Geschichte der antiken Naturwissenschaft und Philosophie

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Beck, 1888 - Mathematics - 337 pages
 

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Popular passages

Page 95 - ... oft gefährliche Begierde nach dem Neuen, seine Begabung zu schöpferischer Gestaltung. Hier ist es denn zuerst dahin gekommen, daß reife Männer die Selbständigkeit ihres Urteils nicht nur den im engeren Sinne praktischen, sondern auch theoretischen Fragen1 zuwandten und sich über Welt und Leben nicht mehr nach dem mythologischen Schema, sondern durch eigne Überlegung und Betrachtung eine Vorstellung bildeten. Gleichwohl wachsen diese neuen Bestrebungen, die zur Wissenschaft führen, aus...
Page 76 - Motiven des Denkens bis in ihre letzten Konsequenzen nachgehen, ist in hervorragender Weise dazu geeignet, die sachliche und psychologische Notwendigkeit klarzulegen, mit welcher nicht nur die philosophischen Probleme, sondern auch die sich in der Geschichte stetig wiederholenden Richtungen ihrer Lösungsversuche entspringen. Auch dem allgemeinen Entwicklungsgange der antiken Philosophie darf man eine typische Bedeutung insofern zuschreiben, als dieselbe die stets sich wiederholende Tragödie des...
Page 181 - Philosophus" geblieben. Geworden aber ist er dazu nicht als einsamer Denker, sondern als Haupt seiner Schule. Der hervorstechendste Zug in seiner intellektuellen Persönlichkeit ist die organisatorische Souveränität, mit der er den Stoff verteilte, die Probleme sonderte und formulierte, die gesamte wissenschaftliche Arbeit ordnete und gliederte. Diese Methodisierung der wissenschaftlichen Thätigkeit ist seine grösste Leistung.
Page ii - ALTEBTUMS-WISSENSCHAFT in systematischer Darstellung mit besonderer Rücksicht auf Geschichte und Methodik der einzelnen Disziplinen. In Verbindung mit Gymn.-Rektor Dr. Autenrieth (Nürnberg), Prof. Dr. Ad. Bauer (Graz), Prof. Dr. Blass (Kiel), Prof. Dr. Brugmann (Leipzig), Prof. Dr. Busolt (Kiel), Prof. Dr. v. Christ (München), Prof. Dr. Flasch (Erlangen), Prof. Dr. Gleditsch (Berlin), Prof. Dr. Günther (München), Prof. Dr. Heerdegen (Erlangen), Oberl.
Page 95 - Vorstellungskreise hervor; und damit erweist sich auch die Wissenschaft als eines der Organe, welche aus dem ursprünglich religiösen Gesamtleben der menschlichen Gesellschaft heraus differenziert worden sind. Die beginnende Wissenschaft behandelt dieselben Probleme wie die mythologische Phantasie: der Unterschied zwischen beiden liegt nicht im Gegenstande, sondern in der Form der Fragestellung und der Art der Lösung. Die Wissenschaft beginnt da, wo an die Stelle historischer Neugier ein begriffliches...
Page 216 - Gegensatz zum Christentum — zu einer systematischen Theologie des Polytheismus; er zieht sich endlich, nachdem er damit gescheitert ist, auf eine scholastische Rekapitulation der gesamten griechischen Philosophie zurück. Man bezeichnet diese Phasen als die alexandrinische, die syrische und die atheniensische Schule und knüpft sie an die drei Hauptvertreter Plotinos, Jamblichos und Proklos.
Page 132 - Gegensatzpaaren: 1. begrenzt und unbegrenzt, 2. ungerade und gerade, 3. eins und viel, 4. rechts und links, 5. männlich und weiblich, 6. Ruhe und Bewegung, 7. gerade und krumm, 8. licht und dunkel, 9. gut und böse, 10. Quadrat und Rechteck, und sah in ihnen die Elemente der Zahlen und damit auch die Prinzipien allen...
Page ii - Dr. Larfeld (Remscheid), Dr. Lolling- (Athen), Prof. Dr. Niese (Marburg), Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Nissen (Bonn), Priv.-Doz. Dr. Öhmichen (München), Prof. Dr. Pöhlmann (Erlangen), Gymn.-Dir. Dr. 0. Richter (Berlin), Prof. Dr. Schanz (Würzburg), Geh. Oberschulrat Prof. Dr. Schiller (Giessen), Gymn.-Dir. Schmalz (Tauberbischofsheim), Oberlehrer Dr.
Page 124 - Reigen derer eröffnet, welche ihn als den Entdecker des Geistes feiern und deshalb seine Lehre als den Schlußstein der vorsophistischen Entwicklung betrachten. Besonders zur Hegeischen Konstruktion paßt es so hübsch, wie in dieser Naturphilosophie das Weltprinzip vom Wasser durch Luft und Feuer hindurch immer ..geistiger" wird, bis endlich der reine .Geist" aus der Materie abdestilliert ist.
Page 76 - Eine solche spezielle Parallelisierung ist schon deshalb unmöglich, weil alle Gestalten der modernen Bildungsgeschichte sehr viel voraussetzungsvoller und komplizierter sind als diejenigen der antiken Welt. Der typische Charakter der letzteren gilt nur insofern, als sie in...

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