte die Gebote.“ recht verftand'en; denn das will das Gefeß. daß du ganz fromm feiefi. fowohl vor Gott. als vor den Leuten. Wenn du das haft. fo gehe dann heraus unter die Leute. und übe die Liebex und thue gute Werke; fo allein kommt man recht zur Sahe. und erfüllt alle folche Sprüche; denn auf diefe Weife gibt und thut der Menfch. was das Gefeß erfordert: zum Erften. vor Gott; doch nicht durch fich. fondern durch Ehriftuin. ohne den wir vor Gott Nichts thun können; dann auch durch fich felbft vor den'Leuten. Ein Solcher ift nun ganz fromm; inwettdig durch den Glauben. oder Ehrifium; dann auswendig durch fein Thun; doch fo. daß auch damit Vergebung der Sünde verbunden fei; in der Art.

und eingeben'. daß .der Chriften Gerechtigkeit allerdings vielmehr m Vergebung, als in eignent Thun befiehLZ was jene lofen Wäfcher umkehren. und ohne Vergebung allein auf unfer Thun dringen,

3. Zeugniß. Wie zum chrifilich_en Leben vorzüglich Glauben und Liebe gehören; von welchen man richtig lehrett und predtgen foll.

Diefe zwei Artikel find zu lehrett und zu pre

digen. Erftens foll man dafiir forgen; daß der Glaube an Chriftutn recht geprediget werde. Sodann foll man predigen. daß die Früchte und guten Werke reset getrieben werden, Zum Glauben gehört; daß wir wiffen, was die Sünde, das Gefeß und der Tod fei; und was er herbeiführet, Ferner; wie wir wieder zum Leben kommen, und in demfelbett bleiben. Auf diefe Weife lehret Paulus in alien feinen Epifteln; fonderlich in der an die Römer; zuerft vom Glauben an Ehriftutn; und pflanzet einen guten Baum; glcichwie Einer, der einen guten Garten anlegen will; zuerft gute Bäume haben muß; fo thut auch Paulus: vorn herein pflanzet er gute Bäume; und lehrt, wie wir gute Bäume werden, nämlich; gläubig und felig werden follen. Diefes hat er bis an das 12, Capit. des Römerbriefes befchrieben; Hier im 12. Eapit. lehrt er die Früchte des Glaubens bis ans Ende der Eptft.; damit wir nicht falfche Chriften fein follen; die allein den Namen haben, fondern rechte, wahrhaftige Gläubige fein follen. Diefes ift die Predigt von guten Werken. welehe Gott vorzeichnet; daß wir. die wir

durch den Tod des Sohttes Gottes erl'o'fet find. f

gottfelig leben follen; als die wir nicht in diefesc fondern in das ewige Leben gehören. wenn wir anders recht glauben. daß wir nicht nach dent Glauben wieder in die Welt gerathen. wie er de..n kurz zuvor gefagt hat: Erneuert euch im Geift eures Gemüthes. - Es foll unfere Sorge fein; daß wir Gott; dem Vater aller Barmherzigkeit und Troftes dankbar fein; und hinfort uns aufteilen; daß uttfer Glaube nicht in den Worten; fondern in der Kraft beftche. Denn Paulus fpricht 1. Cor. 4.: Das Reich Gottes beftehet ttiazt in Worten; fondern inKraft. Es ift nicht genug; daß wir fein davon reden uiid fchretbeu können; fondern das Leben und die That muß der Wahrheit Zeuguiß geben; daß wir unfere Liebe nnd unfere Wohlthaten gegen Freunde und Feinde darbringen. 4, Zeugniß. Von der falfchen Mittelftraße der Welt. Die Welt bleibt aliezeit fo; daß fie entweder falfch vom Glauben rühmt; oder daß fie ohne Glauben allzuheilig fein will. Predigt man vom Glauben und von der Gnade. fo will Niemand Werke thun: dringt man auf die Werke; fo will Niemand an den Glauben; und es find diejenigen felten; die fich auf der rechten Mittelftraße halten; ja es wird auch wohl den frommeu Chriften fchwer. Denn ich befenne für mich felbft; und ohne Zweifel müffen es Andere auch bekennen; daß mies an demjenigen

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als vorhin haben follte; und daß ich viel nachläffiger bin; als unter dem Papfithum; und es ift jeht nirgends ein folcher Ernft bei dem Evangelio; wie man vorher bei Mönchen und Pfaffen gefehen; woman fo viel geftiftet und gebauet hatte; und wo Niemand fo arm war, “der nicht Etwas hätte geben wollen. Aber jest ift nicht eine Stadt; die einen Prediger ernähren will; und nur Rauben und Stehlen herrfcht unter den Leuten; und fie laffen ihnen Niemand wehren. Woher kommt diefe fchc'indliche Plage? Von der Lehrer fagen die Widerfachen daß man lehrt; man folie nicht auf die Werke bauen und trauen, Aber nein! es ift der leidige Teufel; welcher der reinem heilfatnen Lehre fiilfchlich das zumiffet, woran vieltnehr feine und der Leute Bosheit Schuld ift, die diefe Lehre mißbrauehen; fo wie auch die Trägheit unferes alten Adams; der immer den Holzweg zur Seiten hinaus will;

und treibt. der, ob er gleich vornehmlich fish vorgenommen, zur Liebe zu ertnahnen, doch auch des Glaubens nicht vergißt, und fich iinmer auf ihn bezieht. -- So wollen und konnen jene- unfere Widerfacher. nicht lehren. fondern wollen entweder den Werken Alles geben, oder, wie Andere; die Liebe gar unt-erlaffen; und .noinen, es fei genug. daß fie viel vom Glauben fagen können. Du aber bleibe auf diefer rechten Mittelftraße, daß du nicht nur den Hauptruhm gegen Gott behalteft; auf den wir endlich und gründlich unfere Znverficht fehen müffenauf den wir auch 'getauft find; und Beides, leben und fterben müffen; welcher ift unfer Herr Zefus Chrifius; der unfere Sünde durch fein Blut abgewafchen hat; und jeßt zur rechten Hand des Vaters fißet und uns Alles fchenket; fondern daß du auch dabei gegen der Welt dich rühmen; und von deiner Liebe trotzen könneft;

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uiid deutet; es habe nicht Noch; ob wir gleich daß es nicht in bloßen Worten beftehet fondern nicht viel gute Werke thun; und wir werden ivorGottes Gericht beftehen, und dafelbft beweiunverfehens faul und unachtfam; und verfau-'fcnnnen» daß es ein rechter- ungefärbter ern darinr bis wir den Saft und die Kraft des Glaube. und eine rechtfchaffene; völlige* Liebe Wahrheit des Evangelii erhalten und nicht verloren werden. haben wir ihnen widerfteheii und ihre fchädlichen Jrrthiimer verdammen milffen; da haben fie fich wider uns gefetzt und ihren

Glaubens gar verlieren. - Auf der rechten Mittelftraße will Niemand bleiben; daß wir uns nämlich gerade vor Gott verläugneten; als Solche; die Niazts fuchen; als lauter Gnade; und diefe; die auch angeboten und verheißen wird; empfangen; dann aber hingingen und thären; was wir könntem und zwar auch frei umfonft; um keines Verdienfts' oder eigenen Genufies willen; man fagt und predigt dieß; man hörts wohl; es kann es aber Niemand; wenn mans können und beweifen foll.

Ich habe ja fleißig bisher und noch gelehret uiid ermahnetr daß titan Glaube und Liebe nur wohl von einander unterfcheida und ein Jedes recht lehre und treibe. Denn man gibt uns fonft Schuld; weil wir des Glaubens Lehre fo hoch treiben; daß wir von guten Werken Nichts predigen/ noch halten; obgleich wir doch vor aller Welt bezeugen können; daß wir viel herrlicher uttd gewaltiger von guten Werken gepredigt ha. ben; als fie felbft- die uns lc'ifiern. Aber das ftrafen wir; daß fie die Werke und den Glauben nicht unterfcheiden; fottdern unter einander bräuett und mengen. daß man nicht weiß; was der Glaube oder was die Werke thun und geben; ia daß fie vom Glauben; bevor wir mit unferer Lehre aufgetreten find; gar Nichts gewußt; und Alles den Werten beigelegt haben, was Chriftus durch den Glauben geben foll. Wir aber dringen darauf. daß man von Beiden einen rechten unterricht und gewiffen Verftand habe und behalte wie weit der Glaube uttd die Liebe; oder wie weit die Werke gehen. Denn die Welt will doch der wahren Wege feinen recht. fondertc immer den Holzweg gehen: entweder gar Nichts thun und wirken, oder nicht gläuben; fie fiihrt immer zur Seiten hinaus, indem fie entweder den Glauben oder-'die Liebe fahren läßt; die Mittelftraße nur will fie nicht trefien; dadurch; daß fie den Glauben gegen Gott rein und unverfehrt. und die Liebe gegen den Nächften von rechtfchaffenem Herzen übte; wie diefes-auch St. Johannes Beides fordert

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gewefen fei. die ihre Tugend und ihre Art durch rechte Werke darthutp-_zfo daß man's fehen und und greifen könne. * Denn der wahre Glaube ift nicht ohne die Liebe; fondern ift durch diefelbe thätig. foll er anders kein erdiehteter; heuchlerifcher; fondern ein rechten lebendiger Glaube fein. Denn ein lebendiger Glaube ift derjenige; der fich in guten Werken durch die Liebe übt und und anhäl't. Das ift denn nichts anders als fo viel gefagt: Wer ein rechter Chrift und in Chrifti Reich fein will. der muß wahrlich einen rechten Glauben haben: nun ift aber freilich der Glaube nicht recht, wo nicht die Werke der Liebe nachfolgen. -- DennF wenn der Mettfch durch den Glauben an Ehriftum gerecht worden ift. und ihn durch den Glauben bekommen hat; und nun weiß. daß derfelbe feine Gerechtigkeit und fein Leben ift: alsdann wird er gewiß nicht mi'tffig und ohne Werke bleiben; fondern er hat den heiligen Geift; wo aber der ift. lc'iffet er den Menfchen nicht-faul noch müffig fein; fondern treibt ihn zu allerlei Gutem. Darum fagen wir auch; daß der Glaube ohneWerke nichts werth oder unnüß fei; das ift, daß der Glaube, der ohne Werke ift. lauter Nichts das ift; ein fchlechter; erdichteter Wahn und Traum des Herzens ift; welcher falfch ift und nicht gerecht macht, Gleichwohl machen die Werke der Liebe den Glauben nicht rechtfchaffen; fottdern mein Glaube macht die Werke rechtfchaffen. Darum fagt Paulus; daß weder die Befchneidung noch Vorhaut etwas gelte; fondern eine neue Creatur; wodurch wir dent Ebenbilde Gottes ähnlich werden; welche nicht durch Werke der Liebe gefchaffen wird, fondern durch den heiligen Geift. weleher durch den Glauben die Herzen reinigt; uns einen-neuen Verftand und Willen gibt, daß wir Gott fürchten; lieben und ihm vertrauen; und der uns Kraft verleiht; das Fleifch zu zähme-n, und uns vor der Welt Gerechtigkeit und Weis.heit zu bitten.“ Es_heißt demnach eine neue Creatur die Erneurung des Sinnes, die durch den heiligen Geift gefchieht, Hieraus folgt denn l

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Wer trägt die Schuldh daß die proteftantifche Kirche fo zertrennt ift?

Auf diefe Frage hat Luther bereits die Antwort gegeben; außer anderen Stellent die bereits mitgetheilt wordenj in feiner Auslegung des Briefes St. Pauli an die Galater. Dafelbft fchreibt er erftlich über die Worte: L af f et uns nicht eitlec Ehre geizig feine unter einander zu entrüfien und zu haff e n.“ (5. 26.) Folgendes:

...Da zeiget er (Paulus) an. was aus dem E hr g e i z endlich zu folgen pflege. Wer etwas Neues hervorbringen und Zrrthum lehren' will, der kann es' nicht umgehen. er muß andere entr'ü fte n. Denn wenn diefelben feine irrige Lehre nicht allein nicht annehmen. fondern als Irrt'ium verdammen. wird er drüber zornig. und will es fiir Recht vertheidigen. Das leiden die andern nicht; da hebt fich's denn. . Da wir den Schwärniergeificrm die das Abendmahl Chrifti anfechtenj nicht weichen und ihre verfiihrifche Jrrthilmer nicht billigen wollten. ging es uns auch alfo. Wir haben. Gott Lobl den Vortheile daß wir fie nicht-zum erfien entriiftet haben; denn wir haben keine falfche Lehre in der Welt ausgebreitet. fondern die Mißbränche in der Ehrifienheit geftrafet und den Artikel. welcher lehret. wie man vor

* Gott gerecht muß werden. treulich gepflanzet. ' find alfo aufderrechten Bahn geblieben. Dtefen

Artikel haben jene „(Zwingli und feinesgleichen) „fahren laffen und viel gottlofes Dinges gelehrei. das Gottes Wort flracks entgegen ift: von den Sacramenten. von der Erbfiindey von der mündlichen Predigt Ik) ie. Sollte nun da die

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4') Wie unbiblifch unter Anderen Zwingli von den .Saeramenten gelehrt habe. ift bekannt. Er ging hier fo welt. daß felbft Calvin im September des Jahres 1542 von Zwingli an Viretiis fchreibt: „Vielleicht hat er (Zwingli j gegen Ende feines Lebens die Sache wieder vorgenommen iind das Verfeheiie wieder gut gemacht, Uber was die erflen Schriften betrifftF fo erinnere ich mich. wie gemein und ungöttlih (yrof'aria) feine Lehre von den Sacranienten fei." Leider aber konnte Calvin wohl wiffenr daß Zwingli feine ratlonalifiifche Lehre von den Saeratnenten nie wiederriifen» fondern diefelbe nure nach erhaltener vielfaiher Ermahnnngt immer ärgerllcher vorgetragen hatte. .Hatte er doch kurz vor fetnemTode noch folgendes Bekenntniß gethan-t „Ich wi'mfihte fehr- daß das Wort „ S a e r am ent *- me von den Deutfehen angenommen werden wiiret außer wenn man es in feinem urfpri'ingliihen äehten Sinne genommen hätte. Denn wenn die Leute das Wort „S a er a m ent" böreii- fo verfiehen fie gleich etwas Großes und Heiliges d arnn t ert was durch feine Kraft das Gewiilen von den Sünden befreie." (de rei-ii et fulda rei. 1*. ll. 0nd. p. 197.) Es war alfo Zwingli fchon zuwiderh daß der Name „Sacrament“ die Leute allerdings auf die Gedanken bringt. Taufe und Abendmahl mijfie wohl etwas

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Irrthum fiir Wahrheit erhalten wollen. wie al

ler Rottengeifier Art ift; haben uns alfo ohne

unfere Schuld am erften entrllftet; find uns dazu bitterfeind worden. dazu fie doch nichts beweget hat. denn Ehrgeiz. Denn darum war es ihnen zu thun. daß fie uns allerdings unterdri'ickten und fie allein oben fchwebeii möchten."

Geil, 6h 1: „Lieben Brüder. fo ein Menfch etwa von einem Fehl iibereilet wiirde- fo unterweifet ihn mit fanftmüthigem Gcifij die ihr geifllich feid."

„Die Saeramentirer wenden diefen Spruch fiirt wollen daraus fchließenj daß wir den Brilderuh fo gebrechlich fiiid- etwas zu Gute halten follen. mit ihnen Geduld habenj und ob fie gleich etwa in der Lehre geirret hc'itten- folehen Jrrthum hingehen lafien um der Liebe willen. welehe alles glänbet. alles hoffen alles zu gute hält. Sonderlich weil St, Paulus allhier mit klaren. hellen Worten lehren daß die Geifiliihen die. fo von einem Fehl iibereilet werden. mit faiiftmüthigem Geift nnterweifen follen. Geben weiter für. die Sache fei nicht fo groß. daß man um des einigen Artikels willen vom Sacrament die Ehriftliche Einigkeit zertrennen follte. weil die Chrifienheit kein feiner nützlicher Ting habe. denn folche Einigkeit ii. f. w. Machen alfo ein groß Geplerre. wie man gerne die Sünden vergeben foll- denenj fo gefallen find„ aufhelfen u. f. w. Weil wir folches nicht thun. geben fie uns fchnldt wir fein gar zu eigeiifinnig. die ihnen nicht ein Haar breit weichem ihren 'Zi-rthnm nicht zn gute haltenF (den fie doch nicht bekennen) viel weniger aber fie mit fanftniuthigem Geift unterweifeu wollen n. f. w. Alfo wiffeu fie ihre Sachen bei den Leuten fein zu färben und fchmückenj und uns allen llnglimpf in Bnfen zu fchieben.

Nun weiß aber mein HErr CHrifius ja wohldaß mir viel Jahre her kein Ding fo wehe gethan hat. als diefe Uneinigkeit in der Lehre- welcher llneinigkeit ich doch je keine Urfache und Anheber binx wie die Rottengeifier felbfi wohl wifiew wenn fie die rechte Wahrheit bekennen wollen.

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Denn ich gläube und lehreja aiifdiefenheutigen Tag nichts anders. denn ebendaffelbe, fo ich ge: gläubet und gelehret habe„ da ich diefe Sachen angefangen habe. Dennj wie ich erftlich von dem Artikel der Ehriftlichen Gerechtigkeit, von den Sacramenten. und allen andern Artikeln unfres heiligen Chriftlichen Glaubens gelehret habe. dabei bleibe ich noch heutiges Tages; ohne allein, daß ich von GOttes Gnaden ihrer jegund gewiffer binj denn ich im Anfang war. Das macht mein täglich Studiren. llebung uiid Ecfahrung. darüber auch viel große. fchwere und vielfältige Anfechtungen, und bitte meinen HErni Chriftum alle Tagg daß er mich im folchem Glauben und Bekenntniß gnädiglich erhalten nnd ficlrken wolle bis auf den Tag feiner herrlichen Zukunftj Amen.

Darüber weiß freilich ganz Deutfchlend wohl, daß das Evangelium anfänglich von niimand angefochten ward. denn von denPapiftcn allein, Die aber. fo die Lehre des Cvangelii d»azumal annahinemwaren derSachen eins über allenArtikel n; und blieb anch folche Einigkeit fo lei-.ger bis die Rotten niit ihren neuen Grillen ind Opinion fich herfiir thaten, nicht allein von den Saeramentem fondern auchoon andern Artikeln. Die haben aufs erfte die Ehrifilichen Gemeinden berwi'rrct und ihre Einigkeit zertrennct; fiiit der Zeit find der Rotten je länger je nicht worden. Denn wenn ein Irrthum entfiehcti folgen immer andere. bis man gar von der Wahrheit kommt. Daraus denn gefolget. daß die Einigkeit der Herzen über den Artikeln des Glaubens zertrennet ifi; will ein jeder daraus inachen. was ihn gut und reiht deucht. Darum thun fie uns große Gewalt und Unrecht. daßfic uns fchuld gebenj daß wir die Ehriftliihe Einigkeit zertrennet haben follten. Es thut fehrwchc. wenn ein llnfchuldiger die Strafe leiden follt fonderlich in einer fo großem hohen Sache.

'Doch könnten wir dies alles lcichtlich dergeffen. fie wiederum aufnehmen. und mit faultniiithigem Geift unterweifen. wenn fie nur auf die rechte Bahn kehr-eien. und mit uns ordentlich wandelten. das ift. wenn fie vom Abendmahl des Herrin nnd andern Artikeln der Chriftlitbcu Lehre reiht und Ehrifilich halten und lehren wollteu/ und predigten mit uns einmüthig nicht ihre eignen Grillen und Träume. fondernChrifieim; aiifdaß alfo der Sohn Gottes durch uns nnd der Vater durch ihn gepreifet werden möchte, Nun aber mußen fie allein die Liebe und Chrifiliche Einigkeit auf die mati nicht zertrennen foll; machen dagegen den Artikel vom Sucrament geringe; als wäre wenig daran gelegt!)wir hielten vom Abendmahl des Herrn- wien-c wollten. * dernr fo fehr fie auf die Einigkeit des Lebens dringen. fo fehr dringen wir anf dieEinigkeit reelle()-le und des Glaub ens. Wenn fie uiisdnfclbe unverletzt bleiben laffen, wollen wir dem? die Einigkeit der Liebe ja fo hoch prei'fejd W fie; doch allzeit ohne Schaden der Einigkcitdti Glaubens und Geifies, Denn wenn du kl

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Das können wir nicht leiden; foll* 'ez-(zug- fo haiL W Cdklfium verlorem Wenn aber der dahin ifi- lo wird dir freilich der Liebe Einigkeit nichts nühe fein.

Dagegen wenn du die Einigkeit des Geifies und Chrifium erhältefti fchadet dirs nichtt ob du gleich mit denen nicht eines bifie fo das Wort verkehren und fälfchene und dadurch die Einigkeit des Geifteo zer-trennen. Darum will ich lieber- daß nicht allein fie- fondern auch die ganze Welt von mir abfallee und meine Feinde werden! denn daß ich von Chrifw abfallen und ihn zum Feinde haben follte; welches aber denn gefehiiheh wenn ich fein klar öffentlich Wort fahr-M ließee und hinge ihren (ofen Träumen ane dadurch fie die Worte Ehrifii auf ihre Meinung zwingen wollen. Mir ift d er einig e Chriftns viel größer und mehr„denn unzählig viel Einigkeiten der Liebe.

Mit denen aber- fo Ehriftnm lieben und fein Wort recht lehren und glauben, erbieten wir unsy daß wir nicht allein wollen Friede und Einigkeit haltene fondern wollen auch herzlich gern leiden und tragen alle ihre Schwachheit und Sünde; wollen fie gern mit fanfrmiithigem Geift unterweifen, wenn fie gefallen find; wie St. Paulus nicht allein hier lehret. fondern auch mit der That beweifet. Denn er hat den Galatcrn ihre Schwachheit zu gute gehaltene da fie fo greulich gefallen find; itenn andern Gemeinden mehn fo die falfchen Ahoftel oerkehret haben- da fie fich von Herzen und mit Ernft beiehrten und befferien, Alfo hat er auch den Vlutfchänder wie; der aufgenommene 2 Cor, 2. 5. faq. Item den Knecht Onefimon, welchen er zu Rom im Gefängniß zunt Glauben bekehretee hat er mit feinem Herrn wiederum oerföhnete dem er entlanfcn wan Philem. v, 10. faq. Hat alfo eben das- fo er hie und anderswo lehret/ durch fein felbfi Ereinpel fein bewiefenx wie man denen wieder anfhelfen folle fo da gefallen find.,: doch die folche find, fo ihnen rathen laffent das iftx die ihren Irrthum- Sünde und Fall von Herzen erkennem und fich wiederum beffernz dagegen aber hat er aufs allergefchwindefte gefahren mit den falfchen Apoftelnß fo verfiockt warew und ihre Lehre- als wäre fie nicht irrige fon: dern rechtfchafien vertheidigcn wollten : „Wollte Gott- fagt er cap. 5e 12.- daß fie auch ausgerottet würdent die euch vcrftiiren!“ Item v, 10: Wer euch aber irre machen der wird fein liriheil tragen, er fei wer er wolle.“ Item cap. 1e 8: „So auch wir oder ein Engelvom Himmel herab n. f. w, der fei verflucht."

und ift kein Zweifel darani es werden viel gewefen feine die die falfchen Apoftel wider St. Paulum vertheidiget und gefagt haben: Sie hätten gleich fowohl den Griffe und wären Chrifii Dienere die 'das Evangelium lehretenh als St, Paulus. Dh fie nun gleich mit ihm in allen Artikeln der Lehre nicht übereinftimmetenß follte er darum wider fie ein folch Urtheil nicht fprechenz fintetnal er dadurche daß er fo fteif fein wollte anders nichts ausrirhtetex denn daß er die chriftliche Gemeinde nur irre machteß und ihre feine Einigkeit zertrennete u. f. w, l

Er läßt fich aber folche fehöne Worte garnichts

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anfechten, fondern gehet frei hindurch verdam- ihnen aufhelfen folle wie der 146. Pfalm v. 8 met und verflucht die falfahen Apoftele nennet faget: Sie koften ihn zu viel- nehmlich fein Le

fie ohne allen Scheu Verftörer der Gemeinden und Verkchrer des Eoangelii Chrifii; erhebt dagegen feine Lehre fo hoch, und wil(- daß. ihr alles foll weichen und Piah gebent es fei Einigkeit der Liebe- Apoftel- Engel vom Himmeh oder was endlich fein möge n. f.- w.

Darum mögen die, fo da wollen treue Seelforger feine aus diefer Lehre St. Pauli mit Fleiß lernen- wie fie mit denen umgehen follent fo da gefallen find, Lieben Brüderk faget erF fo ein Menfch übereilet wirde verbittert noch betreiber ihn nicht weiten verwerfet oder verdammet ihn nicht; fondern helfet ihm zur Befferungr erquicket oder unterweifet ihnt (denn alfo hältdae griechifche Worte) und was der Teufel durch feine Lift und Schwachheit des Fleifayes in ihm verderbt hatt das bringt wiederum zur Befferung »durch eure Sanftmüthigkeit. Denn das Reith, darin ihr berufen feide ift nicht ein Reichdarinnen man die Gewiffen fchretken und martern, fondern fie zurecht bringen und tröftenfoll. Derhalben wo ihr etwa einen Bruder fehen der erfchrocken ift um feiner Sünde willenF fo er gethan hat- da laufet flugs zuF reicher ihm die Hand- daß er von feinem Fall wiederum auffteheh tröftet ihn mit füßenß lieblichen Wortem nehmet ihn mit müttxrlithem Herzen auf, Diefe Hartfinnigen und Verftockten aben fo ohne Furcht in aller Sicherheit in Sünden beharren und fortfahren, die fcheltet und ftrafet hart; wiederum aben die- fo etwa don einem Fehl übereilet werden denen ihr Fall leid ift- und drüber in Traurigkeit kommenk denen follt ihr- die ihr geiftliüe feid- aufhelfen, und fie unterweifene und folches mit fanftmüthigem Geift. Nicht mit großer Schärfe und Strenge; wie weiland etliche Betchtviiter zu thun pflegten, welche alfo gefchickt warern wenn fie die betrübten fchwaihen Herzen mit einem fiißern lieblichen Troftfpruch laden und erquicken folltenz gaben fie ihnen an. ders nichtse denn eitel Effig und Gallen zu trinkene wie die Iüden Chrifto am Kreuz thaten. Daraus denn genugfam zu verfrehen, daß die Vergebung der Sünden nicht gelten follt wenn man in der Lehre irret, oder wider die erfte Tafel fündiget- und will es noch dazu für Recht erftreiten- wie die Saeramentirer fiirgebenz fondern wenn es einer verfiehet- fället in eine Sünde- und ift ihut doch leid n. f, w. da foll einer den andern nicht verdammene noeh mit großem Zorn und Grimm fcheltcn; wie der Prophet Ezechiel von den Hirten Israels faget (cap. 34- 4.), daß fie ftrenge und hart über die Heerde Gottes geherrfcht haben; fondern wenn etwa ein Bruder gefallen ift- foll ihn fein Seelforger oder ein anderer Bruder mit fanftmüthigetn Geift tröfien. Da foll denn, der gefallen iftf ihm fagen laffen, dem gläubent das ihm aus Gottes Wort gefaget wirde und es annehmen als Gottes Treff. Denn es willja Chriftusnichh daß man die- fo zerbrochenen Herzens fndx wegwerfen7 fondern

ben und Blut, darum follen auch wir folche mit Sanftmuth aufnehmem ihnen helfen und fie heilen. Derhalben fagen wir die Vergebung nicht ab„ weder den Saeramentirerne noch an*dern gottlofen Rotten; fondern von Herzen gern wollen wir ihnen verzeihen, was fie wider Chriftum geläftert habene wollen auch alles deßt fo fie uns mit Gewalt und unrecht aufgelegt habeni gerne vergeffen; doch mit der Bedingung daß fie Buße thum laffen ab von ihrer gottlofen Lehrez damit fie die chrifilichen Gemeinden verwirrt habenz und wandeln hinfort auf richtiger Bahn. Wo fie aber in ihrem Irrthnm beharrent ift es umfonfh daß fie non uns bittendaß wir ihnen vergeben und zu gute halten follen.

Alfo laffen wir uns kurzum die

fen Handel nicht fo geringe machen; d enn dem er angehören ift ein großer Herr. Einmal ift er wohl klein gewefen- nehmlich- da er in derKriphen lag; aberwie geringe er dazumal immer war-war er gleichwohl fo groß und herrlich„ daß ihn die Engel anbeten- nnd einen Herrn über alle Herren rühmen und bekennen mußten. Darum können noch wollen wir es nicht leiden- daß fein Wort in einem einigen Artikel verlehet oder verrücket werden foll. Denn in den Artikeln des Glaubens foll uns nichts geringe und klein dünkem daran wir etwas begeben oder.nachlaffen follen oder können. _ Die Vergebung der Sünden gehört für die, fo im Glauben und Leben fchwach und gebrechlich findß und doch ihre Sünden erkennen und Vergebung bitten; für die aben fo die Lehre verkehrern gehöret fie nicht; denn fie erkennen ihre Sünde nichn fondern mit aller Gewalt vertheidigen fie fiey als wären es nicht Sundern fondern die lautrre göttliche Wahrheit und Gerechtigkeit- und machen dadurch, wenn man ihnen nicht widerftehett daß wir die rechte Vergebung der Sünden verlieren; denn das Wort, fo uns Vergebung der Sünden verkündiget und bringen das verkehren und fälfchen fie, Daeume ift es ihnen ein Ernft mit ihrer Einigkeitfo werden fie aufs erfte mit uns in Chrifio eines das ifte fie erkennen ihre Sünde, und ftehen von ihrem Irrthum abe fo foll es am fanftmüthigenGeift auf unferer Seite gewiß nicht fehlen. Fehler es aben fo mögen fie denn billig über uns klagen.

und wer die Worte des Apoftels mit Fleiß anfiehet und ihnen nachdenken der fieht klärlich, daß er nicht von Keherei oder Sünden wider die Lehre redete fondern von viel geringer-n und leichten Sündem darin der Menfch fället, nicht aus vorfehlicher BosheitX fondern aus Schwache heit.“ (0nd. Uni. W. 2781, ii'.)

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