Vollständigere und neuerläuterte deutsche Sprachkunst

Front Cover
verlegts Bernh. Christ. Breitkopf und Sohn, 1776 - Eloquence - 742 pages
0 Reviews
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Popular passages

Page 105 - Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
Page 106 - Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, und die sei ein Unterschied zwischen den Wassern. Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah also. Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der andere Tag.
Page 111 - ... Anmerkung zur obigen XXI Regel fließt noch die XXVI Regel: » Wenn in eine zusammenhangende Rede etwas eingeschoben wird, das, dem Sinne ohne Schaden, auch wegbleiben konnte: so schließt man das Eingeschobene, vorn und hinten mit einem Paar Klammern ( ) ein. Andere machen diese Klammern auch so [ ], welches aber einerley ist. Doch versteht sich dieses nur von einem etwas langen Einschiebsel, welches die Rede sehr unterbricht. Bey kurzen Einschaltungen, thun ein Paar Beystriche eben die s Dienste.
Page 47 - Ei muss weder wie ai gesprochen werden, wie es von einigen Oberdeutschen geschieht, die mein, Bein wie main, Bain hören lassen ; noch wie ee klingen, wie man in Meissen thut, da viele Stein wie Steen, Bein wie Been, Kleider wie Kleeder sprechen. Noch ärger ist es mit den Schwaben und Bayern, Bein wie Boan und Stein wie Stoan auszuspreehen".
Page 402 - Be15 obachtungen verbinden müssen, die seit vielen Jahren in Leipzig gemachet, und im Schreiben eingeführet worden; um durch beydes die rechte Wortfügung im Deutschen fest zu setzen e).
Page 2 - Doch ist noch zu merken, daß man auch eine gewisse eklektische, oder ausgesuchte und auserlesene Art zu reden, die in keiner Provinz völlig im Schwange geht, die Mundart der Gelehrten, oder auch wohl der Höfe zu nennen pflegt.
Page 3 - Wälschland, oder Deutschland: so ist die Sprache des größten Hofes, der in der Mitte des Landes liegt, für die beste Mundart zu halten.
Page 3 - 4 §. Eine jede Mundart hat in dem Munde der Ungelehrten, ihre gewissen Mängel; ja aus Nachläßigkeit und Übereilung im Reden, ist sie mit sich selbst nicht allemal einstimmig. Daher muß man auch den Gebrauch der besten Schriftsteller zu Hülfe nehmen, um die Regeln einer Sprache fest zu setzen: denn im Schreiben pflegt man sich viel mehr in Acht zu nehmen, als im Reden...
Page 399 - Hier ist es genug, zu bemerken, daß fast jedes Volk sich einbildet, seine Art, die Wörter zu setzen, sey der Natur der Gedanken die gemäßeste 2). Allein, sie irren alle, und bemerken nicht, daß ihnen ihre Art zu denken zuerst durch ihre Muttersprache beygebracht worden.
Page 5 - Jungen der Wörter; imgleichen in der Verkürzung, Verlängerung und Zusammensetzung, sowohl der Wörter, als der Redensarten. Da es nun in allen Sprachen eine solche Aehnlichkeit, oder Analogie giebt: so machet allemal die größte Anzahl übereinstimmender Exempel eine Regel aus; die...

Bibliographic information