Über die Klassifikation der romanischen Mundarten

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Gedruckt von der K.K. Universität-buchdr. "Styria", 1900 - Romance languages - 31 pages
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Page 30 - Das einzige Mittel, nicht um Dinge zu klassifizieren die ihrer Natur nach nicht klassifizierbar sind, aber doch um sie dem Betrachter in einer gewissen Ordnung erscheinen zu lassen, ist die Feststellung willkürlicher Punkte, gleichsam trigonometrischer, nach welchen andere bestimmt und das ganze Gebiet vermessen wird.
Page 11 - Zwei Sprachvarietäten können nicht erst unabhängig sich entwickelt und, wenn sie fertig waren, einander beeinflusst haben, sondern diese Wechselwirkung hat mit der Divergenz selbst ihren Anfang genommen.
Page 23 - Grö'fse der Entfernung von diesem Punkte, die Sprachen sich in immer stärker werdender Abweichung von der Sprache des Ausgangspunktes gruppiert haben, da mit der räumlichen Entfernung die Verschiedenheit des Klimas und der Lebensverhältnisse zuzunehmen pflegt", und er glaubt noch jetzt Spuren einer solchen regelmäfsigen Verteilung der Sprachen wahrzunehmen.
Page 25 - Sonderentwicklung fehlt. Wie vergleichen oder, besser, wie messen wir zwei Dialekte miteinander? Können wir irgendeinen romanischen Dialekt durch eine einzige Formel, gleichsam als Funktion des Lateinischen darstellen? Nein, sondern nur durch eine Reihe von Formeln, welche die verschiedenen Veränderungen der Laute, der Wortformen, der Bedeutungen usw. ausdrücken. Und zwar stehen diese in keinem notwendigen Zusammenhange; täten sie dies, so müfste ihr gemeinschaftlicher Ausgangspunkt, müfste...
Page 23 - Schuchardt-Brevier. 13 abändert. Man hat dieses aus den modifizierten Sprachwerkzeugen, jenes aus dem Nationalcharakter zu erklären versucht; meiner Ansicht nach liegt der Punkt wo die Sprache ansetzt, eher in der Mitte, etwa in der nervösen Organisation des Menschen, sagen wir kurz in seiner Stimmung. Diese Stimmung findet ihren unmittelbaren Ausdruck in dem musikalischen Rhythmus, dem Einzigen was jeder Sprache und jeder Mundart durchaus eigentümlich ist, was sie mit keiner andern teilt.
Page 6 - ... mangelhafter Erkenntnis sei es gewisser Erscheinungen von untergeordneter Bedeutung erklären, wir aber sehen darin die unvermeidliche Folge einer Tatsache von erster Bedeutung, mit der das System überhaupt nicht zu vereinigen ist. Ich meine die Tatsache der geographischen Abänderung, .die Tatsache dafs über das ganze romanische Gebiet hin die dialektischen Differenzen sich im Verhältnis ihrer räumlichen Verteilung abstufen.
Page 23 - Grosse der Entfernung von diesem Punkte, die Sprachen sich in immer stärker werdender Abweichung von der Sprache des Ausgangspunktes gruppiert haben, da mit der räumlichen Entfernung die Verschiedenheit des Klimas und der Lebensverhältnisse überhaupt zuzunehmen pflegt. Von jener geforderten regelmässigen Vertheilung der Sprachen glauben wir allerdings selbst jetzt noch Spuren wahrnehmen zu können.
Page 7 - Flusses vielen sporadischen Anklängen an das Französische, auch an das nur Nordfranzösische, welche in Piemont und der Lombardei fester und stetiger auftreten ; statt muojo, venuto, porzione, giusto können wir schon hier md'r, vegnü, ßorziö, süst, wie franz.
Page 26 - Demnach besteht der Charakter eines Dialektes weniger in der Art seiner Abänderungen als in der Wahl derselben. Nun werden Mundarten, je näher sie sich räumlich stehen, desto mehr Abänderungen gemein haben.

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