Sämmtliche werke, Volume 4

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Erschienen im Insel verlag, 1907
 

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Popular passages

Page 207 - Penthesilea gefaßt, der höchste bacchantische Sturm rauschte durch den Saal, der alles Gefühl unaufhaltbar ergriff, wie donnerbrausende Katarakten, vom Senegal und Rhein, wo man von sich selbst nichts mehr weiß und groß und allmächtig in die ewige Herrlichkeit zurückkehrt.
Page 288 - Pythagoras hatte ganz recht, die Welt ist eine Musik. Wo die Gewalt der Konsonanzen und Dissonanzen am verflochtensten ist, da ist ihr höchstes Leben; und der Trost aller Unglücklichen muß sein, daß keine Dissonanz in der Natur kann liegenbleiben.
Page 240 - Ach, scheiden von der Kunst überhaupt! sie ist meine Bestimmung nicht; ich habe mich nur jugendlich getäuscht.
Page 141 - Genuß jedes Augenblickes, fern von Vergangenheit und Zukunft, versetzt uns unter die Götter. Was hat der Mensch und jedes Wesen mehr als die Gegenwart? Traum ohne Wirklichkeit alles übrige.
Page 391 - Gesänge auf aus dem Moses, Hiob, den Psalmen, dem Hohenlied, und dem göttlichen Prediger; und aus dem Homer, dem Plato, und den Chören der tragischen Dichter, und ihrer eignen Begeisterung im Italienischen für sich und die andern Priester und Priesterinnen, und die Gemeinde; und erfanden heilige Gewänder in echter alter ionischer Grazie und Schönheit.
Page 395 - Jedes hat fürs erste das Bedürfnis zu essen, zu trinken, mit Kleidung und Wohnung sich zu schützen und zu sichern, die Wahrheit von dem Notwendigen einzusehen, und wenn es mannbar ist, das der Liebe zu pflegen. Vermag es nicht, sich dieses friedlich zu verschaffen: so darf es dazu die äußersten Mittel brauchen ; denn ohne dasselbe erhält es weder sich, noch sein Geschlecht.
Page 332 - Wer den reizbarsten, innigsten Sinn für die Schönheiten der Natur hat, ihre geheimsten Regungen fühlt, deren Mängel nicht vertragen kann und denselben abhilft nach Kräften, der übt aller Religionen Wahrstes und Heiligstes aus.
Page 240 - Herz und Geist trachtet nach einer kräftigern Nahrung und findet diese allein in der lebendigen Natur und Gesellschaft der Menschen, in wirklichem Kampf und Krieg und Liebe und Friede mit denselben.
Page 265 - Nacht ist doch die schönste Beruhigung von Geschäften, wo die Phantasie die freisten Flüge tut und der Mensch am mehrsten seiner selbst genießt. So raste ich jetzt hier oben auf der Villa Medicis in meinem Zimmer. Rom schläft; der blaue unermeßliche Äther schwebt darüber wie eine Henne über ihren Küchlein, und blinkend hell Gestirn erleuchtet selig die Gegenden. Alles...
Page 182 - mit einem Worte, die Schönheit nackender Gestalt ist der Triumph bildender Kunst, viel für Auge und den ganzen körperlichen Menschen, wenig für den innern. Sie allein ergreift das Unsterbliche nicht. Dazu gehört etwas, was selbst gleich wie unmittelbar von der Seele kommt und ihrer regenden, unbegreiflichen Kraft: Leben, Bewegung.

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