Die wirkliche und die scheinbare Welt: neue Grundlegung der Metaphysik

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W. Koebner, 1882 - Metaphysics - 357 pages
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Page 91 - War' nicht das Auge sonnenhaft, Wie könnten wir das Licht erblicken ? Lebt' nicht in uns des Gottes eigne Kraft, Wie könnt
Page 146 - Seyn sey vielmehr das schlechthin Andere, als das Nichts ist, und es ist nichts klarer, als ihr absoluter Unterschied, und es scheint nichts leichter, als ihn angeben zu können. Es ist aber ebenso leicht, sich zu überzeugen, daß dies unmöglich, daß er unsagbar ist.
Page 75 - Zwei Seelen, wohnen, ach! in meiner Brust, Die eine will sich von der andern trennen: Die eine hält, in derber Liebeslust, Sich an die Welt mit klammernden Organen; Die andre hebt gewaltsam sich vom Dust Zu den Gefilden hoher Ahnen.
Page 292 - Dieselbe Bewegung gehört dem Denken an, freilich nicht in der Weise dieselbe, dass der Punkt in der Bewegung des Denkens den entsprechenden Punkt der Bewegung in der Natur äusserlich deckt. Dennoch muss es ein Gegenbild derselben Bewegung sein ; denn wie käme sie sonst zum Bewusstsein? Wir nennen diese Bewegung im Gegensatz gegen die äussere im Raum die construktive und erkennen sie zunächst in der Anschauung.
Page 112 - Möglichkeit der letzteren voraus, di nur dadurch, daß ich das Mannigfaltige derselben in einem Bewußtsein begreifen kann, nenne ich dieselbe insgesamt meine Vorstellungen; denn sonst würde ich ein so vielfarbiges, verschiedenes Selbst haben, als ich Vorstellungen habe, deren ich mir bewußt bin.
Page 35 - Farbenklex an den ändern fügt. Ebenso ist es für den inneren Sinn ein vermitteltes Erkennen, wenn wir z. B. den Totaleindruck eines Festes uns analysiren und die einzelnen Gefühle uns anschaulich vergegenwärtigen, aus denen sich der Totaleindruck zusammensetzte. Vermittelt im intellectuellen Gebiete ist die Erkenntniss, die wie bei den Beweisen Euclid's sich noch nicht sofort einstellt, wenn wir die Bedingungen des Lehrsatzes gehört haben, sondern erst aus den fremd hinzugenommenen Lemmaten...
Page 344 - Geltung brachte, und desshalb historisch und nicht mythologisch verfuhr. Das Christenthum offenbarte einen wirklichen, dh einen persönlichen Gott, nicht eine Idee gleich Nichts; es wandte sich an den Menschen, als die Zeit erfüllt war, dh in historisch und wirklich geordneter Reihe der Thätigkeiten und des Geschehens; es forderte von dem Menschen das Herz und die Ueberzengung (niaitc-) und erkannte ihn damit als ein selbständiges Wesen an.
Page 69 - In jedem Erkenntnisse eines Objects ist nämlich Einheit des Begriffs, welche man qualitative Einheit nennen kann, so fern darunter nur die Einheit der Zusammenfassung des Mannigfaltigen der Erkenntnisse gedacht wird, wie etwa die Einheit des Thema in einem Schauspiel, einer Rede, einer Fabel.
Page 344 - Das Christentum," sagt ein neuerer Forscher, „schloß das Ganze der wirklichen Welt mit der erhabensten Kühnheit in die feste historische Ordnung der Vorsehung ein, welche den Faden von Anfang bis zu Ende in der Hand behielt.
Page 35 - ... Intuition, so müssen wir als Gegensatz dazu das vermittelte Erkennen heranziehen und auf beides dann zugleich den Blick heften. Das Vermittelte ist derart, dass es nur nach und nach sich aus Elementaranschauungen zusammenschliesst, wie z. B. das Bild eines Baumes aus den einzelnen Farbeneindrücken, die zusammen die Figur und das Ganze des Baumes bilden; denn unsere Seele muss dabei auffassend ebenso verfahren, wie der Maler schaffend verfährt, indem er einen Farbenklex an den ändern fügt.

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