Heinz von Wolfenbüttel: ein Zeitbild aus dem Jahrhundert der Reformation

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Verein für Reformationsgeschichte, 1883 - 80 pages
 

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Page 29 - ... will ich nicht viel diesmal reden. Der Landgraf ist Manns gnug, hat auch gelehrte Leute bei sich. In Hessen weiß ich von einer Landgräfin, die da ist und soll heißen Frau und Mutter in Hessen, wird auch keine andere mügen junge Landgrafen tragen und säugen. Ich meine die Herzogin, Herzog Georgen zu Sachsen Tochter. Daß aber ihr Fürsten zum Teil den Holzweg gehet, da habt ihr's leider dahin bracht mit eurem bösen Exempel, das schier der Baur nicht mehr will für Sünde halten...
Page 28 - Mund, ein milde Hand, Kirchen, Schulen, Armen zu helfen, ein ernstes, beständigs, treues Herz, Gottes Wort zu ehren, die Bösen zu strafen, die Frommen zu schützen, Fried und gut Regiment zu halten. Und ist der Ehestand so rein und löblich, daß es ein schön Exempel kann sein allen Fürsten, Herren und jedermann, ein christlich still Frauenzimmer, das einem Kloster (wie man zu rühmen pflegt) gleich ist, da höret man täglich Gottes Wort, gehet zur Predigt, betet und lobet Gott. Will nicht sagen,...
Page 71 - Braunschweig, seinem geschworen diener vnd lieben getrewen. dass er sich vnbillicher weise, in der person eins diebhenckers wider den Landtgrauen, nicht one mercklich nachteil seins reichs mit vngeschicktem liegen eingelassen habe (Utopia, 1541); Anon., DIALOGVS.
Page 28 - was alle Welt von dir weiß, wie du deine löbliche Fürstin hältst, nicht allein als ein voller, toller Filz und...
Page 29 - ... daß man deinesgleichen in keiner Historien findet (wie hernach). Dazu kannst du dein schändliche Hurerei, ja Ehebruch nicht vollbringen, mußt's mit göttlichs Namens Schmach und Schande tun und die arme Metzen als verstorben mit deinem heiligen Gottesdienst, Messe und Vigilien lassen verbergen. Das hast du von deinem Gesellen zu Mainz gelernt, der auch seine Hurerei und Ehebrecherei unter dem Schein des Heiligenrums treiben mußte, doch kannst du wohl von dir selb solche Tugend erdenken.
Page 30 - Eimbeck4 und anderswo, durch deinen Mordbrand vergossen, schreiet gen Himmel so stark, daß dich's samt deinen Gesellen gar bald (ob Gott will) in Abgrund der Hellen schreien soll, wird auch nicht ehr aufhören. Daß du aber das Maul wolltest...
Page 74 - Fürsten dieser weit / mit Hertzo-gen Heinrichen zu Braunschweig aus beuelch des Land-grauen zu Hessen gehalten.
Page 65 - Tod nicht begehret, sondern will, daß er sich bekehre uud lebe, so wollen wir auch nicht zweifeln, der barmherzige, gütige Gott werde auch ihrer fürstlichen Gnaden den Trost seiner Gnade nicht entzogen haben. Denn es ja gewiß ist, daß kein Sünder so groß ist, Gottes Güte und Barmherzigkeit ist viel tausend Mal größer""'.
Page 29 - ... haben, das sie selbs ein Säuleben heißen. Es ist leider dieser Hof nicht allein, sondern ganz Deutschland mit dem Saufenlaster geplagt. Wir predigen, schreien und predigen dawider. Es hilft leider wenig. Es ist ein böse alt Herkommen in deutschem Lande, wie der Römer Cornelius schreibt, hat bisher zugenommen, nimmt noch weiter zu. Da sollten Kaiser, Könige, Fürsten, Adel zutun, daß ihm gesteuret würde. Dazu will's noch ärger werden (ohn Zweifel zur Strafe), daß nu auch welsche Sitten...
Page 68 - Die Streitschriften der Fürsten sind abgedruckt bei Hortleder im 4. Buche des l. Theils. Derselbe hat aber, wie er selbst in der Vorrede sagt, die ehrenrührigen Ausdrücke der „abscheulichen Schmach-, Injurienund Famosschriften" so viel wie möglich „als ein rechtes Untraut ausgejätet, weggeworfen und ausgetilgt".

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