Die polnischen stammwappen, ihre geschichte und ihre sagen

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H. Grand, 1904 - Heraldry - 185 pages
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Popular passages

Page 125 - Nebeneinanderstellung des deutschen und polnischen Namens eines Gutes, nach welchem sich das Geschlecht nennt, sei es zur Unterscheidung der Zweige eines Geschlechts, die auf verschiedenen Anteilen in demselben Dorfe sassen und denselben Doppelnamen, später einen dreifachen Namen führten, von dem sie mit der Zeit den Stammnamen fortliessen und nur den Unterscheidungsnamen dem neuen polnischen Namen beifügten.
Page 1 - Motiv zu demselben, sei es aus dem religiösen oder aus dem ritterlichen Leben, vielfach aus dem ritterlichen Frauendienste, oder er wählte sonst ein Zeichen, das ihm die Erinnerung an ein ihn betreffendes, öffentliches oder in seinem privaten Leben bedeutungsvolles Ereignis bewahren sollte; eine Deutung hat sich durch kein Schriftstück, meist nur durch eine oft sagenhafte Tradition in der Familie erhalten.
Page 125 - Unterscheidungsnamen dem neuen polnischen Namen beifügten. In späteren deutschen Verhältnissen legten manche Geschlechter, wenn auch nur Zweige derselben, die polnischen Namen ab und nannten sich nur mit den alten Stammnamen, die aber durch die deutsche Schreibweise vielfache Umgestaltungen erfuhren. Auch die erwähnten Beinamen, die zur Unterscheidung der Zweige dienten, wurden dann mitunter massgebender Familienname.
Page 9 - Wappen von dem Beliehenen und seinen Nachkommen später fortgeführt wurde. Meist wurde aber dieses neue Zeichen als Nebenbild zu dem alten Zeichen in den Schild gesetzt, oder das alte oder neue Bild bildete den Helmschmuck. Jede dieser Wappenvermehrungen, die auch durch Vereinigung zweier Wappen bei Vermählungen vorkam, erhielt einen besonderen Wappennamen.
Page 6 - Lechenlande zu verbreiten begann, traten nähere Beziehungen zu dem christlichen Auslande ein und von dort kamen manche hochgestellte Persönlichkeiten nach Polen, namentlich aus Böhmen solche, die dem Hofe der neuen Fürstin folgten, und Hessen sich in Polen nieder, wo sie von dem Fürsten mit Gütern bedacht wurden.
Page 6 - Heimatlande bereits üblichen Gebrauche, persönliche Wappen, mit denen sie auch siegelten. Mit diesen Herren traten namentlich die einflussreicheren, dem Hofe am nächsten stehenden Lechiten in Beziehung. Diese waren es, die dem Beispiele des Fürsten folgend, die Gründung von Kirchen und Klöstern durch Überweisung von Grundbesitz an diese zu fördern suchten.
Page 126 - Prussia" H. 30, Königsberg 1932, S. 150. Auch der polnische Historiker W. K Qtrzy nski (ursprünglich Adalbert Winckler) muß in seinem Werk ,,O ludnosci Polskiej w Prusiech niegdys krzyzackich" (= über die polnische Bevölkerung im ehemaligen Ordenspreußen) — Lemberg 1882, S.
Page 10 - Wohnsitz wählten, konnte der bisherige gemeinschaftliche StammesBesitz sich auch nicht mehr erhalten und ging durch Teilung an die einzelnen Sprossen über, die nun nicht mehr an eine feste Scholle gebunden waren, sich nach verschiedenen Gegenden hin zersplitterten.
Page 9 - Edelleute, die ein besonderes Wappen bereits führten und beibehielten, von den Fürsten und seit 1602 von dem Reichstage das Indigenat erhielten; — dann, dass auch neue Nobilitierungen durch den Fürsten, später durch den Reichstag, eintraten und besondere Wappen, die dann auch besondere Namen erhielten, verliehen wurden.
Page 10 - Es schlich sich hierbei die Gewohnheit des Wappenwechsels ein, wodurch die Zugehörigkeit zu dem alten Stamme, im Laufe von Jahrhunderten vielfach verdunkelt wurde. Es traf dies also vornehmlich den weniger begünstigten Teil der Geschlechter.

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