Der sagenschatz des Frankenlandes

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Voigt und Mocker, 1842 - Legends - 314 pages
 

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Page 103 - Poppenrode, und versank in Folge lasterhaften Lebens seiner Bewohner oder eines über diese ausgesprochenen Fluches. Das auf dem schwarzen Moor hieß Moor, ging auf ähnliche Weise unter und nichts ist mehr davon übrig, als eine Art basaltischen Pflasters, das die Rhönbewohner unter dem Namen der steinernen Brücke kennen, und die altermorsche Moorlinde, die man als die Dorflinde des versunkenen Dorfes betrachtet.
Page 157 - Traume und sagten ihr an, sie möchte auf die Petersstirn gehen und dort einen Schatz heben. Sehr frühzeitig erwachte die Frau, kleidete sich an und ward von einer wahren Sehnsucht nach jenem Orte erfüllt, dem sie unverweilt zueilte. Schon stand sie am Fuße des Berges, als die ersten Strahlen der Morgensonne jene Mauertrümmer und das kleine Häuschen vergoldeten, welches daneben für die...
Page 119 - ... ihn gehen, und weil er nicht gehen wollte, hetzten die rohen und ebenfalls harten Diener ihn mit Hunden fort. Da rührte der Pilger die Hunde an mit seinem Stabe, und sie verstummten alsbald auf ewig, und fielen...
Page 158 - Schlange wehmüthig an, und bezauberte ihn mit ihrem Blick, daß er regungslos stand, und da sah er denn, daß sie weinte wie ein Kind. Als das einige Minuten gedauert, schwand die Schlange in die Erde, und war ihm auS den Augen und hinweg und war nirgends im Boden ein Loch zu sehen, die Thronen aber, so die Schlange geweint, sind große köstliche Perlen gewesen, und haben den Hecker reich gemacht.
Page 249 - Der goldene Brunnen. Am Fuße des Veitsberges,, in der Nähe von Neustadt an der Saale, quillt ein Brunnen, welcher der goldene genannt wird. Sein Wasser soll das beste in der ganzen Gegend, und besonders für die Augen sehr heilsam sein. Früher stand auf dem Veitsberg ein Kloster, und von da kamen die Nonnen herab, und holten Wasser aus dem goldenen Brunnen. Auch jetzt, so geht die Sage, wird zu gewissen Stunden noch bisweilen die Gestalt einer Nonne, vom Berg zum Brunnen herab oder vom Brunnen...
Page 159 - Schranken" noch bis auf den heutigen Tag sich fortgeerbt habe. Einst war ein glänzendes Turnier angestellt, zu dem kamen viele fremde Ritter. Einer derselben erblickte unter den anwesenden Damen eine, die wohl auch fremd sein mochte, und deren Schönheit ihn so bezauberte und, umstrickte, daß er sich zu ihrem Kämpfer weihte, und Jedem den Handschuh hinwarf, der ihr nicht den Preis der Schönheit zugestehen wollte. Er blieb auch wirklich Sieger, streckte alle Gegner in den Sand und nahte nun der...
Page 119 - Dreistolzenfchloß , daraus später Dreistelz geworden ist. Die Fräulein führten ein üppiges Leben, waren aber hart gegen ihre Untergebenen und karg gegen die Armen. Eines Tages, als es auf den Abend zuging, kam ein armer Pilger daher, bat um Einlaß...
Page 202 - ). Auf einer Felsenspitze in der Nähe der Burgruine Lichtenstein soll eine sogenannte Fickmühle eingegraben sein. Dort spielte einst der Teufel mit einem Ritter. Gewann der Ritter, so mußte ihm der Teufel eine lange Reihe von Jahren dienstbar sein, ohne Lohn, gewann der Teufel, so war des Ritters Seele sein eigen, ohne daß er demselben zu dienen brauchte. Man weiß nicht, wer das Spiel gewonnen hat. Andre sagen, hier habe Gustav Adolph mit seinen Generalen um Dukaten gespielt, und diese aus einem...
Page 119 - Bitten weder die eine gewährt, noch die andere, sondern man hieß ihn gehen, und weil er nicht gehen wollte, hetzten die rohen und ebenfalls harten Diener ihn mit Hunden fort. Da rührte der Pilger die Hunde an mit seinem Stabe, und sie verstummten alsbald auf ewig, und...
Page 103 - Wüstensochsen und mischten sich unter die Kirchweihtänze, sangen auch wohl gar lieblich, blieben aber nie über die zwölfte Stunde, sondern wenn die Zeit ihres Bleibens herum war, so kam jedesmal eine weiße Taube geflogen, der sie folgten ; sie wandelten singend zum nächsten Berg hinein, und entschwanden so den Augen der Nachblickenden oder neugierig Nachfolgenden.

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